Bestürzung, Tränen, Trauer

Stimmen Thüringer Weltjugendtagsteilnehmer zum gewaltsamen Tod von Frère Roger


"Als wir am Abend vom Tod Frère Rogers erfuhren, machte sich sofort eine unheimliche Betroffenheit breit. Tränen sind geflossen und es herrschte gedrückte Stimmung. Mit den polnischen und italienischen Jugendlichen in unserer Unterkunft haben wir spontan ein Abendgebet für Roger Schutz abgehalten. Sein Tod ist ähnlich wie der von Gandhi und Martin Luther King: Wie diese beiden hat sich Frère Roger für Versöhnung eingesetzt und ist selber gewaltsam umgekommen."
Schwester Ulrike Harnisch vom Ursulinenkloster Erfurt, Mitorganisatorin von Taizé-Gebeten in Erfurt, war bereits mehrfach in Taizé, ihr Kloster unterhält gute Kontakte dorthin.


"Eine der charismatischsten Gestalten, die wir im Christentum und in der Ökumene haben, ist nun leider tot."
Diözesan-Jugendseelsorger Wigbert Scholle (37) aus Erfurt



"Gestern Abend wussten wir nur vom Tod von Frère Roger, erst heute Morgen haben wir beim Aufstehen per SMS erfahren, dass er umgebracht worden ist. Die Nachricht hat sich von Waschraum zu Waschraum verbreitet. Wir waren alle entsetzt." Kaplan Stefan Götting (39) aus Mühlhausen


"Es hat mich sehr getroffen, obwohl ich noch nicht in Taizé war. Ich habe aber an Taizé-Gebeten teilgenommen und da Brüder aus Taizé erlebt. Das war eine faszinierende Geschichte. Frère Rogers Tod ist ein schwerer Schlag für den Weltjugendtag."
Dominik Sorber (19) aus Apolda


"Wir haben erst um halb ein Uhr Nacht in unserer Unterkunft davon erfahren. Auch wenn ich noch nie in Taizé war, ist mir Frère Roger ein Begriff, und ich bin genau so betroffen wie die anderen, die ihn kannten."
Matthias Heß (18) aus Streitholz, Eichsfeld


"Mich traf die Nachricht heute morgen beim Zähneputzen. Ich konnte es erst gar nicht fassen, ich war bestürzt. Als ich in Taizé war, hatte ich mich nach dem Abendgebet von ihm segnen lassen. Frère Roger stand mir als Persönlichkeit sehr nahe."
Lukas Roschka (17) aus Eisenach


"Ich war letztes Jahr in Taizé. Ich bin ziemlich bestürzt, dass man jemand an einem solch friedlichen Ort umbringen kann – und dann noch ausgerechnet Frère Roger."
Martina Hünermund (22) aus Mengelrode, Eichsfeld


"Frère Roger hat die Jugend angesprochen, auch noch im Alter. Er war für mich so etwas wie ein Leitbild. Ihn zuletzt in seiner Gebrechlichkeit zu erleben, hat mich sehr beeindruckt. Es war ähnlich wie bei Johannes Paul II."
Michael Blech (41), Religionslehrer aus Arnstadt


"Ich bin schon zweimal in Taizé gewesen. Beim ersten Mal hab ich mich von Frère Roger segnen lassen. Das war ein sehr intensives Gefühl, das ich vorher noch nie erlebt hatte. Als er mich spontan zum Mittagessen einlud, war ich völlig erstaunt. Als Mensch war Frère Roger sehr beeindruckend, ganz einfach, vollkommen authentisch, freundlich und offen. Besonders seine klaren Augen habe ich gut in Erinnerung. Jetzt bin ich sehr bestürzt. Aber mein Mitgefühl gilt auch der Täterin. Sie hat es bestimmt nur getan, weil sie geistig verwirrt war."
Michael Maring (18) aus Leinefelde, Eichsfeld


Kondolenzbuch zum Tod von Frère Roger


Stichwort: "Gemeinschaft von Taizé


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