500 Jahre alt, einst im Wald versteckt, jetzt restauriert: Albanus-Gemeinde feiert das Diedorfer Hei

Diedorf (BiP). In diesem Jahr ist das Patronatsfest der St. Albanus-Gemeinde ein besonderes Fest. Die Katholiken in Diedorf feiern nicht nur den Patron der Gemeinde, sondern auch das 500. Jubiläum des Heiligen Grabes in ihrer Kirche. Und auch das Jubiläum ist ein besonderes Jubiläum. Denn neben der runden Zahl - immerhin ein halbes Jahrtausend - ist die gelungene Restaurierung des Heiligen Grabes zu feiern. So erwarten Diedorfs Katholiken am Sonntag, 24. Juni, viele Gäste. Um 9.30 Uhr wird ein festliches Hochamt gefeiert, in dem Spiritual Josef Seitz vom Priesterseminar in Erfurt predigt. Die musikalische Gestaltung übernehmen der Gesangverein und die Blaskapelle Diedorf. Am Nachmittag findet ab 14.30 Uhr ein Gemeindefest mit einem abwechslungsreichen Programm im Bürgerhaus statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Insgesamt 30.000 Mark hat die Restaurierung gekostet, für die die Erfurter Restauratorin Sandra Schwarze sechs Wochen benötigte. Die Kosten haben sich das Bistum und die Gemeinde geteilt. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn das Heilige Grab gehört zu den wenigen großfigurigen Skulpturengruppen, die es überhaupt noch in Thüringen gibt. Im Eichsfeld ist es zu den wertvollsten Kunstdenkmälern zu zählen. Wer das Grab geschaffen hat, weiß man nicht. Es muss ein bedeutender Meister gewesen sein, denn die künstlerische Ausdruckskraft erinnert an Albrecht Dürer. Tiefer Schmerz liegt über den acht Männern und Frauen aus der Passionsgeschichte, die der Künstler um den Sarkophag mit dem toten Christus gruppiert hat. Eine Inschrift verrät, dass das Grab 1501 vollendet worden ist. Allerdings wurde es erst 1827 mit einem farbigen Anstrich versehen.

Das Heilige Grab war schon über 100 Jahre alt, als es im Jahr 1607 nach Diedorf kam. Ursprünglich hatte es in einer Kapelle bei Eisenach gestanden. Doch während der Wirren der Reformationszeit war es vor den Bilderstürmern im Hainich versteckt und - vergessen worden. Die Legende berichtet, dass der Freiherr von Harstall das vergessene Grabmal bei der Jagd entdeckte und nach Diedorf brachte. 1728 wurde für das Grab eine eigene Kapelle gebaut, die bald zu einem viel besuchten Wallfahrtsort wurde. 1897 musste die Kapelle dem Neubau der Pfarrkirche weichen und das Heilige Grab fand seinen Platz im Inneren der Kirche, wo es noch heute steht.

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