Missio-Truck informiert über Menschen auf der Flucht

Der Truck ist auch Sammelstelle für die "Aktion Saubere Handys"


Missio-Truck mit Bildern, der Flüchtende zeigt


Heilbad Heiligenstadt (BiP).
Mit knapp 17 Metern Länge dürfte er kaum zu übersehen sein, der Multimedia-Truck des katholischen Hilfswerkes Missio, der ab Sonntag 4. Dezember, täglich von 8 bis 20 Uhr vor der "Villa Lampe" (Holzweg 2) in Heiligenstadt steht. Bis zum 9. Dezember können Besucher und Schulklassen im Inneren des Missio-Trucks anhand eines Computerspiels nachempfinden, was es heißt, auf der Flucht zu sein. Acht beispielhafte Biografien stehen für das Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen im Ostkongo. Neben den Spiel- und Hörstationen ergänzen weitere Mitmachangebote und Infotafeln die Ausstellung. (Informationen und Anmeldung für Schulklassen bei Ayline Plachta, Missio-Referentin im Bistum Erfurt, Tel. 0152-54237341). Am Missio-Truck besteht auch die Möglichkeit, im Rahmen der "Aktion Saubere Handys" alte Handys abzugeben und so den Fluchtursachen im Kongo entgegen zu wirken.

Wenn auch mehr als 6.000 Kilometer Luftlinie zwischen Deutschland und dem Ostkongo liegen, sind diese Region Afrikas und seine Bewohner den Deutschen näher, als die meisten ahnen. Dort wird Coltan abgebaut, ein seltenes Erz, das für die Herstellung von Handys gebraucht wird. Weil in der Demokratischen Republik Kongo seit vielen Jahren ein blutiger Bürgerkrieg tobt, erobern die untereinander verfeindeten Milizen die Coltan-Minen und verkaufen das geförderte Erz illegal, um davon Waffen kaufen und ihre Kriegszüge finanzieren zu können. Die Rebellen überfallen ganze Dörfer, morden, plündern, brandschatzen und vergewaltigen Frauen. Missio appelliert darum per Unterschriftensammlung an führende Mobilfunkunternehmen, kein illegales Coltan aus der Konfliktregion zu verwenden und so den Milizen das Geld zu entziehen.

Außerdem sammelt das Hilfswerk mit der "Aktion Saubere Handys" ausgediente Handys, denn sie enthalten wertvolle Rohstoffe, die nicht ungenutzt bleiben sollen. Nach Schätzung von Experten liegen über 100 Millionen abgelegte Handys in deutschen Schubladen. Mit seiner Sammelaktion führt Missio solche Geräte der umweltgerechten Verwertung oder der Wiederverwendung zu. Für jedes Handy erhält das Hilfswerk von seinem Partner "Mobile Box" 60 Cent. Vom Erlös werden auch die Opfer des kongolesischen Bürgerkrieges unterstützt. Erfahrene Therapeuten leisten den Frauen, Männern und Kindern, die extremes Leid erlitten haben, seelischen und medizinischen Beistand und geben ihnen neuen Mut. Das geschieht vor Ort in Trauma-Zentren, die mit Unterstützung von Missio aufgebaut wurden.

02.12.2016

Der Truck ist auch Sammelstelle für die "Aktion Saubere Handys"



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