Grußwort von Bischof Dr. Joachim Wanke zur Rom-Wallfahrt der Bistümer Görlitz, Würzburg und Erfurt

Als Gläubige aus den Bistümern Görlitz, Würzburg und Erfurt unternehmen wir im Heiligen Jahr auf Einladung unseres Papstes Johannes Paul II. gemeinsam eine Pilgerreise nach Rom. Darüber freue ich mich sehr. Mit dem Jahr 2000 beschreiten wir, wie der Heilige Vater betont, den Weg in das dritte Jahrtausend nach Christus. Oder besser: mit Christus.

In der Heiligen Schrift spielt der Weg als Bild für das menschliche Leben eine besondere Rolle. Die biblischen Autoren berichten von der Fürsorge und dem Beistand Gottes auf dem Lebensweg des Menschen. Sie verschweigen aber auch nicht das Wagnis des Unterwegsseins: Nicht jeder Weg führt zum Ziel, mancher entpuppt sich als Umweg oder sogar als Sackgasse. Denn auch davon spricht die Bibel: Gott mutet den Menschen die Freiheit zu, ihre Wege selbst zu wählen. Wir Menschen müssen darum schauen, wo wir "landen" wollen.

Mit unserer Wallfahrt nach Rom bekennen wir, dass wir als Christen unterwegs zu Gott sind - auch wenn wir zuweilen vom Weg abkommen, was wir uns bei unserer Fahrt nach Rom nicht gerade wünschen wollen! Was uns Mut macht, den Weg immer wieder neu zu suchen, ist Gottes Entgegenkommen. Gott will gleichsam aus dem Weg räumen, was uns hindern könnte, zu ihm zu gelangen. Durch Jesu Leben und Botschaft, durch seinen Tod und seine Auferstehung dürfen wir darauf vertrauen, das uns selbst der Tod von Gott nicht fernhalten kann. Und sollten uns die Schritte schwer werden, weil uns der Glaube manchmal schwer fällt: Mit der Kirche, dem neuen Volk Gottes, hat Jesus Christus eine Weggemeinschaft gestiftet, die uns tragen kann, wenn manchmal die Kraft zum Gehen fehlt. Diese Gemeinschaft auch als weltweite Kirche zu erleben, wird uns nicht zuletzt unsere Pilgerfahrt Gelegenheit bieten.

Das Jubiläumsjahr 2000 erinnert uns in besonders eindringlicher Weise an das Ereignis der Menschwerdung Gottes. Der Heilige Vater versteht dieses Jahr als eine Ermutigung, mit Vertrauen und Zuversicht in das dritte Jahrtausend aufzubrechen. Unsere Wallfahrt ist Sinnbild dafür. Gott begleitet uns auf unserem Weg. Und er wartet auf uns am Ende dieses Weges.



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