"Hartelijk welkom in de Dom van Erfurt!" Studenten aus Belgien und England führen durch den Mariendo

Erfurt (BiP). Naomi aus England, Elke und Xaveer aus Belgien hatten riesiges Glück: Bei einer Verlosung haben sie den Erfurter Dom gewonnen. Natürlich nicht als Eigentum. Vielmehr dürfen sie ab kommenden Samstag Besucher in ihren Landessprachen Englisch, Flämisch und Französisch durch den Dom führen. Ermöglicht hat das ARC, eine internationale, ökumenische Studenten-Organisation, die junge Leute zu berühmten Kathedralen in Europa schickt. Dort sollen sie Besuchern die Geschichte und Gegenwart der Kirchengebäude und ihre religiöse Bedeutung nahebringen. ARC zielt auch darauf, Kontakte zwischen jungen Leuten verschiedenster Nationen und Konfessionen zu fördern. So steht ARC für Accueil (Empfang), Recontre (Begegnung) und Communaut? (Gemeinschaft). Das Interesse am ARC-Programm ist mittlerweile so groß, dass die Einsatzorte verlost werden müssen. Naomi, Elke und Xaveer hatten Glück: Ihre Namen wurden für Erfurt gezogen.

"Ich habe mich darüber wahnsinnig gefreut", sagt Elke Rötgens (28). Künftig wird sie mit Naomi und Xaveer an einem Tisch am Hauptportal des Domes sitzen und den Touristen mit Führungen und Auskünften zur Verfügung stehen. "Hartelijk welkom in de Dom van Erfurt!" heißt es dann auf Flämisch, wenn Elke mit einer Besuchergruppe aus Belgien oder den Niederlanden loszieht. Elke ist nicht zum ersten Mal in Deutschland, aber im Osten hat sie bisher nur Potsdam und Berlin bereist. In Erfurt hofft die Belgierin Ostdeutschland besser kennenzulernen und viele Leute zu treffen. Schwer dürfte ihr das nicht fallen, da sie dank ihres Studiums der Germanistik und Skandinavistik fließend Deutsch spricht. Dass Elke für den Aufenthalt in Erfurt die Hälfte ihrer Ferien opfert, macht ihr wenig aus. "Es macht doch Spass, Leuten zu begegnen und sich mit ihnen zu unterhalten", freut sie sich auf die kommenden Wochen.

Wie Elke kommt Xaveer Laureyns aus Gent. Der 22jährige studiert dort Jura und war mit ARC bereits in Bordeaux und Venedig. Er findet es schön, Touristen im Gespräch über den Dom zu informieren. "Das ist doch besser, als nur Broschüren auszugeben", sagt er. Xaveer versteht Kirchen als eine Kombination von Architektur, Geschichte und Religion. Darüber will er den Leuten erzählen - auf Flämisch und Französisch.

Gut vorbereitet sind alle drei. Zuhause haben sie Materialien über den Erfurter Dom studiert und sich mit seiner Geschichte vertraut gemacht. Bis zum Samstag nehmen sie an Führungen teil und prägen sich die Eigenheiten des Domes ein. "Vieles wissen wir natürlich schon, beispielsweise wie ein Gottesdienst gefeiert wird, was ein Altar ist und wofür ein Beichtstuhl gebraucht wird", relativiert Elke den Arbeitsaufwand. Außerdem hätten sie alle bereits Erfahrungen als Domführer im Ausland. Sie selbst sei im Vorjahr in der Londoner Westminster Abbey gewesen.

Naomi Young (21) aus Suffolk (Ostengland) sammelte ihre erste Erfahrungen in Köln und Trier. "Kirchen haben eine besondere Atmosphäre", bemerkt die Theologiestudentin. Manchmal führe das sogar zu Gesprächen über Glaube und Christentum. Aber die Regel sei das nicht. Dennoch hofft sie, dass der Besuch von Kirchen die Leute auch anregt, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen.

Zusammen mit Elke und Xaveer wird Naomi jedenfalls in den nächsten Wochen "Steine zum Sprechen bringen", wie das Motto von ARC heißt. In Naomis Sprache: "Making the stones talk".

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