Der Synodale Weg

Am 1. Dezember 2019, dem 1. Adventssonntag, startete der Synodale Weg in der katholischen Kirche in Deutschland. Der Begriff „Synode“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet: gemeinsamer (syn) Weg (hodos).

Der Synodale Weg ist ein Gesprächsprozess innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland. Er soll der Aufarbeitung von Fragen dienen, die sich im Herbst 2018 nach der Veröffentlichung der MHG-Studie über sexuellen Missbrauch in der Kirche ergeben haben. Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken verantworten gemeinsam diesen Prozess, der auf zwei Jahre angelegt ist und am 1. Dezember 2019 eröffnet wurde. www.synodalerweg.de

Mitglieder der Synodalversammlung www.synodalerweg.de

Gelungener Zwischenschritt auf dem Synodalen Weg

Regionalkonferenzen erwiesen sich als förderlich – Neue Texte von Prof. Julia Knop.
Nach den Regionalkonferenzen am 4. September 2020.

Eigentlich war für Anfang September 2020 die zweite Vollversammlung des Synodalen Wegs geplant. Die erste Versammlung dieser Art hatte zu Jahresbeginn in Frankfurt am Main getagt. Da ging es um formale Fragen der Satzung und Geschäftsordnung und um eine erste Verständigung über die Themen und die Perspektive der Beteiligten. Im Anschluss daran formierten sich vier sogenannte „Foren“: Arbeitsgruppen, die zu den vier Themenfeldern des Synodalen Wegs (Macht und Gewaltenteilung, Priesterliche Existenz, Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche, Leben in gelingenden Beziehungen) Überlegungen anstellen und Voten und Beschlussvorlagen entwickeln sollen. Im September sollten also in einer zweiten Vollversammlung die ersten Texte in erster Lesung diskutiert werden.

Kurze Fahrtwege, dichte Gesprächskultur und katholisches Lebensgefühl

Doch dann kam der Lockdown durch die Corona-Pandemie. Das hatte natürlich Einfluss auf die Arbeitsprozesse des Synodalen Wegs. Die Foren konnten nicht wie geplant, aber immerhin per Videokonferenz tagen und mit Verzögerung die Arbeit aufnehmen. Eine Vollversammlung mit rund 250 Personen war aber undenkbar. An ihre Stelle traten fünf dezentrale Regionalkonferenzen: eintägige Zusammenkünfte in kleinerem, corona-tauglichem und, wie sich herausstellte, dem Gespräch ausgesprochen förderlichem Format. Jeweils ca. 50 Personen – Delegierte, Berater und Presse – kamen in Berlin, Dortmund, Frankfurt/M., Ludwigshafen und München zusammen. Das Prinzip lautete „kurze Wege“: kurze Fahrtwege, eine dichte Gesprächskultur und auch so etwas wie Nähe im katholischen Lebensgefühl: Nach Berlin fuhren die Synodalen aus der nord- und ostdeutschen Diaspora. Dort lebt es sich als Katholikin oder Katholik anders als in Westfalen bzw. im Ruhrgebiet und dort wieder anders als im katholischen Bayern. Die Zusammensetzung an den fünf Orten passte wohl auch deshalb gut. Themen, Tagesordnung und geistlicher Rahmen der Treffen waren jedoch für alle gleich. Eine gute Pressearbeit sorgte für die nötige Verschaltung der Orte.

Austausch, Rückmeldungen, Stimmungsbild

Worum ging es? Den Vormittag bestimmte ein Austausch über die Auswirkungen der Pandemie auf kirchliches Leben, auf Schule, Caritas und Gottesdienst und die Frage danach, welche Ressourcen der Glaube bietet, um mit dieser Ausnahmesituation umzugehen. Am Nachmittag wurden erste Textbausteine aus zwei Arbeitsgruppen vorgestellt: erste Voten des Forums zur kirchlichen Sexualmoral und einer von drei geplanten Textteilen zum Thema Frauen in der Kirche. Dabei ging es noch nicht um Beschlüsse, sondern darum, Rückmeldungen und ein Stimmungsbild einzuholen, wohin die synodale Reise gehen kann.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

COVID-19 hat unser aller Leben verändert. Bildung und Schule, Wirtschaft und Kultur stehen vor enormen Herausforderungen. Das Gesundheitssystem musste in kürzester Zeit angepasst werden. Im zwischenmenschlichen Bereich ist das Abstandsgebot eine große Herausforderung. Menschen halten Distanz zueinander, größere Menschenansammlungen müssen vermieden werden. Die Kirchen treffen diese Erfordernisse ins Mark. Denn die Versammlung zum Gottesdienst, das schulische Miteinander und die menschliche Nähe in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern mussten binnen kürzester Zeit radikal eingeschränkt werden. Manches ließ sich ins Digitale auslagern. Es sind viele kreative Formate entwickelt worden, auf neue Weise Kirche zu sein. Doch wer Schmerzen hat oder im Sterben liegt, braucht Nähe und Berührung. Eine Krankensalbung kann man nicht per Videokonferenz feiern. Ob Messe, Taufe oder Trauung: Es braucht die physische Versammlung. So vielfältig die Partizipationsmöglichkeiten via Internet sind – ein „Like“ ist kein „Amen“. Kinder in prekären Familienverhältnissen, alleinstehende Erwachsene oder Menschen, denen die Pandemie Arbeit und Einkommen genommen hat, brauchen direkte Hilfe und Zuwendung von Mensch zu Mensch.

