Bischof sendet neue Gemeindereferentin für das Bistum Erfurt aus

Beate Kuhn aus Bad Salzungen absolvierte einen Teil ihrer Ausbildung in Heiligenstadt


Jugendarbeit ist ihr ein
Herzensanliegen: Beate Kuhn
Beate Kuhn aus Bad Salzungen absolvierte einen Teil ihrer Ausbildung in Heiligenstadt...

Erfurt (BiP). Bischof Joachim Wanke sendet im Rahmen eines Pontifikalamtes im Erfurter Dom Beate Kuhn als Gemeindereferentin in den pastoralen Dienst des Bistums Erfurt.

Die Sendungsfeier am Samstag, 3. September beginnt um 9.30 Uhr. Beate Kuhn erklärt sich bereit, in ihrem Dienst Gottes Wort zu verkünden und am Aufbau der Kirche im Bistum mitzuwirken. Nach der Beauftragung überreicht ihr der Bischof die Ernennungsurkunde und eine besonders gestaltete Kerze, die an diesen Tag erinnern soll. Mit Frau Kuhn gibt es 62 Gemeindereferentinnen und –referenten im aktiven Dienst des Bistums Erfurt.

Beate Kuhn wurde am 12.3.1971 in Bad Salzungen geboren. Nach dem Abschluss der 10. Klasse an der Polytechnischen Oberschule (POS) begann sie 1987 an der Fachschule für Sozialpädagogik im Erfurter Ursulinenkloster eine Ausbildung als Erzieherin. 1991 konnte sie dort, was zu DDR-Zeiten unmöglich war, einen staatlich anerkannten Abschluss als Erzieherin machen.

Bereits im September des gleichen Jahres nahm Frau Kuhn in ihrer Heimatstadt die Arbeit als stellvertretende Leiterin sowie als Gruppenleiterin in der Ökumenischen Kindertagesstätte St. Elisabeth auf. Ehrenamtlich engagierte sie sich im Pfarrgemeinderat und in der Jugendarbeit auf Pfarr- und Dekanatsebene. Außerdem nutzte sie kirchliche Angebote, um sich in Sachen Jugendarbeit weiterzubilden.

Das Nebeneinander von Beruf und Ehrenamt sollte nicht ohne Folgen bleiben: "Die Arbeit mit den Jugendlichen machte mir sehr viel Freude. Manchmal wurde es schwierig, Dienst und Ehrenamt voneinander zu trennen. Beides forderte mich. So begann ich zu überlegen, ob ich einen anderen Weg einschlagen sollte", erinnert sich Beate Kuhn.

Nach reiflicher Überlegung und langen Gesprächen entschied sie sich kurz nach dem 30. Geburtstag, die Ausbildung zur Gemeindereferentin einzuschlagen. Trotz der engen Bindung an die Heimatgemeinde und die Familie – "meine Eltern haben schon erst einmal geschluckt" – lockte die 30-Jährige ein neues Aufgabengebiet, das ihr abwechslungsreicher und vielfältiger erschien: "Als Gemeindereferentin werde ich nicht nur mit Vorschulkindern arbeiten können", sagte sie sich damals.

Die neue Ausbildung führte sie nach Heiligenstadt, wo Beate Kuhn als Mitarbeiterin in der Seelsorge Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit sowie im Pfarrbüro übernahm. Außerdem absolvierte sie im Fernstudium und an Studienwochenenden den Studiengang "Pastorale Dienste" in Würzburg. Noch während eines Berufspraktikums als Lehrkraft für Katholische Religion und schon vor dem eigentlichen Eintritt in die Assistentinnenzeit, die Vorstufe zur Gemeindereferentin, beauftragte Bischof Wanke die junge Frau als Jugendreferentin im Referat Jugendseelsorge in Erfurt.

"Für mich ging ein großer Wunsch in Erfüllung", freut sich Beate Kuhn immer noch. Gerne nahm sie dafür während der ersten vier Monate des Jahres 2004 die Pendelfahrten zwischen Heiligenstadt und Erfurt in Kauf. Dann hieß es, wieder die Koffer zu packen. "Mit dem Umzug nach Erfurt brach ich zwar nicht alle Brücken in Heiligenstadt ab, konnte mich aber nun besser meinen Aufgaben widmen", sagt die heute 35-Jährige.

Die Jugendarbeit ist für sie eine Herzensangelegenheit: "Im Kontakt mit den Jugendlichen reicht es oft aus, einfach nur da zu sein und zuzuhören, ihnen Zeit zu schenken und so Gottes Liebe spüren zu lassen. Darin sehe ich meine Aufgabe. Weiterhin will ich durch mein Auftreten den Glauben weitertragen und mich den Anfragen gerade während der Tage der Orientierung, an denen vorwiegend nichtgläubige Jugendliche teilnehmen, stellen. Die Jugendlichen sollen Kirche positiv erleben können."

Jetzt ist Beate Kuhn erst einmal froh, dass die lange Ausbildungszeit hinter ihr liegt und sie noch bis Ende 2008 im Referat Jugendseelsorge arbeitet. Was danach kommt, weiß sie noch nicht. Doch wer Beate Kuhn kennt, hat keinen Zweifel, dass sie auch die nächsten Stationen als Gemeindereferentin "packt".


Stichwort: Gemeindereferentin, Gemeindereferent
Der Beruf der Gemeindereferentin und des Gemeindereferenten bietet Laien (katholische Christen, die weder Priester noch Diakon sind) eine Möglichkeit, in der katholischen Kirche das Gemeindeleben hauptamtlich mitzugestalten. Sie kümmern sich gemeinsam mit dem Pfarrer um die Belange der Pfarrgemeinde. Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten regen zur Mitarbeit in der Gemeinde an und stehen als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zu Verfügung. Arbeitsfelder sind die Kinder- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Altenpastoral, Religionsunterricht und Gottesdienstvorbereitung. Die Ausbildung für das Bistum Erfurt umfasst in der Regel ein dreijähriges Vollstudium und ein berufspraktisches Jahr in einer Pfarrgemeinde. Daran schließen sich zwei Jahre als Gemeindeassistent(in) an. Diplomtheologinnen und Diplomtheologen steht der Beruf ebenfalls offen.

Weitere Informationen zur Ausbildung und Arbeit der GemeindereferentInnen


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