Rohstoffpreise verführen Glockendiebe

Warnung des Deutschen Glockenmuseums


Zerstörte Monkehagenglocke, Foto der Polizeiinspektion Güstrow
Die traurigen Überreste der zerstörten Glocke von Groß Ridsenow.


In den vergangenen Monaten ist es vermehrt zum Diebstahl von Glocken gekommen. Immer stärker steigende Rohstoffpreise lassen die Täter selbst vor äußerst wertvollem Kulturgut nicht zurückschrecken. Ein spektakulärer Diebstahl ereignete sich vor kurzem in Groß Ridsenow (Mecklenburg-Vorpommern). Dort wurde eine ca. 600 kg schwere wertvolle Glocke aus dem 15. Jahrhundert aus ihrem freistehenden Glockenstuhl ausgebaut und abtransportiert.

Ähnliche Fälle ereigneten sich in der jüngsten Vergangenheit in Wynau, Hoogstede, Drübeck, Jößnitz und Aue. Im Regelfall werden die Glocken zum Materialpreis an Schrotthändler verkauft und dort – ungeachtet ihres historischen Wertes – zerlegt, wie leider auch der Fall von Groß Ridsenow gezeigt hat.

Das Deutsche Glockenmuseum rät allen Pfarr- und Kirchengemeinden, nicht genutzte und frei aufgestellte Glocken zu prüfen, ob diese genügend gesichert sind. Insbesondere historische Glocken, die vor Kirchengebäuden abgestellt sind oder Glocken in offener Aufhängung, wie beispielsweise in frei stehenden Glockenstühlen und Glockenhäusern, sind begehrte Objekte von Diebstahl.

Jeder Kirchengemeinde sei daher dringend angeraten, die Glocken gegen Diebstahl ausreichend zu sichern. Das Deutsche Glockenmuseum empfiehlt, vor Kirchen abgestellte historische Glocken in geschlossenen Räumen aufzubewahren und frei hängende Glocken nach Gebrauch speziell zu sichern. Wie am Beispiel von Groß Ridsenow zu sehen ist, schrecken Diebe mittlerweile auch vor einer zeitraubenden Demontage einer größeren Glocke aus ihrem Glockenstuhl nicht mehr zurück.

Erhöhte Aufmerksamkeit empfiehlt das Deutsche Glockenmuseum aber auch sämtlichen Händlern von Schrott und Buntmetallen. Wer eine Glocke zum Kauf angeboten bekommt – insbesondere wenn deren Herkunft unbekannt ist –, sollte in jedem Fall die Polizei verständigen.

www.glockenmuseum.de


Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Glockenmuseums e.V., Gescher: Den Inhalt verantwortet der Absender.

1.11.2012



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