Dienst an Schwerkranken und Sterbenden

Malteser führen neuen Hospiz-Referenten ins Amt ein

Erfurt (BiP). Der neue Referent für Hospizarbeit beim Malteser Hilfsdienst (MHD) im Bistum Erfurt, Benno Drellmann (38), wird am Donnerstag 6. Mai, um 16.30 Uhr offiziell in sein Amt eingeführt. Die Einführung nimmt MHD-Diözesanleiter Winfried Weinrich in Gegenwart von Sozial-Staatssekretär Heinz-Friedrich Benner vor.


Seit 1. April ist die Referentenstelle, die bis Ende letzten Jahres Britta Kordon inne hatte, wieder besetzt. Benno Drellman stammt aus Gelsenkirchen, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der gelernte Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege studierte ab 1994 Pflegemanagement an der Katholischen Fachhochschule Mainz und schloss 1998 als Diplom-Pflegewirt ab. Ab dem Jahr 2000 leitete er für zwei Jahre das katholische Altenpflegeheim St. Raphael in Weimar. Davor und danach widmete er sich der Erziehung seiner Kinder.


Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht die Betreuung Schwerkranker, Sterbender und von deren Angehörigen. Als hauptamtlicher Referent kümmert sich Benno Drellmann um die Koordination und die Ausbildung und Betreuung der 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Hospizgruppe Erfurt. Die Gruppe arbeitet seit 1992 in der Trägerschaft des MHD und wird vom Hospiz Freundeskreis Erfurt und von der Caritas unterstützt.


Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospizgruppe besuchen und begleiten die Betroffenen überwiegend in deren Wohnungen. "Durch meine Arbeit in Krankenhaus und Altenheim weiß ich, wie sehr Schwerkranke und Sterbende auf menschliche Zuwendung angewiesen sind", sagt Drellmann. Und er fügt bedauernd hinzu: "Leider ist in unserer Gesellschaft die Begleitung Sterbender und Schwerkranker immer noch nicht sichergestellt. Dabei geht dieses Thema jeden irgendwann einmal an."


Die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter versuchen schon jetzt, Isolation und Einsamkeit zu durchbrechen. Fachliche Beratungen wie etwa zur Schmerztherapie, Zusammenarbeit mit den Pflegekräften im Krankenhaus, Angebote zur Trauerbewältigung, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben. 3000 Stunden haben die 30 Ehrenamtlichen 2003 auf diese Weise geleistet.


Hilfsangebote gibt es auch für Angehörige. Sie können sich bei der Hospizgruppe über den Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod beraten lassen. Führt die Pflege Schwerkranker und Sterbender zu körperlichen oder seelischen Belastungen, stehen die Männer und Frauen für entlastende Gespräche zur Verfügung. Oder sie übernehmen Sitzwachen am Krankenbett, damit die Angehörigen einmal abschalten und sich erholen können.


"Das kostet mitunter viel Kraft", weiß Benno Drellmann aus eigener Erfahrung. Aber dieser Dienst sei menschenwichtig. "Der Tod gehört zum Leben, wie die Geburt. Wir tun uns nichts Gutes, wenn wir das Sterben und Kranksein verdrängen. So wird es schnell unmenschlich."



link