Vier Beobachtungen

Was macht die Pandemie mit dem Synodalen Weg? Dazu haben die Professor/inn/en Hoff (Salzburg), Knop (Erfurt) und Söding (Bochum) einen Impuls gegeben, der Anfang September 2020 in die Aussprache der Regionalkonferenzen des Synodalen Wegs eingeflossen ist. Sie haben vier Beobachtungen eingebracht: 1. Corona verschärft die Glaubwürdigkeitskrise der römisch-katholischen Kirche. Denn die Ausnahmesituation wirkt wie ein Brennglas. Sie legt frei, welche Ressourcen da sind und welche nicht: welche Möglichkeiten, vom Glauben zu sprechen, den Glauben zu leben und zu feiern. 2. Die Kirche muss auch in Corona-Zeiten öffentlich präsent sein: präsent, aktiv und kreativ, nicht nur, indem sie Systemrelevanz behauptet, sondern indem sie wirklich einen relevanten Beitrag für Mensch und Gesellschaft leistet. 3. Die Corona-Krise hat Reformkräfte in der Kirche freigesetzt: Junge Leute und Familien, haupt- ehrenamtliche Laien wurden erfinderisch und haben neue Wege, Kirche zu sein, entwickelt. Dieses Neue soll man nicht zurückdrängen, sollte einmal wieder Normalzustand herrschen. Kurz: 4. Die Reformimpulse des Synodalen Weges sind dringender denn je. Die Pandemie hat den kirchlichen Problemstau in Fragen der Macht, des Priesterbildes, der Rollen von Frauen und dem Verständnis gelingender Beziehungen in der Kirche nicht verringert, eher noch angeschärft. Eine neue Glaubenskultur ist dringender denn je: „Sie steht im Zeichen der Freiheit und der Verantwortung. Sie setzt auf Anteilnahme und Teilhabe. Sie plädiert für die Vielfalt des Glaubens, weil sie die Fülle der Gnade entdecken will. Sie stärkt die Kooperation um der Einheit der Kirche willen“ – so heißt es im Papier.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

Ursprünglich war es nicht geplant. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, das mit der Deutschen Bischofskonferenz den „Synodalen Weg“ ins Leben gerufen hat, brachte es als viertes Thema ins Spiel: die Frauenfrage. Diese Frage muss behandelt werden, wenn die katholische Kirche in Deutschland glaubwürdig einen Weg der Reform und Erneuerung gehen will. Dass solche Erneuerung dringend nötig ist, sagen die Gläubigen schon lange. Nachdem 2018 die Erkenntnisse der MHG-Studie zu sexualisierter Gewalt von Priestern an Schutzbefohlenen veröffentlicht worden sind, ist wohl allen klar: Die innerkirchlichen Machtverhältnisse, ihre rechtliche Absicherung, aber auch ihr ideeller Hintergrund müssen auf den Prüfstand. Dass in der Kirche nur zölibatspflichtige Männer „regieren“, hat anderen zum Schaden gereicht. Dass die römisch-katholische Kirche mit dem Ausschluss der Frauen vom Weiheamt massiven grundrechtlichen Anfragen ausgesetzt ist, kommt seit Jahrzehnten hinzu.

Drei Bereiche auf der Agenda

Nun ist das Thema also endlich auf dem Tisch. Auf den fünf Regionalkonferenzen des Synodalen Wegs, die Anfang September 2020 stattgefunden haben, wurde ein Entwurf der Gruppe diskutiert, die sich mit „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ beschäftigt. Insgesamt hat diese Gruppe drei Bereiche auf der Agenda: 1., praktisch und zielorientiert, die Frage nach mehr Partizipation von Frauen, soweit dies unter den gegebenen Bedingungen möglich ist, 2., grundsätzlicher, Fragen von Sex und Gender und des Verhältnisses von Mann und Frau sowie 3. das im katholischen Kontext brisante Thema der Weihe von Frauen zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen. Im Herbst 2020 sollten eigentlich nur Empfehlungen zum ersten Unterpunkt diskutiert werden. Sie würden mutmaßlich wenig Zündstoff bieten und könnten mit etwas gutem Willen auch bald umgesetzt werden: z.B. mehr Frauen in kirchliche Leitungspositionen zu bringen, die keine Weihe erfordern, Laien- und Frauenquoten in kirchlichen Gremien einzuführen, die Predigt von Pastoralreferentinnen in der Sonntagsmesse zu erlauben und das Kirchenrecht auf geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu überprüfen.

