"Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen"

Anlässlich der Misereor-Fastenaktion erzählt der Lehrer Isaac Ngorok aus Uganda, wie die Kirche in seinem Land gegen den Hunger kämpft und dabei erfolgreich ist.





Erfurt (BiP). Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung, 130 Millionen Kinder sind chronisch unterernährt, rund 840 Millionen Menschen auf der Welt müssen täglich hungern. Misereor, das Hilfswerk der deutschen Katholiken zur Bekämpfung von Hunger, Armut und Krankheit in der Welt, ruft in dieser Fastenzeit dazu auf, den Hunger in der Welt wirkungsvoll zu bekämpfen. Projektpartner aus Uganda berichten - auch in Thüringen - wo das bereits erfolgreich geschieht.

"Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen", heißt das Motto der diesjährigen Misereor-Fastenaktion, während der acht Projektpartner aus Uganda durch Deutschland reisen, um von ihrem Land und ihrer Arbeit zu erzählen. Im Bistum Erfurt wird der Diplom-Lehrer Isaac Jogues Ngorok (*1972) erwartet (Reiseprogramm am Ende der PM), der als Ausbilder, Trainer und Verantwortlicher für Ortsgruppen innerhalb eines Alphabetisierungs- und Entwicklungshilfe-Projektes des Bistums Kotido arbeitet. Dabei geht es unter anderem um angepasste landwirtschaftliche Methoden in den Trockenregionen, damit ausreichende Ernten erzielt werden.

Die Diözese Kotido liegt im äußersten Norden Ugandas und gehört zu den am meisten vernachlässigten Gebieten des Landes. Die Gemeinschaften werden von den Männern dominiert: Sie besitzen alle Ressourcen wie Land, Tiere und Häuser, während die Frauen den Großteil der Arbeit verrichten. Frauen haben kein Mitentscheidungsrecht, weder in der Familie noch in der Gemeinschaft. Die semi-aride Region ist durch Ü;berweidung und unkontrollierte Abholzung der Wälder zur Gewinnung von Holzkohle gekennzeichnet.

Die Ausbeutung des Bodens hat zur Absenkung des Grundwasserspiegels und damit zu einem unproduktiven Anbau geführt. Da die Männer die meiste Zeit des Jahres mit dem Vieh auf Suche nach Wasser unterwegs sind, müssen die Frauen sich allein bemühen, die Familie trotz immer wiederkehrender Dürren zu ernähren. Acht Monate im Jahr herrscht Trockenheit, und während der Regenzeit fallen die Niederschläge häufig so stark, dass die Saat weggeschwemmt wird und die unasphaltierten Straßen nicht mehr befahrbar sind. Somit sind auch Märkte und Krankenstationen in dieser Zeit kaum erreichbar.

Der Partner von Misereor, die Diözese Kotido, konzentriert sich in ihrem Projekt auf die Bereiche der Grundbildung und der Landwirtschaft, fördert die Gleichberechtigung der Frauen und den Gesundheitssektor. Durch die Begleitung der Männer und Frauen konnten bereits große Erfolge erzielt werden. Das Analphabetentum und die Armut unter den Frauen und Männern in der Diözese Kotido wurden stark reduziert. Und die Projektteilnehmerinnen sind begeistert, dass sie inzwischen besser lesen und schreiben können als ihre Männer. Gerne und in großer Zahl erscheinen die Frauen zu den Alphabetisierungskursen. Auch beim landwirtschaftlichen Ausbildungsprogramm arbeiten sie engagiert mit und setzen das Gelernte bei der Arbeit auf ihren eigenen Feldern um.

VIDEO: Uganda - Lesen und Landwirtschaft

TERMINE: Isaac Jogues Ngorok im Bistum Erfurt treffen

Samstag, 5. April:

     

  • Erfurt, 10.30 Uhr: Erfurter Dom St. Marien, Teilnahme am Gottesdienst mit Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke anlässlich der Verleihung der Missio canonica (kirchliche Lehrerlaubnis) für ReligionslehrerInnen
  • Erfurt,18.00 Uhr: Abendmesse in der Pfarrkirche St. Lorenz, anschl. Gemeindeabend, Vortrag über Situation von Kirche und Land, ggf. Kurzfilm und Frage-Antwort-Runde
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Sonntag, 6. April:

     

  • Weimar, 9.00 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Herz Jesu (Paul-Schneider-Str. 3), anschl. Gespräch und Begegnung im Gemeindehaus mit Kindertheater (Rucky Reiselustig auf Abenteuertour in Uganda) und "Fastenessen" mit der Gemeinde
  • Geismar, 17.00 Uhr: Misereor-Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Ursula, Kurzansprache von Herrn Ngorok
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Misereor-Fastenaktion 2014


30.3.2014