Beten für die Opfer

Kolping-Sühneandacht der Thüringer Kolpingsfamilien in Buchenwald



Kolpingsfamilien beim Gebet in Buchenwald

Einen biblisch-historischen Kreuzweg beteten und meditierten am 22. März Vertreter aus sieben Thüringer Kolpingsfamilien auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald. Die Männer, Frauen und Kinder aus Weimar, Pößneck, Saalfeld, Rudolstadt, Suhl, Heiligenstadt und Erfurt gedachten bei ihrem traditionellen Treffen des Leidens und Sterbens Jesu, aber auch der Unmenschlichkeit im Konzentrationslager sowie in unserer Zeit.

So beteten die Kolping-Pilger u.a. auf dem einstigen Appellplatz für alle ungerecht Verurteilten, beim Gang über das weite Gelände besonders für Schwerkranke, die ihren letzten Weg vor Augen haben, sowie für Menschen, die Kranken Beistand leisten oder in Rettungsdiensten Verunglückten helfen. Darüber hinaus gab es an den verschiedenen Kreuzweg-Stationen, so vor den Todeszellen des evangelischen Pfarrers Paul Schneider und des katholischen Prälaten Otto Neururer, am früheren sowjetischen Speziallager und  im Hof des einstigen Krematoriums Gelegenheit zum ganz persönlichen Gebet.

Weimars Kolping-Präses Pfarrer Horst Klemm, der das Gedenken erneut vorbereitet hatte, erinnerte die Pilger daran, dass im KZ Buchenwald 56 000 Menschen umgebracht wurden, und nach 1945 im sogenannten sowjetischen Speziallager weitere 8 000 Opfer zu Tode kamen. Unter den Naziopfern waren mindestens zwei bekannte Kolpingmitglieder: Theodor Babilon und Präses Richter. Außerdem mussten nach 1945 im "Speziallager" auch weitere Christen sowie Kolpingfreunde Unmenschliches erdulden.       
Nicht zuletzt deshalb organisieren die Thüringer Kolpingsfamilien bereits seit 1958 spezielle Sühneandachten.                               

M. Meinung

25.3.2014



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