"Wo kommen wir denn dahin?"

Bistumswallfahrt nimmt mit "Markt der guten Möglichkeiten" faires Handeln in den Blick

Einzug der Ministranten, Fahnenträger, Priester und Bischöfe beim Wallfahrtsgottesdienst auf dem Erfurter DomplatzErfurt (BiP). Die heftigen Regenfälle und der Temperatursturz am Wochenende forderten bei der Erfurter Bistumswallfahrt am heutigen Sonntag (18. September) ihren Tribut. Rund 3.500 Pilger folgten der Einladung von Bischof Ulrich Neymeyr in die Thüringer Landeshauptstadt und damit weniger als in den Vorjahren. Das Motto der Wallfahrt lautete "Wo kommen wir denn da hin?" und spielte im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hatte, mit dem Gedanken, wie die Welt aussehen könnte, wenn Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Fairness den Alltag bestimmen würden.

"Wenn Sie unter Barmherzigkeit Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe verstehen, finden Sie nach dem Gottesdienst auf dem Domplatz viele Beispiele, wie die aussehen können", sagte Bischof Neymeyr zu Beginn der Wallfahrt zu den Pilgern und verwies damit auf den "Markt der guten Möglichkeiten", der im Anschluss an die Wallfahrtsmesse öffnete. Gemeinsam mit der Stadt Erfurt präsentierte das Bistum auf dem Domplatz Vereine und Hilfsorganisationen von "A" wie Aids-Hilfe bis "Z" wie Zukunftsfähiges Thüringen, die sich auf unterschiedliche Weisen für Mensch und Umwelt engagieren, darunter Bahnhofsmission und Gefängnisseelsorge, Oxfam Deutschland, der Landesverband Niere, die Kinderhilfe Nepal und viele andere. Bei der Caritas-Aktion "Einmal essen macht zweimal satt" konnten Besucher nicht nur ihren Hunger stillen, sondern zugleich die Suppenküche der Caritas unterstützen, für die der Erlös der Aktion bestimmt war.

In seiner Predigt führte der Bischof Neymeyr aus, dass Barmherzigkeit keine Sache des guten Gefühls beim Barmherzigen sein müsse, sondern durchaus auch wehtun könne. Werke der Barmherzigkeit "können einen hohen persönlichen Einsatz und eine große Opferbereitschaft fordern", sagte Neymeyr. Als eine besondere Christenpflicht beschrieb der Bischof die Bereitschaft zur Vergebung. Jesus Christus habe die Seinen immer wieder aufgefordert, den Menschen zu vergeben. "Er war sich sicher bewusst, welch große Herausforderung dies für uns Menschen ist. Deswegen ist er nicht müde geworden, davon zu erzählen, dass und wie Gott den Menschen vergibt." Und weil Gott vergeben würde, seien auch die Christen zur Vergebung herausgefordert, sagte der Bischof mit Verweis auf ein Wort Jesu im Lukas-Evangelium: "Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!" (Lk 6,36).

19.09.2016

    
  

Bistumswallfahrt nimmt mit "Markt der guten Möglichkeiten" faires Handeln in den Blick



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