"Ein großartiges Ereignis"

Bischof Wanke und Ministerpräsidentin Lieberknecht ziehen positives Fazit des Papstbesuchs in Erfurt und Etzelsbach

Erfurt. Ein ausgesprochen positives Fazit des Papstbesuchs im Bistum Erfurt haben Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Bischof Dr. Joachim Wanke gezogen. Lieberknecht sprach am Samstagmittag, 24. September, im Pressezentrum in Erfurt von einem "großartigen Ereignis" mit unvergesslichen Eindrücken und historischen Begegnungen: "Die Liebe Papst Benedikts zu den Menschen, die sich zum Beispiel beim Segnen der Kinder gezeigt hat, war beeindruckend." Bischof Wanke erklärte, dass "eine kleine Ortskirche inhaltsreiche und emotionale Tage" erleben durfte. Die Marienvesper im Eichsfeld sei ein herausragendes und berührendes Erlebnis gewesen. Er dankte allen, die zum Gelingen des Papstbesuchs beitrugen, sowie den Erfurtern, die mit viel Verständnis die Verkehrsbehinderungen ertragen hätten.

Ministerpräsidentin Lieberknecht erklärte, der Papst habe mit seinen Worten das Innehalten bei der Politik erreicht, das sie sich im Vorfeld erhofft habe. Das Land Thüringen habe durch den Besuch Benedikts XVI. hervorragende Werbung erfahren. Als evangelische Theologin sei sie keineswegs davon enttäuscht, dass es keine deutlichen Zugeständnisse des Papstes an ihre Kirche gegeben habe. "Ich habe Geduld in der Ökumene." Benedikt XVI. habe sich im Augustinerkloster von Erfurt mit Vertretern des Rats der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) getroffen - an der Stelle, an der Luther seine erste Messe gelesen hat. Das wertete Lieberknecht als wichtiges Zeichen. Gemeinsam mit Bischof Wanke teile sie die Ü;berzeugung des Papstes, dass Ökumene aus dem Glauben erwachse. "Auch die Bundestagsrede hat hervorgehoben, dass wir uns wieder mehr auf die Grundlagen unserer Werte besinnen sollen."

Der Grundwasserspiegel der Religiosität sei spürbar gehoben worden, die Pilger würden aus den Begegnungen eine langanhaltende Stärkung und Freude mitnehmen, betonte Bischof Wanke. "Die Nachhaltigkeit des Papstbesuchs wird sich noch erweisen." Das Treffen zwischen Missbrauchsopfern und Papst am Freitagabend sei keineswegs als Schlussstrich unter die Skandale des vergangenen Jahres zu verstehen. "Es geht darum, ein Gespür dafür zu entwickeln, wo Ü;bergriffigkeit passieren kann, um so neuen Fällen vorzubeugen." 

Text und Bild: Markus Hauck