Fasten hoch 3


BLICKKONTAKT
Begegnungen in der Fastenzeit 2021

 

Ein Blick ist eine Kontaktaufnahme. Blicke schaffen eine Verbindung zwischen Menschen, eröffnen den Raum für Austausch und Gespräch. Ein (An-)Blick ist keine Einbahnstraße, sondern entsteht im Austausch entgegengesetzter Blickrichtungen. Blicke sind vielsagend. Sie können Positives wie Negatives ausdrücken. Sie sind wie eine Momentaufnahme, in der kostbare Erinnerungen entstehen können.

Durch die Fastenzeit hindurch gibt es Impulse und Anregungen, die dazu einladen, den Blick zu sich selbst, zu anderen und zu Gott neu zu wagen.
Euer Fasten3-Team
Floriane Thorak, Paula Greiner-Bär, Markus Schnauß und Sarah Lamprecht

 

Wochenthemen:

Auf den ersten Blick
Der Blick in den Spiegel
Der Blick zu dir
Neue Blickrichtung
Den Blick weiten
Mehrblick
Angeblickt
Lichtblick

Newsletter

Anmeldung zum Fasten3-Newsletter:

Broschüre

Broschüre als Download (pdf)

Broschüre bestellen:
erwachsenenseelsorge@bistum-erfurt.de
0361  65 72 - 314


Grafik Brille

LICHTBLICK

Ostern | 04. April 2021

Der Tod Jesu am Kreuz ist eine Enttäuschung. Alles scheint sinnlos geworden zu sein und es gibt keine Hoffnung mehr. Doch 3 Tage später: ein Lichtblick. Auch ich komme immer wieder in Situationen, wo alles
ausweglos erscheint.

Woher kommt mir dann ein Lichtblick?
Wer oder was ist für mich zum Lichtblick geworden?

FÜR MICH

Jesus, der Auferstandene ...
... besiegt den Tod
... wird verkündet
... schenkt Hoffnung
... teilt Gemeinschaft
... bringt Heil
... bietet Vertrauen
... ist Zuversicht
... ist das Licht der Welt

MIT ANDEREN

Der österliche Blick.

Anregung:
Mit den verschiedenen Brillen aus Woche eins blicke ich auf die Fastenzeit und Ostern, mit der Auferstehung, zurück.
Wen hatte ich in dieser Zeit im Blick? Hat sich mein „Sehvermögen“ verändert? Wenn ich heute in den Spiegel schaue – was sehe ich? Hatte ich Blickkontakt mit Gott?

Wie würde die österliche Brille jetzt aussehen? Ist es eine, durch die ich auch in der Fastenzeit einen Blick geworfen habe oder würde ich eine neue Brille entwerfen?

Joh 8,12

IM GEBET

Ich, Mensch
meine Augen
geöffnet durch dein Licht

Ich, Mensch
mein Mund
geöffnet durch dein Licht

Ich, Mensch
meine Hände
geöffnet durch dein Licht

Ich, Mensch
mein Herz
geöffnet durch dein Licht

Geöffnetes Grab mit Lichtschein

Grafik zwei Hände mit Puzzleteil

ANGEBLICKT

Karwoche | 29. März bis 3. April 2021


In der Karwoche rückt das Kreuz immer mehr in den Blick. Manchmal fällt es gar nicht so leicht, den nackten, gekrümmten und leblosen Körper am Kreuz direkt anzublicken. Ein anderes Mal nehme ich Jesus am Kreuz vielleicht gar nicht mehr richtig wahr, weil es schon fast alltäglich geworden ist, dass er für mich am Kreuz gestorben ist.

Fühle ich mit Jesus, wie er am Kreuz hängt?

FÜR MICH

Jesus am Kreuz ...
... wird verraten
... wird bespuckt
... wird durchbohrt
... wird verlacht
... wird verachtet
... wird verspottet
... wird verleugnet
... wird alleingelassen
... wird getötet

MIT ANDEREN

Das Kreuz sehen lernen.

Anregung für Gruppen:
Sucht in eurer Kirche oder in einer, in die ihr in dieser Woche kommt, Kreuzesdarstellungen.
Was seht Ihr? Ist das Kreuz verhüllt oder ist es komplett sichtbar?
Hat das Kreuz einen Korpus? Welchen Gesichtsausdruck hat Jesus am Kreuz?
Tauscht euch über Gedanken und Gefühle aus, die euch beim Betrachten des Kreuzes kommen.

