Neubau der Bergschule in Leinefelde


Bergschule St. Elisabeth - Gymnasium

Das Gymnasium Bergschule St. Elisabeth nahm im August 1991 seinen Schulbetrieb auf. Es steht in der Tradition einer Schule, die die Heiligenstädter Schulschwestern bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten betrieben hatten. In der DDR war der Schulbetrieb für den Orden einzig auf die Erzieherausbildung beschränkt.


1995 erhielt die Bergschule ihre staatliche Anerkennung als katholisches Gymnasium. Im gleichen Jahr wurde ein Neubau samt einer Sporthalle eingeweiht. Als Schulträger fungierte die „Gesellschaft für christliche Schulen mbH“, deren Gesellschafter das heutige Bistum Erfurt, die Heiligenstädter Schulschwestern sowie der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden in Heiligenstadt waren. Seit 2019 ist das Bistum Erfurt alleiniger Träger der Schule, deren Gebäude aber im Besitz der Schulschwestern blieben.

Das katholische Gymnasium entwickelte sich schnell zu einer festen Größe in der Schullandschaft des Eichsfeldes und zählt mit aktuell rund 600Schülerinnen und Schülern und über 60 Lehrkräften zu den größeren Gymnasien in Thüringen. Sein Einzugsbereich geht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Eltern und Schüler schätzen das Profil einer katholischen Schule, deren Bildungs- und Erziehungs-maßstäbe sich am christlichen Menschenbild und den daraus resultierenden Werten orientieren. Die Schule steht selbstverständlich allen offen, unabhängig von Konfession und Weltanschauung.

Seit Ende 2019 gibt es im Bistum Erfurt Pläne, die Bergschule weiterzuentwickeln und um eine Regelschule zu erweitern. Dieses Projekt soll jetzt in der Stadt Leinefelde-Worbis realisiert werden, da sich in Heilbad Heiligenstadt kein passender Bauplatz für einen Neubau gefunden hat. An dem dann entstehenden Katholischen Schulzentrum Neue Bergschule, das zum Schuljahr 2025/26 öffnen soll, werden im Vollbetrieb 1.080 Schülerinnen und Schüler von 104 Lehrkräften unterrichtet werden.



Fragen und Antworten zum Neubau der Bergschule St. Elisabeth (FAQ)

Stand: 11. April 2022

Das Bistum Erfurt als Schulträger möchte die Bergschule an einem neuen Standort weiterentwickeln und um einen zweizügigen Regelschulteil erweitern.

Für viele Eltern und Schüler*innen ist beim Wechsel nach der Grundschule noch nicht klar, welche Schulart die richtige ist: das Gymnasium oder die Regelschule. Die Neue Bergschule als Katholisches Schulzentrum aus Regelschule und Gymnasium bietet einen hohen Grad von Durchlässigkeit. Bei einem Wechsel der Schulform müsste ein/e Schüler/in nicht die gewohnte Schule verlassen. Außerdem ermöglicht die Neue Bergschule alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse unter einem Dach.

Die Schule am Friedensplatz hat zu wenige Klassenräume im Alt- und Neubau, daher sind zusätzliche Räume im Storm-Haus außerhalb des Schulgeländes angemietet. Zahlreiche Räume sind im Verhältnis zur Schülerzahl erheblich zu klein und ungünstig geschnitten. Das Lehrerzimmer ist für das Kollegium definitiv zu klein. Der Flur muss als Erweiterung des Lehrerzimmers mitgenutzt werden. Einzelarbeitsplätze für Lehrer sowie Beratungsräume fehlen.
Unter diesen Voraussetzungen (allein schon für das Gymnasium sind die jetzt genutzten Räumlichkeiten viel zu klein und außerdem stark sanierungsbedürftig) kann sich die Bergschule am Friedensplatz nicht weiterentwickeln. Eine Erweiterung um einen zweizügigen Regelschulteil ist ausgeschlossen.

Das Bistum Erfurt hat über zwei Jahre einen Standort in Heiligenstadt gesucht. Gegen den einzig in Frage kommenden Standort Iberg gab es massive Proteste. Die Stadt Heiligenstadt hat in einem Brief an den Bischof das Bistum Erfurt gebeten, von dem Standort „Unterm Iberg“ Abstand zu nehmen, weil sie weder eine Mehrheit noch einen positiven Beschluss des Stadtrates für diesen Standort in Aussicht stellen könne. Alle weiteren von der Stadt angebotenen Standorte sind für einen Schulneubau ungeeignet.

Das Bistum hat die Standorte Friedensplatz, Hohes Rott, Alter Stadtweg, Iberg, Am Eselstieg, Krankenhaus, Aegidienstraße, Nadelfabrik (Bahnhofstraße) und Bekleidungsfabrik gründlich geprüft. Von diesen ist einzig der Standort Iberg in die engere Wahl gekommen.


