Am Geburtstag des Papstes: Nuntius besucht Ministerpräsident Althaus

Erzbischof Ender ist seit 1970 im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls

Erfurt (BiP). Der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, absolviert am Dienstag, 18. Mai seinen Antrittsbesuch beim Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus.


Der Erzbischof war im November letzten Jahres von Papst Johannes Paul II. ernannt worden und übergab am 18. Februar sein Beglaubigungsschreiben an Bundespräsident Johannes Rau. Als Nuntius mit Amtssitz Berlin ist Erzbischof Ender der Botschafter des Heiligen Stuhls in der Bundesrepublik Deutschland. Zu seinen Aufgaben zählen die Pflege diplomatischer Beziehungen sowie die Stärkung der Verbindung zwischen dem Papst und der katholischen Ortskirche. Auch in Deutschland ist es - wie in vielen anderen Staaten - üblich, dass der Apostolische Nuntius "Doyen", also Ältester, des Diplomatischen Korps ist und als solcher einige Ehrenrechte hat.


Erzbischof Ender, der seit 1970 im diplomatischen Dienst des Vatikans arbeitet, folgt als Nuntius Erzbischof Giovanni Lajolo nach. Lajolo hatte mehrmals in Thüringen dienstlich zu tun: 1997 unterzeichnete er den Staatskirchenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen, 2002 den Vertrag über die Integration der Theologischen Fakultät Erfurt in die Universität der Landeshauptstadt. Der erste Besuch des neuen Nuntius bei der Thüringer Staatsregierung - übrigens am 84. Geburtstag des Papstes - dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Vor dem Zusammentreffen kehrt Erzbischof Ender zum Mittagessen beim Erfurter Bischof Joachim Wanke ein.


Zur Person von Nuntius Erzbischof Erwin Josef Ender

Erzbischof Dr. Josef Erwin Ender wurde am 7. September 1937 in Steingrund in der Grafschaft Glatz geboren. Er studierte Theologie in Rom, wo er von 1959 bis 1966 am Deutschen Priester-Kolleg, dem Päpstlichen Collegium Germanicum et Hungaricum, zum Priester ausgebildet wurde. Nach seiner Weihe zum Priester für das Bistum Münster am 10.10.1965 und seiner theologischen Promotion war er seelsorgerisch am Generalat Arme Schulschwestern Unserer Lieben Frau in Rom tätig. 1970 trat Ender, der neben seiner Muttersprache Italienisch, Englisch und Französisch spricht, in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Als Leiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats begleitete er Papst Johannes Paul II. auf mehreren Pastoralreisen nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und Liechtenstein. Von 1990 bis 1997 war Ender Pro-Nuntius im Sudan, außerdem Apostolischer Delegat für die Region Rotes Meer und von 1993 bis 1997 Apostolischer Delegat für Somalia. 1997 ernannte Papst Johannes Paul II. den Erzbischof zum Nuntius im Baltikum, Estland, Lettland und Litauen. Zugleich war er Leiter der Apostolischen Administratur Estland und damit Oberhirte der dortigen katholischen Minderheit. Seit 19. Mai 2001 war der heute 66-Jährige Nuntius in Prag (Tschechische Republik). Am 25.11.2003 erfolgte die Ernennung zum Apostolischen Nuntius in Deutschland.


Erzbischof Dr. Josef Erwin Ender folgt als Nuntius in Deutschland Erzbischof Dr. Giovanni Lajolo nach, der von Papst Johannes Paul II. zum Sekretär der zweiten Sektion des Staatssekretariats - zuständig für die Beziehungen zwischen den Staaten - berufen worden ist.

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