Die Amtsfrage muss gestellt werden

Über solche Fragen war auch rasch Konsens erzielt. Doch für eine große Mehrheit der Synodalen aller fünf Konferenzorte war klar: Es ist wichtig und richtig, „unterhalb“ des Weiheamtes mehr Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und alles zu tun, was jetzt schon möglich ist. Aber das reicht nicht. Die Amtsfrage muss gestellt werden. Und dies nicht, um Frauen zu „fördern“ oder sie zu „ermutigen“, ihre Begabungen einzubringen. Das tun sie längst. Sie haben längst bewiesen, dass sie Männern, ob Priestern oder Laien, in Qualifikation und Begabung ebenbürtig sind. Nicht die Frauen stehen in der Pflicht nachzuweisen, dass ihre Fähigkeiten der Kirche guttäten. Sondern eine Institution, die Geschlechtergerechtigkeit nicht als relevanten Maßstab für ihre äußere Struktur und innere Einstellung gelten lässt, ist begründungspflichtig. Dass am Ende des Synodalen Wegs im Frühjahr 2022 die Frauenweihe steht, ist unwahrscheinlich. Aber die Synodalen stehen dafür ein, dass das Thema auf der Agenda der römisch-katholischen Kirche bleibt. An der Frauenfrage entscheidet sich heute mehr denn je die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

Trotz der corona-bedingten Einschränkungen haben die Foren des Synodalen Wegs ihre Arbeit aufgenommen. Auf den Regionalkonferenzen im Herbst 2020 wurde über einen Entwurf des Forums diskutiert, das zu „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ arbeitet. Dieses Feld ist weit; die Herausforderungen sind immens. Die katholische Sexualmoral gilt als nicht zeitgemäß, welt- und beziehungsfremd. Über kirchliche Vorgaben zur Familienplanung spricht kaum noch jemand. Sexuelle Beziehungen vor und jenseits einer Ehe finden weithin Akzeptanz. Die offizielle Haltung der Kirche zur Homosexualität wird als diskriminierend wahrgenommen. Dass man „sex“ (als biologisches Geschlecht) und „gender“ (als soziales Geschlecht) unterscheiden und eine gendersensible Sprache kultivieren muss, ist allenthalben selbstverständlich. In der katholischen Kirche gilt das jedoch immer noch als „Ideologie“. Angesichts der massiven Fälle sexualisierter Gewalt durch Kleriker ist eine prekäre kirchliche Doppelmoral offenkundig geworden.

Was sind die Grundlagen?

Es braucht eine Verständigung über die Grundlagen. Konsens besteht darin, dass Sexualität Gottes Schöpfungsgabe ist und in Liebe gestaltet werden soll. Doch was daraus folgt, ist umstritten. Ist sexuelle Selbstbestimmung nur ein Ideal? Oder handelt es sich um ein Recht jedes und jeder einzelnen? Ist Sex nur dann in Ordnung, wenn man gemeinsam Eltern werden will? Oder sind Liebe und Zeugung eigenständige Dimensionen menschlicher Sexualität? Können nur heterosexuelle Paare auf Gottes Segen bauen? Oder gilt dies unabhängig von der sexuellen Orientierung der Partner? Gibt es eine ein für allemal geltende eindeutige Offenbarung Gottes für menschliche Beziehungen? Oder kann sich kirchliche Ehelehre mit der Zeit weiterentwickeln?

Ein Kompromiss ist nicht in Sicht

Letztlich geht es um die Frage, ob man der Zeugungsfähigkeit oder der Beziehung zweier Partner das letzte Wort lässt. Die traditionelle kirchliche Lehre steht für die erste, die Überzeugung vieler Katholik/inn/en für die zweite Option. Das wurde in den Debatten sehr deutlich. Insbesondere die jungen Leute und diejenigen, die in nichtkirchlichen Berufen arbeiten, verwiesen zudem darauf, dass selbst eine entsprechend erneuerte kirchliche Sexualethik vom realen Leben weit entfernt wäre. Im Arbeitstext des Forums wurden die Konfliktlinien durch alternative Antwortmöglichkeiten offengelegt. Denn ein Kompromiss oder Einstimmigkeit sind nicht in Sicht. Am Ende wird man, so das Stimmungsbild der Synodalen in Berlin, Dortmund, Frankfurt/M., Ludwigshafen und München, Mehrheitsbeschlüsse verabschieden. Abweichende Sondervoten können natürlich eingebracht werden. Doch Ehrlichkeit tut not, wenn die Kirche auf dem Feld von Liebe und Sexualität wieder glaubwürdig und sprachfähig werden will. Alles beim Alten zu lassen, weil womöglich keine Einstimmigkeit erreicht wird, löst die Probleme jedenfalls nicht.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de


Rückblick auf die erste Synodalversammlung

Beobachtungen von Prof. Julia Knop nach der ersten Synodalversammlung vom 30. Januar bis 1. Februar 2020.