Druckvorlage Kreuzwegandacht (pdf)

Joh 19,26-27b

IM GEBET

Du, Jesus
im Angesicht geschunden
verworfen am Kreuz

Du, Jesus
im Anblick entblößt
verworfen am Kreuz

Du, Jesus
im Blick erblichen
verworfen am Kreuz

Du, Jesus
im Wegschauen getötet
verworfen am Kreuz

Ich, Mensch
im Anblick geliebt
erlöst durch das Kreuz

Dornenkrone, Nägel und Hammer

Grafik zwei Hände mit Puzzleteil

MEHRBLICK

Woche 6 | 22. März bis 28. März 2021


Begabungen und Talente von Menschen sind ganz unterschiedlich. Jede/r ist mit den eigenen speziellen Fähigkeiten wichtig und nützlich. Wenn ein Teil fehlt, ist das Ganze geschwächt. Ein Talent ist dazu da, dass ich es gebrauche, nicht, dass ich es verstecke.

Sehe ich manchmal meine eigenen Talente nicht? Oder schaue ich neidisch auf die Begabungen anderer? Können mir andere dabei helfen, meine Talente zu entdecken und zu gebrauchen?

FÜR MICH

Meine Talente  ...
... werden gebraucht    ... verberge ich
... bereichern                ... engen ein
... fördere ich                ... verdränge ich
... sind mir geschenkt   ... zeigen mir Grenzen
... sind ein Segen         ... überfordern

Meine Talente setze ich ein ...
... für mich
... für dich
... für die Gemeinschaft

Für heute schaue ich auf meine Talente. Worin bin ich besonders gut? Was fällt mir nicht so leicht? Wo setze ich meine Fähigkeiten für andere ein?

MIT ANDEREN

Ein Puzzle: "Ich" und "Wir" gehören zusammen.

Anregung für Gruppen:
Jede/r erhält ein Puzzleteil mit dem eigenen Namen drauf und schreibt die wichtigsten Talente für die Gemeinschaft auf.
Andere ergänzen die Stichpunkte. Am Ende wird das gesamte Puzzle an einem geeigneten Ort aufgehangen oder alle erhalten eine Kopie davon.

Druckvorlage Puzzle (pdf)

Eph 1,18

IM GEBET

Talente
Augen sehen
und nehmen sie wahr

Talente
Augen erkennen
und verstehen sie

Talente
Augen nutzen
und stärken sie

Mädchen mit Schatten einer Ballettänzerin

Grafik drei Augen

DEN BLICK WEITEN

Woche 5 | 15. März bis 21. März 2021


In den verschiedenen Bereichen des Lebens bin ich Teil einer Gruppe oder Gemeinschaft. Das betrifft den privaten, wie auch den beruflichen, gesellschaftlichen oder religiösen Alltag. Verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Ansichten kommen dort zusammen.

Wie geht es mir als eine/r unter Vielen?

FÜR MICH

In einer Gemeinschaft fühle ich mich  ...
... willkommen           ... ausgeschlossen
... gefragt                  ... ausgenutzt
... verantwortlich       ... zwangsverpflichtet
... ernst genommen   ... missverstanden
... geschätzt              ... unbeachtet

Ich engagiere mich ...
... für mich
... für dich
... für die Gemeinschaft

Für heute hebe ich meinen Kopf und schaue mich um. Wo bin ich eine/ einer unter Vielen? Wo kommt es nur auf mich an? In welchen Momenten sollte die Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen?

MIT ANDEREN

Gemeinsam Mahl halten.

Anregung für Gruppen:
Nirgends sonst wird in der Bibel und auch in unserem Alltag das Leben in Gemeinschaft so geteilt, wie beim gemeinsamen Essen. Hier findet sich Nahrung für Leib und Seele.

Bereitet in der Familie oder im Freundeskreis ein gemeinsames Mahl vor, bei dem jeder Gast einen Beitrag für alle leistet: Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise, Getränke, Blumen, Tischgebet.

Jede/r überlegt sich zudem eine persönliche Begebenheit, die zum Thema "Individualität in / und Gemeinschaft" passt. Wie unterschiedlich erlebt ihr die Rolle des Einzelnen in der Gemeinschaft?

Jes 43,3

IM GEBET

Ich sehe dich,
du bist für mich da.
Das tut gut.
Du weißt es nicht.

Ich sehe dich,
dein Lachen steckt an.
Das gibt Kraft.
Du weißt es nicht.

Ich sehe dich,
in deiner Nähe spüre ich
Wärme und Geborgenheit.
Das ist wohltuend.
Du weißt es nicht.

