"Die neue Regierung muss fest im Sattel sitzen"

Katholisches Büro zu den Koalitionsverhandlungen in Thüringen

Ordinariatsrat Winfried WeinrichErfurt (BiP). Einen Tag nach den Thüringer Landtagswahlen fordert der Leiter des Katholischen Büros Erfurt, bei den Koalitionsverhandlungen das Ziel politischer Stabilität und Handlungsfähigkeit im Auge zu behalten. "Nicht zuletzt wegen der Erschütterungen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise muss die Landesregierung fest im Sattel sitzen", sagte Ordinariatsrat Winfried Weinrich (Foto).

In Sachen Familien- und Bildungspolitik hofft Weinrich auf Kontinuität. Das Landeserziehungsgeld müsse erhalten bleiben, um die Wahlfreiheit der Eltern zu gewährleisten. "Niemand darf durch Abschaffung des Erziehungsgeldes finanziell gezwungen werden, sein Kind in eine Kita zu geben, wenn er dies nicht möchte", betonte der Leiter des Katholischen Büros.

Schulpolitisch erwarte die Katholische Kirche den Erhalt des gegliederten Schulsystems, wobei dabei besonders auf die individuelle Förderung und die Durchlässigkeit, also den Wechsel von einer Schulform zu einer anderen, zu achten sei.

Über das schlechte Abschneiden der NPD, die die Fünf-Prozent-Hürde verfehlte, zeigte sich Weinrich erleichtert. "Die erfreulicherweise gestiegene Wahlbeteiligung hat sicher auch damit zu tun, dass die Thüringer keine Extremisten im Landtag sehen wollen", meinte der Ordinariatsrat. Dennoch müsse man auch künftig wachsam bleiben, so Weinrich, weil die NPD höhere Stimmengewinne als bei der letzten Wahl erzielen konnte.

Das Katholische Büro Erfurt vertritt als Kommissariat der katholischen Bischöfe in Thüringen die Interessen der Kirche im politischen Raum.


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