Zwei neue Domkapitulare von Bischof Neymeyr ernannt

Regens Ansgar Paul Pohlmann, Erfurt, und Pfarrer Winfried Mucke, Sonneberg, werden am Mittwoch ins Domkapitel eingeführt

Signum des Domkapitels ErfurtErfurt/Sonneberg (BiP). Das Erfurter Domkapitel St. Marien erhält zwei neue Mitglieder. Bischof Ulrich Neymeyr hat den Leiter des Regional-Priesterseminars Erfurt, Regens Ansgar Paul Pohlmann, und den Pfarrer der Kirchengemeinde St. Stefan in Sonneberg, Winfried Mucke, im Einvernehmen mit dem Domkapitel zu Domkapitularen ernannt. Zu den vornehmsten Aufgaben des Domkapitels zählt die Wahl eines neuen Bischofs, wie es zuletzt 2014 geschah, als das Gremium den Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr zum Bischof von Erfurt erwählte.

Die Einführung in das Kapitel erfolgt am Mittwoch, 14. September um 18 Uhr im Rahmen einer Heiligen Messe. Zu Beginn sprechen die beiden Kandidaten mit der Gemeinde das Glaubensbekenntnis und versprechen, die Statuten des Domkapitels anzuerkennen. Danach überreicht der Bischof Regens Pohlmann und Pfarrer Mucke als Zeichen ihres neuen Dienstes das Signum des Kapitels. Das Signum wird an einer Brustkette über dem liturgischen Gewand getragen und zeigt auf der Vorderseite die Patronin des Domes, die Gottesmutter Maria, und auf der Rückseite die Patronin des Bistums Erfurt, die heilige Elisabeth von Thüringen. Den neuen Dienst als Domkapitulare übernehmen Pohlmann und Mucke zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben.

Zum Erfurter Domkapitel zählen den Statuten nach fünf residierende und drei nichtresidierende Domkapitulare. Als "residierend" bezeichnet man die Kapitelsmitglieder, die im Einzugsbereich des Domes wohnen, während die in entfernteren Gemeinden "nichtresidierend" genannt werden. Die Neuernennung von Pohlmann und Mucke war nach der Emeritierung der Domkapitulare Gregor Arndt und Heinz Josef Durstewitz notwendig geworden.

Das Domkapitel trägt innerhalb des Bistums an der Verantwortung für das Wachstum des Glaubens mit und unterstützt den Bischof bei seinen Aufgaben. Es sorgt für eine würdige Feier der Gottesdienste am Dom und wählt beim Amtsverzicht oder Tod des Bischofs einen Diözesanadministrator, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet. Der neue Bischof wird vom Domkapitel aus einer päpstlichen Dreierliste gewählt.

Porträt Ansgar PohlmannAnsgar Paul Pohlmann (55) wurde am 25.4.1992 in Köln zum Priester geweiht. 1996 kam er als Angehöriger des Jesuitenordens nach Erfurt-Hochheim und wurde kurz darauf Pfarradministrator der Pfarrei St. Bonifatius in Hochheim und im Dezember Seelsorgereferent des Dekanates Erfurt. Im Jahr 2001 wechselte er aus dem Jesuitenorden in den Dienst des Bistums Erfurt und wurde Pfarrer der Pfarrei St. Michael in Weissenborn-Lüderode im Eichsfeld. 2002 übernahm er zusätzlich die Filialgemeinde St. Johannes d. Täufer in Jützenbach. Im Jahr 2005 wurde Pfarrer Ansgar Pohlmann Hochschulpfarrer der Studentengemeinden in Jena und Weimar. 2010 übernahm er die Pfarrei St. Johannes Baptist in Jena. Im Jahr 2014 übernahm er zusätzlich als Pfarradministrator die vakante Pfarrei St. Bonifatius in Apolda. Seit Juli 2015 ist er Regens am Regional-Priesterseminar in Erfurt.

Porträt Winfried MuckeWinfried Mucke (61) empfing die Priesterweihe 1983 in Erfurt. Drei Kaplansstellen führten ihn in die Propstei St. Marien in Heiligenstadt (1983), nach Weimar (1988) und Sonneberg (1991), ehe er 1995 Pfarrer in Bad Langensalza wurde. 2008 übernahm er zusätzlich die Pfarrei Schlotheim. 2010 wechselte er in das Pfarramt von Breitenworbis. Seit letztem August ist Winfried Mucke Pfarrer in Sonneberg.

Stichwort: Domkapitel, Domkapitular
Das Domkapitel (Kapitel von lat. caput, Kopf), ist das Leitungsgremium einer Bischofskirche. Seine Mitglieder sind Priester, die vom Ortsbischof ausgewählt und zu Domkapitularen (auch als Domherren oder Kanoniker bezeichnet) ernannt werden. Dabei ist das Domkapitel zu hören.
Die Größe des Domkapitels variiert je nach Größe der Diözese, wobei die im Einzugsbereich des Domes wohnenden Kapitelsmitglieder residierende Domkapitulare, die in entfernteren Gemeinden nichtresidierende Domkapitulare genannt werden.
Als juristische Person wird die Arbeit des Kapitels durch das allgemeine Kirchenrecht, durch Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz und Konkordatsbestimmungen festgelegt. Hinzu kommen noch verschiedene Gewohnheiten der Diözese und geschichtliche Eigenheiten, die die Aufgaben des Domkapitels bestimmen.
Seine erste Aufgabe ist es, die Liturgie in der Bischofskirche ("Dom", Kathedrale) zu organisieren und für eine würdige Durchführung von feierlichen Gottesdiensten zu sorgen.
In den meisten deutschen (Erz-)Bistümern obliegt es dem Domkapitel, beim Amtsverzicht oder Tod des Bischofs für die Übergangszeit einen Diözesanadministrator zu wählen, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet.
Die deutschen Domkapitel, ausgenommen die der bayerischen Diözesen und des Bistums Speyer, wählen den Bischof aus einer päpstlichen Dreierliste und beraten ihn bei der Leitung des Bistums.

09.09.2016



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