Festgottesdienst im Erfurter Mariendom zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II.

Die Bistumsakademie "Katholisches Forum" lädt zu einem Vortragsabend über den polnischen Papst und den Fall des Eisernen Vorhangs

Papst Johannes Paul II. (+ 2005)Erfurt (BiP). Papst Benedikt XVI. wird am Sonntag, 1. Mai seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II. in Rom seligsprechen. Anlässlich dieses Festtages feiert Bischof Joachim Wanke um 9.30 Uhr ein Pontifikalamt im Erfurter Dom St. Marien.
Zwei Tage später (Dienstag, 3. Mai) veranstaltet die Bistumsakademie "Katholisches Forum" in Zusammenarbeit mit der "Norbert und Mechthild Kleinheyer Stiftung Erfurt" einen Vortragsabend über den 2005 verstorbenen Papst und seinen Anteil am Fall des Eisernen Vorhangs.

Johannes Paul II. war der erste slawische Papst. Sein Pontifikat von 1978 bis 2005 gilt als das zweitlängste in der Geschichte des Papsttums. Zum Bistum Erfurt und seinem Bischof gab es enge Verbindungen. Noch als Kardinal und Erzbischof von Krakau hatte Karol Wojty?a 1975 an der Herbstwallfahrt zum Mariendom teilgenommen und ein Grußwort gesprochen. Nach seiner Papstwahl ernannte Johannes Paul II. 1980 den Theologie-Professor Joachim Wanke zum Weihbischof, 1981 zum Apostolischen Administrator von Erfurt-Meiningen. Derselbe Papst sollte auch das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen 1994 zum Bistum Erfurt erheben und den Apostolischen Administrator Wanke zu dessen ersten Bischof machen.

Die Katholiken hinter dem Eisernen Vorhang wussten mit dem polnischen Papst einen Mann in Rom, der selber erlebt hatte, welchen Repressalien die Christen im Ostblock ausgesetzt waren. "Er war einer von uns", brachte es Bischof Wanke nach dem Tod von Johannes Paul II. auf den Punkt. Während seines Pontifikates hätte sich das Gesicht der Erde verändert und der kommunistische Machtblock aufgelöst. "Daran hat der Papst aus Polen einen gewichtigen Anteil", würdigte Wanke den Verstorbenen.

Ein aufregendes, aber auch ein anstrengendes Pontifikat. Die aus Südkorea stammende und in Heidelberg lebende Künstlerin Kyung-Hee Lee-Schumacher malte Papst Johannes Paul II. denn auch als einen unter der Last der Geschichte gebeugten Mann. Ihr Gemälde vollendete sie am Todestag des Papstes. Heute ist es im Besitz der "Norbert und Mechthild Kleinheyer Stiftung Erfurt" und wird vom 30. April bis 15 Mai im Erfurter Dom ausgestellt.

Das Bild ist außerdem beim Vortragsabend der Bistumsakademie "Katholisches Forum" am Dienstag, 3. Mai um 19.30 Uhr in der Erfurter Brunnenkirche im Fischersand zu sehen. Der Kirchenhistoriker Professor Josef Pilvousek hält dann den Vortrag "Habt keine Angst! – Johannes Paul II. und der Fall des Eisernen Vorhangs". Der Titel des Vortrages bezieht sich auf ein Wort des Papstes aus Polen: "Habt keine Angst – öffnet, reißt die Tore auf für Christus! Öffnet die Grenzen der Staaten, der wirtschaftlichen und politischen Systeme für seine rettende Macht!"

Vatikan-Seite zur Seligsprechung

www.bistum-erfurt.de/kath.forum



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