Wie bringt man 230 Menschen, die sich nur teilweise oder gar nicht kennen, ins Gespräch? Was bei einer so großen Zahl ohnehin schon schwierig ist, wird noch schwieriger, wenn es sich um Menschen handelt, die es gewohnt sind, ganz bestimmte Untergruppen zu bilden und sich entsprechend zu verhalten.

Zur ersten Synodalversammlung trafen Ende Januar 2020 in Frankfurt am Main 69 Bischöfe, 35 Priester und 4 Diakone, insgesamt also 105 Kleriker, und 121 „Laien“ zusammen. Unter den Synodalen sind 159 Männer, 70 Frauen und eine diverse Person. Mehr als die Hälfte von ihnen ist hauptamtlich in der Kirche tätig, andere ehrenamtlich, auch Universitätstheologen sind dabei. Die einen spricht man mit „Herr Bischof“ an, andere mit „Frau Professorin“. Fast alle Priester erschienen in Klerikerkleidung, einige Bischöfe zusätzlich mit Brustkreuz bewehrt. Einige der 16 Ordensleute trugen ihr Ordensgewand, die „Laien“ kamen in zivil, die Frauen insgesamt eher bunt, die Männer meist in schwarz.

Wie gelingt eine gute Debattenkultur?

Alles nur Äußerlichkeiten? Wohl kaum. Kleider machen Leute und Titel spiegeln Hierarchien. Es gibt viele eingeübte Verhaltensweisen, welche Kommunikation fördern oder behindern. Es gibt in der Kirche „Mitbrüder“ (Kleriker) und „Schwestern und Brüder“ (Laien), „hochwürdigste Herren Bischöfe“ und die anderen „Damen und Herren“. Wie soll man da auf Augenhöhe miteinander reden? Wie gelingt ein echter Austausch? Wie überbrückt man eine innere Zensur? Kurz: Wie übersetzt man, was sogar das Kirchenrecht bekundet – dass alle Gläubigen, ob Kleriker oder „Laie“, gleich seien in Würde und Tätigkeit – in eine gute Debattenkultur?

Gesprächsgruppen statt Seilschaften

Eine bestürzend einfache Methode, die sich schon während der ostdeutschen Meißner Synode (1969-1971) bewährt hatte, half: das Alphabet. Müller sitzt neben Müller, egal, ob Müller Priester ist oder Schülerin. So entstehen Gesprächsgruppen statt Seilschaften und man lernt Leute kennen, die man sonst nicht angesprochen hätte. Ein weiteres höchst taugliches Instrument zur Verbesserung der Kommunikationskultur: Alle dürfen reden, aber keiner länger als der andere. Nach verabredeter Zeit klingelt auch beim Erzbischof die Glocke, wenn er nicht zum Punkt kommt.

Vorteil für die freie Rede

Dass zwischenzeitlich die Redezeit von drei auf zwei und schließlich eine Minute verkürzt wurde, zeigte den großen Redebedarf und das hohe Engagement der Synodalen. Wer sich traute, frei zu sprechen statt zuhause vorbereitete Vorträge abzulesen, war doppelt im Vorteil: Er stand mitten in der Debatte statt ihr belehrend gegenüber. Er konnte respektvoll auf die Vorredner reagieren und lief nicht Gefahr, über sie hinwegzureden.

An Stelle vorformulierter 3-Minuten-Texte spontane 60-Sekunden-Statements zu halten, ist natürlich herausfordernd – aber es bringt die Dinge auf den Punkt und das Gespräch in Schwung. Dass man dazu kein Berufsredner sein muss, bewiesen die jungen Leute der Synodalversammlung, die sich engagiert einbrachten – wie auch die Frauen, die, obgleich zahlenmäßig in der Minderheit, in eindrücklichen Redebeiträgen bewiesen, dass in der Kirche nicht nur Männer etwas zu sagen haben.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

Die erste Vollversammlung der Delegierten des Synodalen Wegs hat getagt. Sie wurde per livestream in alle Welt übertragen und entsprechend rasch und vielfältig kommentiert. Es entstanden Interviews und Portraits zahlreicher Synodaler, besonders der jungen Teilnehmer. Der Synodale Weg hat ein anderes Gesicht als bisherige Bischofs- oder Diözesansynoden: Es ist bunter, vielfältiger, jünger und weiblicher.

Was zeichnete diese erste Plenarversammlung aus? Ein Wort zieht sich durch viele Kommentare: Freimut. Tatsächlich: Ungewohnt viele Stimmen kamen zu Wort und sie sprachen klar und deutlich: Von der „Täterkirche“ war die Rede, von der Empörung über die kirchliche Diskriminierung von Frauen, vom demütigenden kirchlichen Umgang mit Homosexuellen, von struktureller Überforderung der Priester, die vor ihrer Weihe gehypt und danach verheizt werden, von der kaum mehr zu ertragenden Ungeduld der Gläubigen, dass sich endlich etwas bewege.

