Bistum weitet interreligiösen Dialog aus

Islambeauftragter Staudacher scheidet aus dem Amt, sein Nachfolger wird auch Kontakte zu anderen Religionen in Thüringen pflegen

Hubertus Staudacher bei einer Veranstaltung;Bild: Leander Brandstädt

Erfurt (BiP). Zum zweiten Mal verabschiedet das Bistum Erfurt Hubertus Staudacher in den Ruhestand. 2013 verließ der heute 70-Jährige den Kirchendienst als Leiter und Geschäftsführer des katholischen Bildungswerkes und der Bistumsakademie „Katholisches Forum“. Ende dieses Jahres beendet er seine Arbeit als Islambeauftragter, eine Tätigkeit, die Staudacher zwar mit bischöflicher Ernennung, aber ehrenamtlich ausgeübt hat.

Denn das gute Verhältnis zwischen Christen und Muslimen liegt dem Theologen schon lange am Herzen. Überhaupt verstand es Staudacher, die Angehörigen unterschiedlicher Religionen ins Gespräch zu bringen. So verdankt sich der 2015 gegründete interreligiöse Gesprächskreis „Religionen in Thüringen“, an dem sich Juden, Christen, Muslime und Bahai beteiligen, seiner Initiative. Als gemeinsame öffentliche Veranstaltung entstand daraus das „Interreligiöse Gedenken“, das bisher dreimal im Atrium der Erfurter Stadtwerke stattfand. Vor seiner Tätigkeit in der Bildungsarbeit und als Islambeauftragter arbeitete Hubertus Staudacher beim Leipziger St. Benno-Verlag, zuletzt als Cheflektor.

Die positiven Erfahrungen, die sich mit Staudachers Engagement verbinden, haben das Bistum Erfurt zu einer Ausweitung seiner Stelle veranlasst. Sein Nachfolger Eckehart Schmidt wird ab dem neuen Jahr hauptamtlich und nicht nur für Kontakte zu den islamischen Gemeinschaften tätig sein. Seine Beauftragung umfasst generell den interreligiösen Dialog.

Schmidt studierte in Freiburg Religionswissenschaften, historische Anthropologie und Psychologie und arbeitete dort als Akademischer Mitarbeiter an der Universität. Seit 2016 kümmert er sich im Fachbereich Caritas und Gesellschaft des Erfurter Seelsorgeamtes um die Flüchtlingsarbeit und die Weiterbildung von Flüchtlingshelfern und Integrationsbegleitern. Dass Schmidt über Arabischkenntnisse verfügt, wird ihm den Kontakt zu den Muslimen und ihren Gemeinden erleichtern.

Zunächst aber steht am Montag, 4. Dezember ein Empfang in der Erfurter Brunnenkirche zur Verabschiedung von Hubertus Staudacher an, zu dem Bischof Ulrich Neymeyr auch Vertreter des interreligiösen Gesprächskreises „Religionen in Thüringen“ eingeladen hat. Den Festvortrag zu Fragen des Dialogs zwischen Christen und Muslimen hält der Leiter des Fachbereichs „Dialog der Religionen“ im Erzbischöflichen Ordinariat München, Dr. Andreas Renz.