Der Kosmas-und-Damian-Gottesdienst

Bemerkungen von Weihbischof Dr. Reinhard Hauke

Das Thema Krankheit wird an vielen Punkten der Gesellschaft diskutiert. Sowohl Ärzte, als auch Politiker und Betroffene fragen danach, wie es in der Zukunft weitergehen soll. Dabei ist zuerst an die Finanzierbarkeit der Krankheit gedacht, wenn auch von der Finanzierbarkeit der Gesundheit gesprochen wird. Allzu selten spielt – nach meiner Erfahrung und meinem Eindruck - die menschliche Person eine Rolle, die direkt von der Krankheit betroffen ist oder die sich um Kranke sorgt und sie pflegt.

Der christliche Glaube gibt uns einen weiteren Horizont in dieser Frage. Wir hören von der bewussten Zuwendung Jesu an die Kranken und von seiner Aufforderung, den Schwachen und Armen zu helfen. „Was ihr für einem meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25, 40). Die Beschreibung des Weltgerichts nennt das Kriterium der Nächstenliebe als das entscheidende Kriterium für die Frage, ob vor Gott das Leben gelungen ist oder nicht.

Die Zwillingsbrüder Kosmas und Damian gelten in der Tradition der Kirche als Patrone der Ärzte, da sie selbst in Syrien am Beginn des 4. Jahrhunderts als Ärzte tätig gewesen sein sollen und Patienten unentgeltlich versorgten. Bei der Behandlung von nichtchristlichen Patienten konnten sie auch manche zum Glauben an Jesus Christus führen. In der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian wurden beide um das Jahr 305 verhaftet und verhört. Nach brutaler Folterung wurden sie enthauptet. Der Termin für den nach Ihnen benannten neuen Gottesdienstform soll in der Nähe des Gedenktages der beiden Heiligen – dem 27. September – liegen.

Der Gottesdienst wendet sich besonders an Menschen, die bisher noch keine Gelegenheit gefunden haben, von der besonderen Sorge Gottes um den kranken Menschen etwas zu erfahren und die deshalb auch darin noch keine Ermutigung finden konnten. In diesem Segnungsgottesdienst werden Zeichen, Gesten und Texte verwendet, die von der christlichen Deutung des Leidens, Krankseins und der persönlichen Not Zeugnis geben. Handauflegung und Segen, das Zeichen des Schutzengels, biblische Texte, die von Krankheit und Heilung erzählen und Zeugnisse von Kranken und ihren Helfern bilden die Elemente des Gottesdienstes.
Diakone sind eingeladen, bei diesem Gottesdienst im Gebet und beim Segnen mitzuhelfen, da es zu ihrer besonderen Berufung gehört, den Kranken beizustehen und damit die Liebe Christi zu den Kranken zum Ausdruck zu bringen.


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