Kontrovers, aber respektvoll

Solch offene Debatte, die zwar kontrovers, aber immer respektvoll verlief, gefiel natürlich nicht allen. Wo der eine „eine großartige Zukunftswerkstatt“ erkannte, sah der andere Verrat an den Grundfesten des Glaubens. Was der eine als „Zeugnis echter Katholizität“ erlebte, diskreditierte der andere als „protestantisches Kirchenparlament“. Dass sich natürlich auch die katholische Kirche in einer „Welt der Freiheit“ bewähren muss, konnte der eine frohgemut bejahen, während andere beantragten, Diskussionsbeiträge nur zuzulassen, wenn sie der Lehre der Kirche entsprechen. Während der eine die moralische Verbindlichkeit einer Mehrheitsentscheidung betonte, setzte der andere auf formale Autorität: „Laien beraten, Bischöfe entscheiden.“

Klare Worte finden Beifall

In den Debatten selbst war von innerer Zensur aber nichts zu spüren, obgleich von der Angst, in der Kirche frei zu reden, häufig die Rede war und alle kirchlichen Mitarbeiter ihre Dienstvorgesetzten im Raum wussten. Und noch etwas war neu: Wenn „Laien“ sprachen, taten sie dies nicht auf Geheiß der Bischöfe, sondern als vollwertige Synodale. Ihr Wort galt in der Debatte so viel wie das eines Bischofs oder Kardinals. Was zählte, war die Kraft des Arguments, das Gewicht der Erfahrung und die Qualität der Expertise. Pastorale Floskeln und Katechismuswissen fanden entsprechend wenig Beifall; das authentische klare Wort umso mehr. Das war für viele ungewohnt, aber auch befreiend.

„Die gute Erfahrung aus Frankfurt“

So ist die Bilanz der meisten Teilnehmer und Beobachter sehr positiv. Gott sei Dank, denn nichts zermürbt Motivation und Engagement der Gläubigen stärker als der Eindruck, von Priestern und Bischöfen nicht ernstgenommen, sondern belehrt und im Wortsinn abgekanzelt zu werden. Umso wichtiger ist den Teilnehmern des Synodalen Wegs die gute Erfahrung aus Frankfurt, dass man auch in der katholischen Kirche ernsthaft miteinander reden und aufrichtig um Antworten auf Fragen unserer Zeit ringen kann. Die Erfahrung, dass keiner alles weiß, aber auch niemand nichts. Dass der gemeinsame Weg im gemeinsamen Gehen entsteht und entstehen darf. Dass Glaubwürdigkeit ohne Freimut, ohne das offene Wort nicht zu haben ist.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

Vom 30. Januar 2020 bis 1. Februar 2020 fand die erste Synodalversammlung des Synodalen Weges statt. 230 Delegierte zwischen 16 und über 70 Jahren kamen nach Frankfurt, um Themen, Aufgaben und Perspektiven des Synodalen Weges zu beraten.

Den Auftakt bildete eine heilige Messe im St. Bartholomäus-Dom, der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Reinhard Kardinal Marx, vorstand. Anschließend wurde die Synodalversammlung ebenfalls im Dom eröffnet. Prof. Dr. Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), führte ein. Danach kamen sechs Synodale zu Wort, die verschiedene Perspektiven und Generationen, Berufsgruppen und Stände der katholischen Kirche in Deutschland vertraten. Warum sie sich am Synodalen Weg beteiligen, ist wie viele andere Wortmeldungen der Synodalversammlung in Text und als Video auf der Homepage www.synodalerweg.de abrufbar.

Übertragung in alle Welt

Die Debatten selbst fanden am nächsten und am Folgetag im evangelischen Dominikanerkloster statt. Die Synodalen saßen im langgestreckten Saal an längs gestellten Tischreihen, das Präsidium quer dazu am Kopfende. Auf einer Empore fanden Journalisten und Beobachter aus den Schwesterkirchen aus Deutschland und Europa Platz. Im Flur hatte weitere Presse und Technik ihren Ort, denn die Konferenz wurde vollständig per livestream in alle Welt übertragen und übersetzt. Interviews und Portraits mit Synodalen wurden hier aufgezeichnet.

Wie wohl immer in einer ersten Sitzung nahmen Formalia – Anträge zur Änderung der Geschäftsordnung – mehr Zeit ein als geplant. Inhaltlich ging es dann aber bald um eine Vergewisserung über Erwartungen und Möglichkeiten des gemeinsamen Unternehmens. Die vier Themen, die der Synodale Weg sich zur Aufgabe gemacht hat – Macht, Sexualität, Priester, Frauen –, wurden von den Vorsitzenden der vorbereitenden Arbeitsgruppen vorgestellt. Außerdem berichteten „Anwälte“ der Gläubigen von den mehr als 5.300 Eingaben, die zur Umfrage auf der Homepage gegeben worden waren.

