Die Glaubenspraxis erneuern

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit

Aschekreuz wird auf Stirn gezeichnet


Erfurt (BiP).
Nach den Tollen Tagen des Karnevals beginnt die katholische Kirche am Aschermittwoch, 18. Februar die österliche Bußzeit, die gemeinhin als Fastenzeit bezeichnet wird. Ihre 40 Tage dienen der Vorbereitung auf Ostern, an dem die Christen die Auferstehung Jesu Christi von den Toten feiern. Als äußeres Zeichen für den Beginn der Bußzeit lassen sich die Gläubigen in den Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Dieser Ritus unterstreicht die Bereitschaft, das Leben entsprechend den christlichen Maßstäben zu erneuern und Zuversicht aus der Auferstehungsbotschaft zu gewinnen.

Im Erfurter Dom findet der Aschermittwochsgottesdienst mit Bischof Ulrich Neymeyr um 18 Uhr statt. Ein Hirtenbrief des Bischofs zur österlichen Bußzeit wird am ersten Sonntag der Fastenzeit (22.2.) in allen Heiligen Messen verlesen. Darin schreibt der Bischof, die österliche Bußzeit mute allen zu, das in den Blick zu nehmen, was im Leben quer liegt, und sich mit dem auseinander zu setzen, was im eigenen Leben den Geboten Gottes und oft auch den eigenen Idealen widerspricht.

Seinen Namen erhielt der Aschermittwoch von einem Brauch der alten Kirche: Zu Beginn der Fastenzeit legten Gläubige, die für eine schwere Schuld büßen mussten, ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Asche ist ein Zeichen für die menschliche Vergänglichkeit und Symbol für Trauer, Buße und Umkehr. Die Redewendungen "In Sack und Asche gehen" oder "Asche auf mein Haupt" wissen noch um diese altkirchliche Bußpraxis, von der sich bis heute der Ritus der Aschenbestreuung gehalten hat.

Christlich motiviertes Fasten geht es nicht um Körpergewicht und Wellness. Es will Herz und Verstand für religiöse Erfahrungen öffnen und die Glaubenspraxis erneuern. Fasten umfasst darum mehr als die Einschränkung von Essen und Trinken. Vielmehr will es erkennen lassen, was im Leben des jeweiligen Menschen Gewicht hat und wem er wichtig ist oder wichtig sein könnte. Worauf baut der Mensch sein Leben, und welche Rolle spielt Gott dabei? Die persönliche, soziale und religiöse Dimension des Fastens bilden nach christlichem Verständnis eine untrennbare Einheit.

13.02.2015



Impressum | Sitemap | Kontakt
powered by St. Benno-Verlag