Liebe Interessierte am Katholischen Forum,
lassen Sie mich Ihren Blick auf einige Orte lenken, an die wir Sie zu unseren Formaten im Mai einladen: Im Gebäude „Weltbeziehungen“ diskutieren wir die Beziehungen zwischen Judentum und Islam – ein passender Ort, wie ich finde, angesichts der immer wieder gestellten Frage, ob Religionen eher zur Lösung oder zum Schüren von Konflikten beitragen. Wie Menschen von außen auf Erfurt, das „thüringische Rom“, blicken und wie die Stadt sie in ihrer literarischen Arbeit beeinflusst (hat), besprechen wir mit der aktuellen Erfurter Stadtschreiberin Lena Schätte und ihrem „Vorfahren“ Catalin Dorian Florescu, der 2010 Erfurter Stadtschreiber war. Dass der Kreuzgang des Erfurter Domes Gäste inspirieren kann, wird mir jährlich bei den Kreuzganggesprächen bestätigt. In diesem Sinn lade ich Sie herzlich an diese und die weiteren Orte ein, an denen wir im Mai mit Ihnen ins Gespräch kommen möchten!
Ihr Niklas Wagner
|
|
|
Laufend bis Sonntag, 24. Mai 2026
"Gib mir zu trinken"
Ausstellung Aus Salvador Dalís (1904-1989) Zyklus zur Biblia Sacra werden 17 Farblithographien gezeigt. Dalí hat den einzelnen Bildern keine Titel gegeben - das macht die Zuordnung teils schwierig, aber auch spannend. Sie sind eingeladen, Ihre eigenen Gedanken schweifen und sich von Dalís „Explosionen“ der Farben und versteckten Details inspirieren zu lassen. Als Hilfe hierzu finden Sie in der Ausstellung ein Begleitheft mit Texten zu den ausgestellten Bildern. Am Pfingstsonntag, 24.05., findet um 14.30 Uhr eine Finissage mit dem Kurator Dr. Herbert Specht statt.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Samstag: 16.30-18.30 Uhr Mittwoch und Sonntag: 10-12.30 Uhr Freitag: 20-21.30 Uhr Oder nach Vereinbarung (erfurt@augustiner.de) Erfurt, Brunnenkirche, Fischersand 24 In Kooperation mit dem Augustinerkonvent "St. Martin von Tours" Erfurt
Mittwoch, 6. Mai 2026, 19.30 Uhr
Weniger Empörung, mehr...?
Dritter Abend der Kreuzganggespräche 2026: „weniger: mehr wert“
Jahrzehntelang galt: Alles wird immer besser – doch dieses Versprechen unaufhörlichen Wachstums und permanenter Steigerung nimmt lebenszerstörerische Züge an. Verzicht ist gefragt. Aber Verzicht ist ein Reizwort: Wer möchte freiwillig etwas aufgeben, möglicherweise gar etwas, worauf man einen Anspruch zu haben glaubt? Da sind Abwehrhaltung, Ärger und Wut fast schon vorprogrammiert. Die Kreuzganggespräche 2026 kehren die Perspektive um: Wann führt ein Weniger zu einem Mehrwert? Was gewinnen wir durch weniger Konsum? Was durch weniger Abwertung? Was durch weniger Empörung?
Referentin: Prof. Dr. Hanna Klimpe, Kommunikationswissenschaftlerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg)
Erfurt, Hörsaal Coelicum, Zugang über "Totentreppe" (Domplatz, Ecke Domstraße)
In Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt
Montag, 11. Mai 2026, 19.00 Uhr
Rechtspopulistische Sprache und ihre gesellschaftliche Wirkung
Vortrag und Diskussion
Wie versuchen (extrem) rechte Gruppierungen, Anschluss in der Mitte der Gesellschaft zu finden? Wie kommunizieren sie ihre Inhalte, und welche Sprache nutzen sie dafür? Dr. Cynthia Freund-Möller geht in ihrem Vortrag auf diese Themen ein und erklärt anhand rechter und rechtsextremer Memes und Sticker, wie Motive und Narrative aus anderen politischen Kontexten gezielt aufgegriffen und umgedeutet werden. Ziel dieser Strategie ist es, rechtes und rechtsextremes Gedankengut im politischen Diskurs zu normalisieren und so in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.