Gute Basis für einen gemeinsamen Weg

Zwischen diesen Einschätzungen und der Expertise der Arbeitsgruppen gab es durchweg große Parallelen; es wurden dieselben Probleme identifiziert und verwandte Lösungen vorgeschlagen. Das ist eine gute Basis für einen gemeinsamen Weg zur Erneuerung der Kirche in Deutschland. Sichtbar wurde freilich auch, wo Konfliktlinien verlaufen – alle „Anwälte“ berichteten von Polemik und beleidigenden Ausfällen, die neben der Mehrzahl engagierter und konstruktiver Wortmeldungen eingegangen sind.

Dann folgte jeweils die große Aussprache im Plenum. Hier herrschte beste Diskussionskultur mit teils sehr persönlichen, durchweg freimütig, fast immer auch frei formulierten Redebeiträgen. So viele Synodale beteiligten sich, dass die Redezeit drastisch gekürzt werden musste, um möglichst viele zu Wort kommen zu lassen. Die geistlichen Begleiter des Prozesses sorgten mit regelmäßigen Impulsen dafür, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und das Unternehmen immer wieder ins Gebet und vor Gott zu bringen.

Abstimmungsquorum für Frauen vereinbart

Bis zur nächsten Plenarversammlung werden nun die neu gebildeten „Foren“ arbeiten. Im September 2020, wenn die zweite Synodalversammlung tagt, können die ersten Textvorlagen diskutiert werden. Nach einer zweiten Lesung können Beschlüsse gefasst werden. Sie brauchen eine zweifache Zweidrittelmehrheit: des Plenums und der Bischöfe, außerdem, wie in Frankfurt vereinbart wurde, auf Antrag noch die Mehrheit der anwesenden Frauen.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de


Und sie bewegt sich doch!?

Beobachtungen zum Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland von Prof. Julia Knop

Missbrauchsstudie als Anlass

Anlass dieses Weges, den die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) verantwortet, ist die Krise, in der sich die Kirche im Ganzen und das kirchliche Amt im Besonderen befindet: Im Herbst 2018 waren die Ergebnisse der so genannten MHG-Studie publiziert worden, in der sexualisierte Gewalttaten von Klerikern an Schutzbefohlenen dokumentiert und analysiert worden waren. Die DBK hatte diese Studie selbst in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse waren erschütternd: Im Untersuchungszeitraum von 1946 bis 2014 fanden sich in den kirchlichen Personalakten von ca. 5 Prozent der Diözesanpriester, also in der Akte jedes 20. Priesters, Hinweise darauf, dass er des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wurde. Damit ist lediglich eine untere Schätzgröße benannt, zumal erhebliche Mängel in der bischöflichen Aktenführung bis hin zur Aktenmanipulation sichtbar geworden waren.

Forscher: Spezifisch katholische Faktoren begünstigen Missbrauch

Die Forscher haben in ihrer Studie spezifisch katholische Faktoren herausgearbeitet, die Missbrauch durch Kleriker und seine Vertuschung durch kirchlich Verantwortliche nicht verhindert und womöglich sogar begünstigt haben: einen prekären Umgang mit Macht in der Kirche, die exklusiv zölibatspflichtigen Männern zugemessen wird, und „ambivalente Aussagen und Haltungen der katholischen Sexualmoral zur Homosexualität“. Sie empfahlen zudem, „die Bedeutung des Zölibats zu diskutieren“.

Der Synodale Weg und seine vier Foren

Der Synodale Weg greift diese Themen auf, ohne den Prozess auf das Drama sexualisierter Gewalt von Klerikern zu reduzieren. Es handelt sich um Themen, für die viele Gläubige schon lang Reflexions- und Erneuerungsbedarf benannt hatten. Ihr deutliches Votum hatte bisher allerdings keinen ernsthaften kirchlichen Reformprozess initiiert. Aber nun ist von externer wissenschaftlicher Seite in diesen Fragen ein besonderes Gefährdungspotenzial für sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch identifiziert worden. Man darf ihnen nicht mehr ausweichen. Das kirchliche Priesterbild, das kirchliche Frauenbild, sexualethische Vorgaben und die Verurteilung bzw. Tabuisierung von Homosexualität müssen auf den Prüfstand. Denn sie stützen ein System, in dem die körperliche und seelische Integrität von Jungen, Mädchen und Frauen massiv Schaden genommen hat und weiter Schaden nehmen kann.

Der Synodale Weg stellt sich dieser Herausforderung. In vier Foren wird zu den Themen Macht und Gewaltenteilung in der Kirche, Sexualmoral, priesterliche Lebensform und Frauen in Diensten und Ämtern gearbeitet. Diese Foren haben in einer vorläufigen Besetzung bereits begonnen zu arbeiten und Papiere vorgelegt (www.synodalerweg.de/dokumente-reden-und-beitraege). Bei der ersten großen Synodalversammlung Ende Januar 2020 wird ihre endgültige Zusammensetzung durch die Delegierten beschlossen werden.