Nein. Im Oktober 2021 bot Bürgermeister Marko Grosa an, in Leinefelde einen Alternativstandort zu suchen. Das Bistum lehnte ab, weil es sich in Verhandlungen mit der Stadt Heiligenstadt befand. Erst Anfang Februar 2022, als sich abzeichnete, dass es schwierig werden würde, in Heiligenstadt einen geeigneten Standort zu finden, fand ein erster und Anfang März ein zweiter Ortstermin in Leinefelde statt, bei welchem dem Bistum mehrere baureife Grundstücke angeboten wurden.

Eine Standortverlagerung um 20 Kilometer und ohne die Region zu verlassen bedeutet keinen Traditionsabbruch. Das Katholische Schulzentrum Neue Bergschule möchte einerseits ihre bisherigen Schüler*innen „mitnehmen“, andererseits wird es mit seinem katholischen Profil auch neue Schüler*innen gewinnen. Somit bleibt katholische Schulbildung im Eichsfeld nicht nur erhalten, sie wird auch weiterentwickelt und ausgebaut.

Der Schulneubau wird im Wesentlichen aus Rücklagen des Bistums Erfurt finanziert. Hinzukommen möglicherweise weitere Fördermittel. Gegenwärtig geht das Bistum Erfurt von ca. 40 Mio. Euro Baukosten aus.

Mit der Rücknahme des von der Stadt Heiligenstadt selbst vorgeschlagenen Standorts  Iberg  Anfang März 2022 gab es für den Neubau der Bergschule in Heiligenstadt keinen geeigneten Bauplatz mehr. Von den Optionen, die Schule entweder zu schließen oder in Leinefelde zu bauen, hat sich das Bistum für den Neubau in Leinefelde entschieden. Auch wenn der Bau  am Iberg erheblich höhere Kosten verursacht und das Bistum diese getragen hätte, war dies nicht der Grund für den Ortswechsel.
Natürlich ist das Bistum als Bauherr auch froh, dass in Leinefelde aufgrund der ebenen Bebauung und möglichen Mitnutzung der vorhandenen Sportflächen in der Nähe zu geringeren Kosten zu bauen ist. In seiner Verantwortung für die Kirchenmitglieder und den Steuergeldern muss das Bistum Erfurt auch seine finanzielle Leistungsfähigkeit bedenken, die in den kommenden Jahren deutlich sinken wird.

Die Schule soll spätestens zum Schuljahresbeginn 2025/26 mit dem Unterricht in den neuen Räumen beginnen.

Alle bisherigen Schüler*innen und so auch alle Schüler*innen aus Heiligenstadt und Umgebung können das Katholische Schulzentrum Neue Bergschule in Leinefelde ab 2025/26 weiter besuchen und dort ihren Schulabschluss ablegen.


Der Schulleitung sowie den Verantwortlichen im Bistum ist bewusst, dass gerade die Schüler*innen aus dem Raum westlich von Heiligenstadt von der Standortverlagerung besonders betroffen sind. Hier wird in Zusammenarbeit von Bistum, Schule, Behörden und Verkehrsbetrieben nach einer Lösung gesucht, die ab August 2025 greifen kann.

Inzwischen (Stand 10. Mai 22) wurden mit der Stadt Leinefelde (Bauamt und Stadtplanung) Gespräche geführt, ein Gespräch im Beisein eines Vertreters von EW-BUS (für die Organisation der Schülerbeförderung zuständig)

Eltern können ihre Kinder schon jetzt und jederzeit in der Bergschule anmelden. Die Schüler*innen machen im Sommer 2025 den Umzug zum neuen Standort mit. Die Schüleraufnahme für den Regelschulteil wird noch am alten Standort voraussichtlich ab dem Schuljahr 2023/24 mit der Klassenstufe 5 zunächst einzügig beginnen.

Der aktuelle Schulnetzplan für den Landkreis Eichsfeld 2020/21 – 2030/31 ist aufgrund verschiedener Entwicklungen überarbeitungsbedürftig. Bis zur Eröffnung des Katholischen Schulzentrums Neue Bergschule am Standort Leinefelde ist noch genügend Zeit, diesen Plan zu überarbeiten und neu auszurichten. Das Katholische Schulzentrum Neue Bergschule wird auch in Leinefelde seine Aufgaben innerhalb der Schulnetzplanung erfüllen.


Zunächst werden die notwendigen Gespräche und Verhandlungen mit der Stadt Leinefelde-Worbis geführt. Ziel ist es, möglichst rasch Baurecht am vorgesehenen Standort zu erlangen.