Du wüsstest es,
wenn ich es dir ab und zu sagen würde.

Drei Generationen Großvater, Vater und Enkel

Grafik zwei Hände berühren sich

NEUE BLICKRICHTUNG

Woche 4 | 8. März bis 14. März 2021


In bestimmten Situationen braucht es eine helfende Hand. Hinsehen und erkennen, wo Hilfe gebraucht wird, ist dabei aber oft gar nicht so einfach. Dann kann eine neue Blickrichtung und andere Perspektive manchmal dienlich sein. Hilfe und Helfen ist etwas, was mich genauso angeht, wie meinen Nächsten. Das eine Mal kann ich jemandem helfen, ein anderes Mal brauche ich vielleicht selbst Hilfe.

Kann ich diese Hilfe annehmen oder fällt es mir schwer?

FÜR MICH

Wenn mir Hilfe angeboten wird, bin ich ...
... dankbar            ... genervt
... erleichtert         ... überfordert
... beruhigt            ... verunsichert
... begeistert         ... skeptisch
... wertschätzend  ... zurückweisend

Hilfe ...
... brauche ich
... kann ich anderen geben
... kommt von Gott

Für heute nehme ich Hilfe an. Wer bietet mir Hilfe an?
Ist es selbstverständlich für mich, dass andere etwas für mich tun?
Wie dankbar bin ich für die Unterstützung?

MIT ANDEREN

Zeit nehmen für Unterstützung und Hilfe.

Anregung:
Auf einem Stück Papier oder im Smartphone erstelle ich mir eine Tabelle mit zwei Spalten:

"Ich habe Hilfe erfahren und mich dankbar gezeigt."

"Jemand hat mich unterstützt und ich habe es als selbstverständlich angesehen."

Nach jeder Begegnung des Tages ergänze ich unter der jeweiligen Spalte eigene Stichpunkte.

Anregung für Gruppen:
Erzählt euch von den Erfahrungen, die ihr in dieser Woche gesammelt habt. Dann sammelt gemeinsam 10 Dinge, die von Dankbarkeit ablenken können und 10 Dinge, für die ihr dankbar seid.

Ps 121,1

IM GEBET

Meine Augen sind dankbar,
wenn du mich ansiehst.

Meine Augen sich erleichert,
wenn den Blick auf meine Sorgen richtest.

Meine Augen sind bestärkt,
wenn dein Blick mir Mut macht.

Großmutter und Enkel

DER BLICK ZU DIR

Woche 3 | 1. März bis 7. März 2021


ICH & du     ich & du     ich & DU
Zwischen dem "du" und "ich": da gibt es so viel zu sagen und beides steht in einem Verhältnis zueinandern – jeden Tag, immer wieder neu.

Wie sieht mein Verhältnis zum Gegenüber, zu dir, aus?

FÜR MICH

du und ich:
Da ist ...

... Vertrauen         ... Lüge
... Wohlwollen      ... Neid
... Harmonie         ... Streit
... Geborgenheit   ... Unsicherheit
... Nächstenliebe  ... Egoismus

Der Blick richtet sich ...
... auf mich
... auf dich
... auf uns beide zusammen

Für heute blicke ich auch dich.
Wie begegne ich dir? Begegnest du mir genauso?
Was möchte ich an unserer Begegnung ändern?

MIT ANDEREN

Eine andere Rolle einnehmen.

Anregung für Gruppen:
Lest das Gleichnis vom barmherzigen Samariter Lk 10,30–35 und nehmt bewusst je einen Tag der Woche eine andere Perspektive ein.

Einen Tag lang betrachte ich:

... alle Erlebnisse und Begegnungen des Tages aus der Perspektive des Priesters/ Gesetzeslehrers und gehe abwesend durch den Tag.

... alle Erlebnisse und Begegnungen des Tages in der Rolle des Samariters und begegne allem mit besonderer Beachtung und Nächstenliebe.

Gen 18,1-3

IM GEBET

Mit meinen Augen
kann ich andere leicht übersehen.
Gott segne sie, damit ich offen auf meine
Mitmenschen zugehe.

Mit meinen Augen
kann ich mich verschließen
für die Not in der Welt.
Gott segne sie,
damit meine Augen hinsehen
und ich beginne zu handeln.

Mit meinen Augen
kann ich den Blick leicht von
anderen abwenden.
Gott segne sie,
damit mein Blick anderen
Liebe schenkt.