Text: Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

In der Satzung des Synodalen Weges werden Aufgaben, Strukturen und Beteiligte dieses Prozesses beschrieben. Dieses Statut ist von den beiden verantwortlichen Institutionen, der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), jeweils mehrheitlich verabschiedet worden.

Die Organe des Synodalen Weges

Organe des Synodalen Wegs sind die Synodalversammlung, das Synodalpräsidium, das erweiterte Synodalpräsidium sowie die Synodalforen.

Das Synodalpräsidium besteht aus dem Vorsitzenden sowie dem stellvertretenden Vorsitzenden der DBK, und der Präsidentin / dem Präsidenten und einer / einem Vizepräsidenten des ZdK. Aufgabe des Präsidiums ist es, die Synodalversammlung vor- und nachzubereiten; dazu wird es von einem Sekretariat unterstützt.

Zum Erweiterten Synodalpräsidium gehören neben diesen vier Personen die Vorsitzenden der Synodalforen sowie die beiden geistlichen Begleiter des Prozesses.

Die vier Synodalforen bestehen aus je ca. 30 Mitgliedern – Bischöfen, Gläubigen und Fachexpertinnen und -experten – und werden jeweils von einem Mitglied der DBK und einem Mitglied des ZdK geleitet. Sie arbeiten zu den vier im Vorfeld vereinbarten Themen des Synodalen Wegs:

(1) Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag;
(2) Priesterliche Existenz heute;
(3) Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche;
(4) Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft.

Synodalversammlung als zentrales Gremium

Zentrales Gremium des Synodalen Wegs ist die Synodalversammlung, der 230 Personen angehören. Hier werden die Beschlüsse des Synodalen Weges gefasst. Die Synodalversammlung besteht aus allen (69) Mitgliedern der DBK, ebenso vielen Vertretern des ZdK sowie 92 Vertreterinnen und -vertretern verschiedener Berufs- und Interessensgruppen der Kirche, beispielsweise der Priester, der Gemeindereferentinnen und -referenten und der Orden, aber auch der jungen Generation und der Theologie. Der Verteilungsschlüssel sieht vor, dass knapp die Hälfte der Synodalen geweihte Männer sind. Die Empfehlung der Satzung, eine geschlechter- und generationengerechte Besetzung anzustreben (Art. 3.1), wird daher allenfalls symbolisch eingelöst werden können.

Die Frage der Macht bei Entscheidungen

Zur Beschlussfassung muss am Ende eine doppelte Zweidrittelmehrheit vorliegen: unter den Bischöfen und im Plenum. Damit ein Beschluss verabschiedet wird, braucht es also wenigstens 46 Ja-Stimmen aus dem Kreis der Bischöfe und zugleich wenigstens 154 Ja-Stimmen (inklusive möglicher bischöflicher Stimmen) aus dem Plenum. Um einen Beschluss zu verhindern, reichen aufgrund der nötigen doppelten Zweidrittelmehrheit hingegen nur 24 bischöfliche Stimmen (d.h. gut 10 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder der Synodalversammlung) aus.

„Beschlüsse der Synodalversammlung entfalten von sich aus keine Rechtswirkung“ (Art. 11.5). Fragen, die nur weltkirchlich umgesetzt werden können, werden dem Apostolischen Stuhl als Votum übermittelt. Ob Mehrheitsbeschlüsse, die vor Ort in Kraft gesetzt werden können, tatsächlich umgesetzt werden, entscheiden die örtlichen Instanzen, also die Bischofskonferenz oder der jeweilige Ortsbischof. Ist ein einzelner Bischof mit einem von einer doppelten Mehrheit getragenen Beschluss nicht einverstanden, muss er ihn in seinem Bistum nicht umsetzen. Der Synodale Weg hat zwar ausdrücklich die Aufgabe, Machtverhältnisse in der katholischen Kirche kritisch zu reflektieren und ggf. neue Wege zu erarbeiten, klerikale Macht zu teilen, zu begrenzen und zu kontrollieren. Im Synodalen Prozess selbst schlägt sich das aber noch nicht nieder. Am Ende entscheiden die Bischöfe.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de

Im Vorfeld des Synodalen Weges wurde, besonders von Seiten der Kritiker dieses Prozesses, immer wieder eine Alternative aufgemacht: Geht es um Evangelisierung, also um Verkündigung und Verbreitung des christlichen Glaubens, oder um eine Reform kirchlicher Strukturen? Manche mutmaßten, dass das Anliegen des Synodalen Wegs, strukturelle Probleme in der Kirche kritisch aufzugreifen, von „liberaler“ Seite eingespeist worden sei, um nun auf diesem Weg endlich altbekannte Forderungen zur Veränderung der Kirche und ihres Priesterbildes durchzusetzen. Stattdessen, so sagten sie, müsse es darum gehen, im Glauben zu wachsen und der kirchlichen Verkündigung mehr Nachdruck zu geben. Echte Erneuerung dürfe man nicht von äußeren Faktoren erwarten; sie müsse im Inneren aller Gläubigen beginnen. Kirche erneuere sich durch Bekehrung, nicht durch Anpassung an „weltliche“ Standards von Gewaltenteilung und Organisationsentwicklung.

