Konsequent Kirche in der Welt sein

ZdK-Präsident Alois Glück zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland

Logo des Zentralkomitees deutscher Katholiken"Lasst uns weiter und mit neuem Elan konsequent Kirche in der Welt sein", fordert Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), die Katholiken in Deutschland auf. "Der Besuch von Papst Benedikt war Stärkung und Herausforderung", so der ZdK-Präsident.
 
Bestärkung seien die Gottesdienste in Berlin, Etzelsbach, Erfurt und Freiburg mit den mehr als 300.000 Mitfeiernden gewesen. Der Papstbesuch sei so zu einem tiefen geistlichen Ereignis geworden. Gemeinsam habe man sich als große und begeisterte Gemeinschaft erlebt. Es sei großartig, dass die Beteiligung der Katholiken in Deutschland an allen Stationen der Papstreise so intensiv war.
 
Das ZdK fühle sich besonders gestärkt durch die Begegnung seines Präsidiums mit dem Papst. Benedikt XVI. würdigte die Arbeit des Zentralkomitees mit den Worten: „Gerne bekunde ich Ihnen meine Wertschätzung für Ihr Engagement, mit dem Sie die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit vertreten und Anregungen für das apostolische Wirken der Kirche und der Katholiken in der Gesellschaft geben.“

Alois Glück betonte in seiner Ansprache: "In unserem kirchlichen Engagement geht es uns nicht um eine vordergründige Modernisierung oder Anpassung der Kirche. Uns bewegt vielmehr die Frage, wie wir Jesus Christus und seine Botschaft den Menschen von heute vermitteln können. Die Anziehungskraft und die Strahlkraft unserer Kirche wird auf Dauer von ihrer geistlichen Ausstrahlung abhängen."

Glück verwies darauf, dass es viele Diskussionen gebe, die nur um den Preis der weiteren Entfremdung und des Auszugs vieler Gläubiger aus der Kirche blockiert werden könnten: "Wir verstehen 'Dialog' nicht als 'alles in Frage stellen'. Wir verstehen Dialog als Hinhören, Zuhören und vor allem als Bereitschaft, sich auch selbst zu verändern. Und wir wissen, dass wir diesen Maßstab zuerst auch an uns selbst anlegen müssen." Besonders stark spürbar sei der Ruf nach der Zuwendung zu Menschen, die Brüche und Krisen in ihrem Leben erfahren haben, nach einer "barmherzigen Pastoral".
 
Ein "Herausforderung", der wir uns stellen müssen, seien vor allem die Reden des Papstes im Deutschen Bundestag in Berlin und im Konzerthaus in Freiburg gewesen. "Die Kirche in Deutschland, darin auch der Laienkatholizismus, aber auch die Weltkirche muss sich immer wieder selbstkritisch der Frage stellen, ob wir es uns in dieser Welt zu bequem eingerichtet haben. Die Spannung zwischen notwendiger Erneuerung und Veränderung und dem Bewahren der Tradition begleitet den Weg der Kirche seit jeher und muss auch in dieser Zeit immer wieder reflektiert werden."

Für eher traditionelle Ausprägungen wie für Neuerungen gelte, dass sich alle immer wieder der Frage stellen müssten, inwieweit Strukturen für die Menschen den Zugang zur Botschaft des Glaubens erleichterten bzw. zum Hindernis würden. Das ZdK habe nie einseitig auf Strukturreformen gesetzt, geistliche Vertiefung und Strukturen und Formen stünden in einem inneren Zusammenhang.
 
"Was die Ökumene angeht, sind wir nach dem Besuch einmal mehr und erst recht aufgefordert, das ökumenische Miteinander weiter zu vertiefen, in den Gemeinden, im theologischen Gespräch und auf der Ebene der Kirchenleitungen. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Frage dar, wie das 'Lutherjahr' 2017 gestaltet wird", so der ZdK-Präsident.
 
Glück betont, wie wichtig gerade nach diesem Papstbesuch die Fortsetzung des in Mannheim begonnenen Dialogprozesses in der katholischen Kirche sei. "Wir müssen unsere Hausaufgaben in der Kirche in Deutschland rasch angehen."

www.zdk.de


Quelle: Pressemitteilung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Für den Inhalt ist der Absender verantwortlich.

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