Osten Deutschlands war ihr ein Herzensanliegen

Zum Tod von Christel Hedwig Foit , Institut St. Bonifatius. Beerdigung am Donnerstag, 9. Juli in Winterstein

Gott, der liebende und barmherzige Vater, hat Christel Hedwig Foit  (geb. am 17.02.1923 in Beuthen / Oberschlesien) am 2. Juli 2020 zu sich in die Herrlichkeit heimgerufen. Ihr tiefes Vertrauen in Gottes Führung und die Suche nach seinem Willen in der Gestaltung ihrer Sendung prägten zeitlebens ihr Sein und Handeln. Ihre Liebe für die Mission im Osten Deutschlands war für sie auch in ihrem hohen Alter und in ihren letzten Lebenstagen noch wesentlich bedeutsam. Für dieses gelebte Zeugnis danken wir ihr von ganzem Herzen.

Christel Foit wurde in Beuthen/Oberschlesien als zweites Kind ihrer Familie geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und der Mädchen-Mittelschule, bestimmte ihre naturwissenschaftliche Neigung ihre Berufswahl. Den Besuch der Chemotechnikerschulen in Berlin und Breslau, wohin sie mit ihrer Familie umgezogen war, beendete sie mit dem Abschluss zur chemisch-technischen Assistentin. Der allgemeine Zusammenbruch zum Ende des Krieges brachte für sie den Umzug zu ihren in der Zwischenzeit nach Halle geflüchteten Eltern mit sich.

In ihrem Lebenslauf schreibt sie: „Die Jahre wissenschaftlicher Tätigkeit ließen mich immer klarer erkennen, dass in der Beschäftigung mit der reinen Materie niemals die Erfüllung meiner inneren fraulichen Bestimmung liegen konnte.“ 1946 wechselte sie in den Lehrberuf. Ihre erste Anstellung fand sie in Tornau bei Halle. Im Juni 1950 wurde sie aus weltanschaulichen Gründen entlassen. Sie schreibt: “Den letzten großen Schritt in meiner persönlichen Entwicklung brachte mein Eintritt in die Schwesternschaft St. Bonifatius“ am 03.03.1951. Ihre ersten Gelübde legte sie am 16.04.1952, ihre Lebensweihe am 02.01.1956 ab. Ostern 1962 trat auch ihre ältere Schwester, die bereits 2012 verstorben ist, in die Gemeinschaft ein und erhielt ihre Sendung in den Osten 

Am 13. Mai dieses Jahres waren es 66 Jahre, seitdem Christel in den Osten ausgesandt worden war. Eine Karte mit den Worten: „Gehe, wohin ich dich sende, verkünde, was ich dich heiße. Ich lege mein Wort in deinen Mund‘, war ihr ein „kostbarer Schatz auf dem kommenden Weg“. Es war ein Weg, auf dem sie sich immer neu Gott anvertraute. 1951 kam sie aus dem Osten auf der Suche nach Gott, nach Wahrheit und Freiheit und trat in Westerland in die noch junge Gemeinschaft ein. 1955 wurde sie in die ehemalige DDR zurückgesandt. Dort galt sie als politischer Flüchtling und nun als ‚reumütiger Heimkehrer‘. Ihr Reisegepäck bestand aus einer Besuchsreisegenehmigung und 10 DM.

Die erste Station war Wernigerode, wo sie als Sprechstundenhilfe arbeitete und den Pfarrer in seiner Sorge unterstützte, die wenigen Christen im Glauben zu stärken. Vom Seelsorgehelferinnen-Seminar von Magdeburg aus war sie ab 1956 Woche für Woche unterwegs, um über katholische Familienerziehung zu sprechen. Im Sommer arbeitete sie in einer Konservenfabrik im Schichtbetrieb und lernte so auch Frauenarbeit im Kollektiv und in der Brigade kennen. 1957 übernahm sie die Leitung eines Caritas-Kinderheims in Naumburg/Saale, in einer Zeit, in der die Erziehungsarbeit allein dem kommunistischen Staat vorbehalten sein sollte. Und auch die Gemeinschaft wurde bekannt und wuchs und musste sich in dieser spannungsgeladenen Zeit entwickeln.

Eineinhalb Jahre war die Studentengemeinde in Halle der Ort ihrer Sendung mit der elterlichen Wohnung als Wohnung auch für die Mitglieder der Gemeinschaft, bevor Bischof Aufderbeck die Gemeinschaft am 17. März 1965 ins Bistum Erfurt holte. Ein Haus für Gäste, für Mütter und Familien sollte von nun an ihr Apostolat sein. Bei all dem, was auch die Zeit in Haus Eichhof in Winterstein und die politische Situation auch in ihrem Wechsel mit sich brachte, blieb sie immer den Menschen und ihren Nöten zugewandt. Vielen Menschen war sie über lange Zeit eine wertvolle Begleiterin, die ihre Nöte und Sorgen sah und nach Hilfe suchte.

Auch nach der Neuordnung der Pfarreien versuchte sie bis in ihr letztes Lebensjahr hinein, den Gemeindeort Winterstein aufrecht zu erhalten und z. B. durch Seniorentreffen die Menschen zusammenzuführen und im Glauben zu stärken. Sie nahm regen Anteil am Weltgeschehen. Ihre mütterliche Sorge um die Mitglieder der Gemeinschaft, die in der Zeit in der damaligen DDR gewachsen war, und ihr missionarisches Herz, das vor allem für Osten Deutschlands schlug, waren bis zu ihrem Heimgang froh lebendig.

Es bitten um ein Gedenken im Gebet:

Institut St. Bonifatius
Brigitte J. Kulüke                    Gruppe der Gemeinschaft in Winterstein
Auf dem Kupferberg 1                    Liebensteiner Str. 25
32758 Detmold                        Waltershausen OT Winterstein

Die Beisetzung findet am 09.07.2020 um 13 Uhr auf dem Friedhof in Winterstein statt. Um 13.45 Uhr feiern wir das Requiem in der evangelischen Kirche in Winterstein.