Strukturelle Ursachen für sexuelle Gewalt

Diese Alternative ist falsch. Sie verschiebt zudem das Problem, das überhaupt erst dazu geführt hatte, einen gemeinsamen (synodalen) Weg der kirchlichen Erneuerung gehen zu wollen. Anlass war nicht der vermeintlich schwache Glaube der Gläubigen. Sondern Anlass waren die bestürzenden Ergebnisse der MHG-Studie, die das Ausmaß von Gewalttaten und ihrer Vertuschung durch Kleriker offengelegt hatte. Die Forscher hatten systemische, d.h. strukturelle Ursachen benannt, die solche Verbrechen begünstigten, zumindest nicht nachhaltig verhindern und seine Ahndung erschweren: prekäre Machtverhältnisse in der Kirche und kirchliche Vorgaben zu Geschlechterrollen und Sexualität, die potenziellen Tätern anstelle ihrer Opfer einen kirchlichen Schutzraum bieten.

Die Glaubwürdigkeit der Kirche steht auf dem Spiel

Was die Kirche eigentlich verkünden könnte und sollte – die Würde und Freiheit der Kinder Gottes, das Evangelium Jesu Christi vom Anbruch des Gottesreichs, ein Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes –, wird dadurch konterkariert. Was die Kirche sein könnte und sollte – ein Ort, an dem Gottes Zuwendung und Erbarmen erfahrbar und glaubhaft wird –, wird dadurch ins Gegenteil verkehrt. Denn wie kann eine Kirche glaubwürdig davon sprechen, dass nicht Macht und Herrschaft, sondern Liebe und gegenseitiger Dienst ihr Maßstab seien, wenn in ihrem Binnenraum Strukturen herrschen, die klerikale Ermächtigung gegenüber Schutzbefohlenen begünstigen und die körperliche und seelische Integrität von Jungen, Mädchen und Frauen gefährden?

Die Alternative „Evangelisierung oder Strukturreform“ ist falsch. Was ansteht, ist eine ehrliche Überprüfung und Korrektur kirchlicher Strukturen am Maßstab des Evangeliums. Es geht darum zu klären, welche kirchlichen Strukturen, welche Priesterbilder, welche sexualethischen Vorgaben dem Auftrag der Kirche, die Liebe Gottes glaubwürdig zu verkünden, zum Schaden gereichen. Diese Faktoren müssen korrigiert werden – um des Evangeliums Jesu Christi willen.

Julia Knop, In: Pfarrbriefservice.de


© Deutsche Bischofskonferenz

Termine

der Synodalversammlung

Die erste Synodalversammlung war vom 30. Januar bis 1. Februar 2020

Regionalkonferenzen am 04. September 2020 an fünf verschiedenen Orten.
Fünf Orte – ein Weg, so lautete das Motto dieser regionalen Konferenzen, die sich als Zwischenschritt hin zur zweiten Synodalversammlung verstehen.

Termin der zweiten Synodalversammlung: 4. bis 6. Februar 2021

Weitere Termine der Synodalversammlung:
30. September bis 2. Oktober 2021
03. bis 05. Februar 2022

Hörenswertes

Podcast aus dem Bistum Erfurt

Der Synodale Weg soll auch in Zeiten von Corona weiter begleitet werden. Dazu sprachen miteinander Prof. Dr. Julia Knop, Dogmatikerin an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, und Bischof Dr. Ulrich Neymeyr. Sie schilderten im Podcast des Bistum Erfurt ihre Eindrücke von der ersten Vollversammlung und benannten künftige Perspektiven.

Beteiligung

am synodalen Weg

Wir sind der synodale Weg

Werden Sie Teil des Synodalen Weges und laden Sie Ihr Porträtfoto hoch.
www.synodalerweg.de/mosaik-formular


Gebet

für den synodalen Weg

Den Gebetszettel finden Sie in den Materialien zum Synodalen Weg.
www.synodalerweg.de/materialien

Der Synodale Weg im Bistum Erfurt

Eindrücke vom Informationsabend am 05.12.2019

Information - Diskussion - Beteiligung: Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland

Mit Prof. Dr. Julia Knop, Dogmatikerin an der Universität Erfurt, Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt, Wolfgang Klose, Vizepräsident des ZdK, Dr. Michael Karger, Büro Synodaler Weg und Alois Wolf, Katholikenrat im Bistum Erfurt.

 

 

Bilder: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de