Träum weiter!

Das Seelsorgeamt im Bistum Erfurt startete eine Postkarten-Aktion und fragte nach, wie Kirche sein sollte. Hier die Ergebnisse - zum Nach- und Weiterdenken


Karte mit Zeichnung (Menschen)


Die Kirche, nach der ich mich sehne, ist… sollte… braucht… - das steht auf Postkarten, die wir (das heißt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seelsorgeamtes) seit der Bistumswallfahrt im September 2014 an Menschen im Bistum Erfurt verteilt haben. Natürlich gibt es auf den Postkarten viel Platz zum Schreiben. Seitdem sind über 200 Karten bei uns angekommen mit ganz verschiedenen Antworten. All diese Antworten finden Sie in der unten abrufbaren PDF-Datei veröffentlicht.

Karte Kirchenträume

Warum halten wir das für sinnvoll? Ca. 200 Antworten, das ist nicht sehr viel! Aber es sind Antworten von Menschen, denen unsere Kirche offenbar am Herzen liegt. Von ihnen zu erfahren, was und wie Kirche sein sollte, ist uns wichtig. Zwei Ziele verfolgen wir damit: 1. Wir wollen das Gespräch anregen und in diesem Gespräch nach Wegen suchen, katholische Kirche in Thüringen zu gestalten. 2. Wir wollen etwas verändern. Dort wo wir die Möglichkeit haben, wollen wir Kraft und Aufmerksamkeit darauf verwenden, Kirche in Richtung der genannten Träume zu verändern.

Wir haben uns im Seelsorgeamt Zeit genommen, haben die Antworten gelesen, haben miteinander geredet und nach konkreten Schritten gesucht, haben überlegt, was wir tun können und sollen.  Die wichtigste Entscheidung dabei: Wir verordnen unsere Erkenntnisse nicht den Gemeinden, sondern fangen bei uns an. Folgende Themen haben wir aus den Postkarten herausgenommen und in Arbeitsgruppen bearbeitet:
•    Der Wunsch nach einer offenen Kirche – das am häufigsten genannte Thema auf den Karten. Für uns bleibt die Frage: Was meinen die Menschen damit, wenn sie das schreiben. Hier suchen wir noch nach Wegen, ins Gespräch zu kommen. Einige Schritte wollen wir angehen: Wir wollen darauf achten, bei unseren Aktionen, bei Wallfahrten, Kursen und dem, was wir sonst tun, Offenheit zu zeigen. Wir werden versuchen, unsere Spielräume zu nutzen und Weite zuzulassen. Ein ganz konkreter Punkt: in jeder Seelsorgeamtssitzung soll es eine "aktuelle Stunde" geben. Da wollen wir uns mit Blick auf die aktuellen Nachrichten fragen: Was will Gott  von uns als Kirche?
•    Wie gehen wir mit nicht so geradlinigen Lebensläufen um? – Wir wollen unsere Kurse anschauen und neben den Angeboten für Familien auch solche für Erwachsene in unterschiedlichen Lebenssituationen schaffen.
•    An Kirche beteiligen – Wir haben uns gefragt: Wie können wir auf unserer Ebene etwas für eine Kirche tun, in die man sich einbringen und sich wirklich beteiligen kann. Wir wollen gelungene Beispiele aus Gemeinden und Einrichtungen veröffentlichen, damit man Anregungen findet. Außerdem wollen wir den Traum von einer Kirche, an der man sich wirklich beteiligen kann, immer wieder ins Gespräch bringen und in unserem Bereich immer mehr verwirklichen.
•    Geistliches Tun miteinander – Im Seelsorgeamt haben wir bereits angefangen, uns vor Sitzungen mit dem Eigentlichen, d.h. Gottes Wort zu befassen, ehe wir andere Themen besprechen. Wir nehmen uns vor, geistliche Aufbrüche aufmerksam wahrzunehmen und vorzustellen. So hoffen wir, dass der Wert geistlichen Tuns immer mehr sichtbar wird.
•    Das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen – Auf den Postkarten waren oft Problemanzeigen zu diesem Thema zu lesen. Wir wollen auch weiterhin ein Kirchenbild vertreten, in dem das Engagement aller Getauften geschätzt und gewürdigt wird. Wir bemühen uns, Ehrenamtliche zu stärken und ihnen den Rücken frei zu halten.
•    Jugend – Oft wird auf den Postkarten das Problem fehlender Jugendlicher in unseren Gemeinden beklagt. Dahinter vermuten wir die Sorgen um die Zukunft unserer Gemeinden. Wir bemühen uns um Angebote zwischen Oasen der Ruhe und konkretem Anpacken, wollen einen Ausgleich zwischen Benachteiligten und "Weltverbesserern" befördern.
•    Optimistische, frohe Grundeinstellung von hauptamtlichen Mitarbeitern – Viele Stichworte auf Postkarten führen uns das Problem vor Augen, dass hauptamtlich Mitarbeitende oft wenig Freude ausstrahlen. Wir wollen versuchen, mit den Verantwortlichen im Bistum eine bessere Begleitung zu ermöglichen.

Das sind die Punkte, an denen wir dranbleiben wollen. Es sind unsere ganz subjektiven Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Postkartenaktion.

Deshalb unsere Frage an Sie:
Haben wir die Anliegen richtig verstanden?
Haben wir etwas Wichtiges vergessen?
Können und wollen Sie uns in dem einen oder anderen Anliegen unterstützen?

Vielleicht möchten Sie selbst noch eine Postkarte ausfüllen oder in Ihrer Gemeinde eine ähnliche Umfrage starten. Gern schicken wir Ihnen diese Karten zu.

Hier können Sie die Karten bestellen oder mit uns auch sofort Kontakt aufnehmen und Ihre "Kirchenträume" mitteilen.

Die uns zugesandten Kirchenträume finden Sie als PDF-Datei hier.

19.1.2015



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