DER BLICK IN DEN SPIEGEL

Woche 2 | 22. Februar bis 28. Februar 2021


Der Blick in den Spiegel kann ganz unterschiedliche Emotionen auslösen: Unbehagen, weil etwas nicht stimmt oder Scham, weil ich Spott erfahre. Ich kann aber auch Wärme und Zuneigung sehen, weil mir jemand Mut macht oder mich zum Lächeln bringt.

Was nehme ich im Spiegel wahr?
Betrachte ich mich "ehrlich" oder "höflich"?

FÜR MICH

Ich sehe ...
... ein Lächeln              ... Tränen
... strahlende Augen    ... Augenringe
... Lachfalten                ... Narben
... Zufriedenheit           ... Enttäuschungen
... Lebensfreude          ... Selbstzweifel

Das Spiegelbild zeigt mir...
... wie ich bin
... wie ich sein möchte
... was sich dahinter verbirgt

Für heute schaue ich in den Spiegel und sehe mich an. Was sehe ich? Was möchte ich nicht sehen? Was würde ich gerne mal wieder sehen?

MIT ANDEREN

Schau dich doch mal an!

Meditation: 

Ein Gesicht. Oder zwei?
Licht und Schatten - Offensichtliches und Verborgenes. Das, was sofort ins Auge springt und das, was sich nur bei genauerem Hinsehen und manchmal vielleicht nicht einmal dann zeigt. Meine Sicht auf mich, deine Wahrnehmung von mir. Deckungsgleich?
Ein Gesicht. Oder zwei?

Anregung für Gruppen:
Lest gemeinsam die Bildbetrachtung zum "Gesicht".
Dann schreibt jede/r für sich auf die eine Gesichtshälfte:
"Wie sehe ich mich?" "Wie sehen die anderen mich?"
Im Anschluss werden die "Gesichter" getauscht und der/die andere schreibt auf die andere Hälfte Eigenschaften hinzu oder streicht und ergänzt Stichpunkte.

1 Kor 13,12

IM GEBET

Augen
sie schauen mich an
musternder Blick
Sorgenfalten?
Ein Lächeln?

Augen
sie schauen mich an
fragender Blick
Enttäuscht?
Sehnsuchtsvoll?

Augen
sie schauen mich an
liebevoller Blick
Meine Augen im Spiegel
Gottes Augen im Herzen


AUF DEN ERSTEN BLICK

Woche 1 | 17. Februar bis 21. Februar 2021


Mit meinen Augen nehme ich viele Eindrücke, Bilder und Menschen wahr. Blicke treffen sich, werden getauscht und mein Blick kreuzt sich mit dem eines/r anderen.

Was nehme ich in diesem Augenblick wahr?
Sehe ich nur mich? Sehe ich nur dich?
Oder sehe ich viel mehr in diesem einen Moment?

FÜR MICH

Blicke können...
...verunsichern   ...bestärken
...einengen        ...befreien
...bloßstellen      ...ermutigen
...verletzen        ...trösten
...töten              ...heilen

Blicke können etwas bewirken und verändern...
...in mir
...in dir
...in meiner Beziehung zu Gott

Für heute nehme ich wahr, was sich in meinem Blickfeld abspielt.
Wen sehe ich? Kreuzen sich unsere Blicke? Ändert sich etwas in mir?

MIT ANDEREN

Mit verschiedenen Sichtweisen durch die Fastenzeit.

Anregung: Durch welche Brille schaue ich heute oder habe ich den heutigen Tag betrachtet? Ich "setze" mir die verschiedenen Brillen auf und reflektiere am Ende des Tages meine Eindrücke.

Rosarote Brille: Welche wunderbaren Dinge erlebe ich?
Graue Brille: Wie sieht mein normaler Alltag aus?
Schwarze Brille: Wo sehe ich schwarz?
Grüne Brille: Welche Hoffnungsmomentee gibt es?
Kreuzbrille: Wie würde ich die Welt mit Gottes Augen sehen?

Anregung für Gruppen:
Nehmt die Druckvorlage zu den Brillen zur Hand und verteilt die ausgeschnittenen Brillen in eurer Gruppe.
Was seht ihr durch die verschiedenen Brillen? Was bewirken die unterschiedlichen Sichtweisen bei jedem/r einzelnen?

Joh 9,10

IM GEBET

Mit offenen Augen
Mit wachsamem Blick
Mich erkennen
Wunder entdecken

Mit treuen Augen
Mit liebendem Blick
Dich erkennen
Wunder entdecken

Mit suchenden Augen
Mit fragendem Blick
Gott erkennen
Wunder entdecken


Bilder und Grafiken: shutterstock