Gott kann viel mehr, als wir denken

Ferienbrief für die Kinder 2011 von Bischof Joachim Wanke

Postkarte mit einer lachenden Sonne zum Ferienbrief für Kinder von Bischof Joachim Wanke

Liebe Jungen und Mädchen,

jetzt sind endlich Sommerferien.
Wenn die vorbei sind, gibt es im Bistum Erfurt ein besonderes Ereignis. Im September besucht uns Papst Benedikt XVI. Wir dürfen uns jetzt schon auf diesen Besuch freuen.

Aber was ist eigentlich das Besondere am Papst? Man könnte sagen: Er ist der "Bestimmer" für katholische Christen, weil er besonders an Jesus gebunden ist.

Der erste Papst – das war Petrus. Jesus hat ihm diesen Namen gegeben. Petrus, das heißt: Felsen. Wer auf einem Felsen steht, der steht sicher. Jesus hat Petrus versprochen: Wenn die Christen auf dich hören, dann stehen sie sicher und bleiben nahe bei mir. Petrus hat nicht immer alles richtig gemacht, aber was Jesus versprochen hat, das bleibt so. Benedikt XVI. ist der Nachfolger von Petrus. Er kann uns helfen. Er kann uns sagen, wie das geht, an Christus zu glauben. Er kann mit uns beten. Er kann uns Mut machen: Ja, es ist gut, Christ zu sein.

Wollt ihr wissen, wieso Benedikt XVI. gerade uns besucht? Christen hatten es in Thüringen in den letzten Jahrzehnten nicht immer leicht. Ihr könnt euch von euren Eltern oder anderen Menschen in der Gemeinde erzählen lassen, wie es war. In Ostdeutschland waren Christen nicht gern gesehen und hatten manche Nachteile. Trotzdem waren viele mutig und stark und haben an ihrem Glauben festgehalten. Bei ihnen will sich der Papst mit seinem Besuch bedanken.

Aber es geht um noch mehr. In Thüringen gibt es weniger Christen als Nichtchristen. Manche von euch wissen, wie es ist, wenn nur ein paar Kinder zum Religionsunterricht kommen oder wenn man in der Klasse der einzige Christ ist oder wenn andere Kinder gar nicht die katholische Kirche kennen. Ja, das kann schwierig sein, wenn man merkt: Es gibt nur wenige Christen.

Bei unseren Wallfahrten könnt ihr erleben, dass es doch ganz schön viele Christen in Thüringen gibt. Der Papst kommt nicht allein. Mit ihm sind gleichsam alle Christen der Welt bei uns anwesend, denn der Papst steht für die Weltkirche. Wenn wir mit dem Papst beten, beten wir auch zusammen mit den Christen auf der ganzen Welt.

Das ist für uns sehr wichtig. Manche sorgen sich, dass es nur wenige Christen in Thüringen gibt. Von den Christen aus anderen Erdteilen können wir etwas Wichtiges lernen: Es kommt nicht so sehr darauf an, wie viele Christen es gibt. Es kommt darauf an, dass unser Glaube lebendig und stark ist. Die Christen in Asien und Afrika zeigen uns, wie wichtig es ist, zu beten und gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Wir können von ihnen lernen, dass es gut ist, allen Menschen von Gott zu erzählen. Viele Menschen sollen Christus kennen lernen. Das geht, wenn Christen keine Angst haben zu beten und von Gott zu reden. Das geht auch, wenn wir – wie die heilige Elisabeth – Menschen helfen, die in Not sind.

Denkt nicht, das schaffen wir doch gar nicht! Wir können das, weil Gott uns hilft. Wir sind nicht allein, wenn wir von ihm reden. Natürlich kann es passieren, dass manche Menschen das nicht verstehen. Aber glaubt mir, Gott kann ja viel mehr, als wir denken. Er macht etwas aus allem, was wir beginnen. Er will unser Leben in eine gute Zukunft führen. Er kann auch helfen, dass andere durch unsere Worte und durch unser Handeln den Weg zum Himmel, zu Gott finden.

Ich möchte euch einen Vorschlag machen: Heute liegen in der Kirche Postkarten aus mit einer Sonne darauf. Die könnt ihr mitnehmen. Wenn ihr im Urlaub etwas Schönes erlebt, dann malt oder schreibt es auf die Karte. Fragt euren Pfarrer oder die Caritasfrauen bei euch, wer gar nicht mehr in den Urlaub fahren kann, etwa weil er schon zu alt ist. Lasst euch deren Adresse geben und schickt die Karte dorthin. Ich bin sicher, wer eine solche Karte bekommt, der freut sich sehr. Und bestimmt merkt er dadurch auch, dass Gott an ihn denkt und dass man auf Gott hoffen kann. Und vielleicht betet dann auch jemand für euch und dafür, dass ihr heil aus den Ferien zurückkommt.

Und nun lade ich euch herzlich zur Kinderwallfahrt auf den Domberg ein und natürlich zu den Gottesdiensten mit dem Papst in Etzelsbach und in Erfurt – als Messdiener oder mit euren Eltern zusammen oder vor dem Fernseher. Ihr wisst ja, worauf es ankommt. Der Papst und die vielen Menschen, die ihn sehen wollen, zeigen: Es ist gut, mit Jesus Christus als Christen zu leben und zu beten. Darüber dürfen wir uns freuen – und nicht nur dann, wenn der Heilige Vater bei uns ist.

Ich grüße und segne euch alle!

Euer Bischof  +Joachim

Ferienbrief für die Kinder 2011 von Bischof Joachim Wanke



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