Referentin: Dr. Cynthia Freund-Möller, Wissenschaftliche Referentin am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ)
Jena, Gemeindehaus „Gabriel Henry“, Wagnergasse 29-30 In Kooperation mit dem Kontaktkreis Migration der katholischen Pfarrgemeinde Jena, der Caritas in Jena und dem Bildungswerk im Bistum Erfurt e.V.
Montag, 18. Mai 2026, 16.15 Uhr
"Ohne Judentum kein Islam"„Unter vielen heutigen Muslimen hat sich einen negative Großerzählung über Jüdinnen und Juden etabliert. Woher stammt diese Erzählung? Wie konnte sie sich durchsetzen? Und vor allem: Wie lässt sie sich irritieren – und durch eine alternative, projüdische Großerzählung ersetzen?“ Diese Fragen stellt Mouhanad Khorchide am Beginn seines Buches. Der islamische Theologe stellt dar, welche Koranstellen und theologischen Überlegungen zu einem muslimischen Antisemitismus beitragen. Er entdeckt aber auch das Judentum als Ursprung und Quelle des Islams und fragt sich, was diese Feststellung für eine palästinensische Identität bedeutet.
Referent: Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Religionspädagogik und Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster Erfurt, Universität, Forschungsbau „Weltbeziehungen“, Max-Weber-Allee 3 In Kooperation mit dem Bildungswerk im Bistum Erfurt e.V. und dem Theologischen Forschungskolleg t³ „Theologie – Tradition – Transformation“
Mittwoch, 27. Mai 2026, 18.00 Uhr
Friedhöfe im KlimawandelThematische Führung über den Erfurter Hauptfriedhof Der Erfurter Hauptfriedhof ist wie eine Parkanlage gestaltet, der neben seiner Funktion als Begräbnisstätte gewissermaßen nebenbei auch eine „grüne Lunge“ der Stadt darstellt. Der Klimawandel stellt ihn vor Herausforderungen. So muss bei der Bepflanzung beispielsweise berücksichtigt werden, welche Pflanzen die zunehmenden Extremwetterlagen gut verkraften.
Welche Spuren hat der Klimawandel bisher schon auf dem Hauptfriedhof hinterlassen? Und wie reagiert man am besten darauf? Diesen Fragen widmen wir unsere traditionelle Führung über den Erfurter Hauptfriedhof.
Erfurt, Hauptfriedhof, Binderslebener Landstraße 75
In Kooperation mit dem Garten- und Friedhofsamt der Stadt Erfurt und der Evangelischen Stadtakademie „Meister Eckhart“
Donnerstag, 28. Mai 2026, 18.30 Uhr
„Zwei Autor:innen – zwei Orte – eine Stadt“ – Erfurter Stadtschreiber:innen im GesprächLena Schätte ist Erfurter Stadtschreiberin 2026. Zu ihren „Vorfahren“ in dieser Rolle gehört Catalin Dorian Florescu, der 2010 Erfurter Stadtschreiber war. Was bedeutet beiden diese Rolle? Was inspiriert sie zum Schreiben? Und welchen Niederschlag findet die Stadt Erfurt in ihren Werken? Darüber und über weitere Fragen kommen Lena Schätte und Catalin Dorian Florescu miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch, moderiert von Galina Haak, der Programmleiterin Literatur der Erfurter Herbstlese, und Niklas Wagner, dem Leiter des Katholischen Forums im Land Thüringen.
Ebenso lesen sie aus ihren aktuellen Werken: Lena Schätte aus ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“, Catalin Dorian Florescu aus seinem Buch „Matei entdeckt die Freiheit“. Beide Werke zeichnen literarisch nach, was passieren kann, wenn die Vergangenheit die Gegenwart einholt.
Bewusst findet die Veranstaltung an zwei Orten statt: zunächst beispielhaft für das von Kirchtürmen geprägte Erfurter Stadtbild in der Kirche St. Wigbert, dann im Kultur: Haus Dacheröden mit seiner kulturell reichen Geschichte und Gegenwart.
Eintritt: 10 € im Vorverkauf (8 € ermäßigt), 13 € (11 € ermäßigt) an der Abendkasse. Karten erhältlich unter www.herbstlese.de oder unter (0361) 644 123 75.
Erfurt, St. Wigbert, Regierungsstraße 74 (dort Beginn); Kultur: Haus Dacheröden, Anger 37 In Kooperation mit der Erfurter Herbstlese
|
|
|