Nightfever in der Erfurter Altstadt

Entstanden nach dem Weltjugendtag, findet das Projekt junger Christen zum 33. Mal in der Lorenzkirche statt

 

 

Erfurt (BiP/cg). Die Erfurter Nightfever-Initiative feiert am Samstag, 5. Dezember ihren dritten Geburtstag.

Von 20 bis 23 Uhr findet dann in der Lorenzkirche das 33. Nightfever statt, bei dem junge Christen buchstäblich Leute von der Straße einladen, für einen Moment innezuhalten, dem Alltagstrott zu entrinnen und sich einige Minuten der Besinnung zu gönnen.

Die Atmosphäre in der Kirche, in die jeder, so lang er mag, eintauchen kann, ist ganz von Live-Musik, Kerzen-Licht und Gebet getragen. Der Altarraum ist mit Tüchern und Teppichen geschmückt. Auf dem Altar steht ein Schaugefäß mit dem eucharistischen Brot. Katholische Christen glauben, dass Christus in der Gestalt des Brotes wirklich anwesend ist. Es ist das stärkste Zeichen seiner Gegenwart. Jeder, der in die Kirche kommt, wird mit einer kleinen Kerze beschenkt, die symbolisch für ein persönliches Anliegen entzündet werden kann. Ein Priester steht für persönliche Gespräche zur Verfügung. Wer will, kann sich auch segnen lassen.

Die Idee zum Nightfever entstand aus der Begeisterung des Weltjugendtages, der 2005 in Deutschland stattfand, und verbreitete sich an vielen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anliegen der beteiligten Gruppen ist es, Christen und Nichtchristen anzuregen, nach der Rolle Gottes in ihrem Leben zu fragen. Johannes Söhn (28), der Nightfever in Erfurt initiierte, sagt, er sei zu Beginn durchaus einiger Skepsis begegnet. Typische Bedenken waren Fragen wie: Menschen in die Kirche einladen? In einem säkularen Umfeld? Kann denn das gehen?

Doch die Skepsis erwies sich als grundlos, wie Söhn und seine Mitstreiter schnell feststellten. "Die Initiative wurde und wird von den Erfurtern und Besuchern der Stadt gut angenommen. Viele zeigen sich sehr angetan von der intensiven, besinnlichen, aber nicht aufdringlichen Atmosphäre", sagt Johannes Söhn. Auch der persönliche Einsatz der jungen Leute begeistert: "Cool fand ich auch, dass ihr direkt Menschen auf der Straße angesprochen und eingeladen habt", teilte eine Michaela aus Mellrichstadt per eMail. Steffi, 24, Studentin aus Jena sagt: Mich hat die Atmosphäre bei Nightfever so berührt, dass ich nun jedes Mal komme und mich mit engagiere.

Christiane Grosch, 31, die ebenfalls zum Nightfever-Team gehört, ist dankbar für den Vertrauensvorschuss, den das Team in der Erfurter Kirche gefunden hat. Für sie ist die Lorenzkirche kein beliebiger Ort: "Ich denke oft an die Menschen, die seit fast 30 Jahren hierher zu den ökumenischen Friedensgebeten kommen. Die Lorenzkirche steht dadurch für eine offene und betende Kirche, und eine solche Kirche möchten auch wir leben."

An der Nightfever-Geburtstagsfeier nimmt auch der Erfurter Bischof Joachim Wanke teil. Er feiert mit dem Team und allen, die kommen möchten, um 19 Uhr eine heilige Messe. Wanke und sein Weihbischof Reinhard Hauke standen von Anfang an dem Erfurter Nightfever positiv gegenüber. Auch die Erfurter Ursulinen unterstützen mit ihrem fürbittendem Gebet die Initiative.

www.nightfever-erfurt.de