Kolping-Sühne-Kreuzweg in Buchenwald

Thüringer Kolpingsfamilien  beteten wieder auf dem Ettersberg


betende Menschen vor einem großen Holzkreuz auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald


Weimar/Ettersberg. Zu ihrer traditionellen Sühneandacht trafen sich am dritten Fastenwochenende (18. März) erneut zahlreiche Mitglieder des Thüringer Kolpingwerkes auf dem Ettersberg bei Weimar.

Die „Kolpinger“ aus Weimar, Pößneck, Suhl, Rudolstadt und Erfurt zogen bei stürmischem Aprilwetter betend und meditierend über das weite Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Dabei gedachten sie an sieben Kreuzweg-Stationen der damaligen und heutigen Opfer ungerechter Gewalt. So erinnerten sie an die in diesem KZ ermordeten Kolpingmitglieder, an getötete weitere Christen, aber auch an alle anderen Nazi-Opfer.

In dieser Intention beteten die Kolpingfreunde vor den Bunker-Zellen des evangelischen Pfarrers Paul Schneider und des ebenfalls hier ermordeten katholischen Prälaten Otto Neururer. Ein christliches Memento hielten sie ebenso am einstigen sowjetischen Speziallager, in dem nach 1945 rund 7.000 Menschen starben, sowie im Hof des ehemaligen Krematoriums, das zum Friedhof für 56.000 Menschen wurde.

Pfarrer Horst Klemm, der die Sühneandacht seit Jahren leitet, stellte während des 90minütigen Kreuzweges - ausgehend von Bibelworten - tiefgehende Betrachtungen zu Kreuz und Leid an, die für Christenmenschen  aber letztlich in österlicher Hoffnung aufgehoben seien. Der traditionelle Bußgang der Thüringer Kolping-Gemeinschaft endete mit dem Gebet für alle Opfer und die vielen Notleidenden unserer Zeit sowie dem gemeinsamen Gesang von „Christ ist erstanden“.

Bereits seit 1958 organisieren die Thüringer Kolpingsfamilien Sühneandachten in Weimar bzw. im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, in dem während der NS-Herrschaft auch mindestens zwei Kolpingmitglieder den Märtyrertod starben.    Michael Meinung

24.03.2017



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