Feier der Lebenswende

Für Jugendliche, die keiner Konfession angehören

 

Dompfarrer interviewt Teilnehmer der Lebenswendefeier

Leiterin des Vorbereitungsteams: Cordula Hörbe, Gemeindereferentin

Seit 1998 gibt es im Erfurter Dom eine "Feier der Lebenswende" für konfessionslose Jugendliche. Konzipiert hat sie der damalige Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke, heute Weihbischof in Erfurt.

Am Anfang der Gestaltung einer "Lebenswendefeier" stand der Wunsch von konfessionslosen Jugendlichen nach einem Fest an der Schwelle zum Jugend- und Erwachsenenalter. Für junge Christen ist dieses Fest die katholische Firmung oder die evangelische Konfirmation. Jugendlichen ohne Kirchenzugehörigkeit steht zwar weiterhin das Angebot der Jugendweihe offen – jetzt ohne sozialistisches Gelöbnis –, aber nicht jeder will daran teilnehmen.

Dompfarrer Hauke sorgte für eine Alternative und nannte sie "Feier der Lebenswende". Auf der Grundlage christlicher Literatur wird bei den Vorbereitungstreffen über die Lebenswende vom Kind zum Jugendlichen und Erwachsenen nachgedacht. Mit dem Erfurter Dom erhielt diese Feier einen Ort, der zur Besinnung, Feier und Freude über den bewußten Schritt in einen neuen Lebensabschnitt einlädt.

Herausragendes Merkmal der Erfurter Lebenswendefeier ist der "Eigenanteil" der Jugendlichen. Sie sind maßgeblich gefordert, eigene Schwerpunkte in der Monate langen Vorbereitung und für die Feier selbst zu setzen. In der Vorbereitungszeit findet auch ein Sozialprojekt statt.

Für die Feier suchen die Jungen und Mädchen aus einem Angebot von christlichen Gedichten und Meditationen einen Text aus. Dieser ist die Grundlage für weitere Überlegungen bei den Treffen. Außerdem gestaltet jeder Jugendliche als Symbol seines Lebensweges ein langes, farbiges Seidentuch in seinen Lieblingsfarben. Das Tuch wird von den Eltern zu Beginn der Feier auf den Altarstufen ausgebreitet. Während der Feier sprechen die Jugendlichen von ihrem Lebensweg. Als Zeichen der Hoffnung auf eine gute Zukunft erhalten die Jugendlichen am Schluss der Feier eine Kerze. Die Feier schließt mit der Bitte um Segen für die Jugendlichen und ihre Familien.

 

Jugendliche mit Kerzen in der Hand bei der Feier der Lebenswende 2008 im Erfurter Dom


Mit der Ernennung von Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke zum Weihbischof in Erfurt wechselte das Vorbereitungsteam. Zuständig für die Feier ist nun die Dom- und Severigemeinde. Das Vorbereitungsteam wird von Gemeindereferentin Cordula Hörbe geleitet.

Seit 2005 gibt es in Erfurt auch für Jugendliche der Christopherusschule (Schule für junge Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung) eine Feier der Lebenswende, die die Teilnehmer gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern vorbereiten. Diese Lebenswendefeier findet im Kreis der Familien, Freunde und Erzieher und unter Leitung eines Seelsorgers in einem geeigneten Kirchenraum Erfurts in festlichem Rahmen statt.

Das Konzept einer Feier der Lebenswende begeistert immer mehr Jugendliche und Eltern und stößt auch in anderen Städten Ostdeutschlands wie Berlin, Dessau, Dresden, Halle, Leipzig und Magdeburg auf anhaltendes Interesse.



Impressum | Sitemap | Kontakt
powered by St. Benno-Verlag