INTERRELIGIÖSER DIALOG

Der interreligiöse Dialog umfasst die Begegnung und den Austausch mit Menschen anderer Religionen. Das 2. Vatikanische Konzil hat 1965 angesichts des immer engeren Zusammenwachsens der Welt in der Erklärung Nostra Aetate dazu aufgerufen, das „Gespräch und die Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen“ zu suchen.

So sind alle Völker eine Gemeinschaft und alle Menschen sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen worden. Auf dieser Grundlage erklärt das Konzil: "Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in [...] Religionen wahr und heilig ist."

Die Offenheit und Bereitschaft zum Dialog mit Menschen aus anderen Religionen und Kulturen ist darum eine wichtige Tugend, die auch in unserem Bistum gepflegt wird. Das Bistum Erfurt ist in mehreren interreligiösen Gesprächskreisen vertreten und steht in Kontakt mit den verschiedenen Religionsgemeinschaften.


Landesweiter Gesprächskreis

Mit dem interreligiösen Gesprächskreis "Religionen in Thüringen" wurde 2015 ein Forum geschaffen, in dem Repräsentanten des Judentums, des Christentums, des Islam und der Bahá’í gleichberechtigt vertreten sind. Eine Beteiligung weiterer Religionen ist grundsätzlich denkbar.

Im Vordergrund steht nicht die Diskussion der Wahrheitsfrage, sondern die Wahrnehmung des „Anderen“ in seiner Beziehung zu Gott und in seinem Verhältnis zur Welt.

www.religionen-in-thueringen.de

Interreligiöser Dialog auf der Bundesgartenschau 2021

In Erfurt findet vom 23. April bis 10. Oktober 2021 die Bundesgartenschau statt. Jeder Sonntagnachmittag steht dabei im Zeichen des interreligiösen Dialogs: Um 15 Uhr findet im Kirchenpavillon die "Gebetszeit der Religionen" statt. Anschließend, um 15.30 Uhr, beginnt an der daneben stehenden Tafel der Begegnung die "Begegnungszeit der Religionen und Kulturen". Hier gibt es kurze Vorträge, Mitmachangebote und Gesprächsrunden, die einen Einblick in andere Religionen bieten. Das Thema wechselt wöchentlich: Es können auch weiterhin neue Ideen und Themenvorschläge eingebracht werden. Wenden Sie sich dazu bitte an Eckehart Schmidt!

KAMPAGNE „#beziehungsweise: jüdisch und christlich - näher als du denkst“

Die ökumenisch verantwortete Kampagne „#beziehungsweise –jüdisch und christlich: näher als du denkst“ möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland (bzw. 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen).

Aktuell finden wir uns in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.

In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz

Ansprechpartner

für interreligiöse Fragestellungen und Weiterbildungen:

Eckehart Schmidt
E-Mail:    eschmidt@bistum-erfurt.de
Telefon:  0361  65 72 - 377