Eichsfelder Thomas Münnemann wird zum Diakon geweiht

Nach der Weihe durch Weihbischof Hauke arbeitet der neue Diakon ab Juni in Saalfeld


Thomas Münnemann aus Neuendorf wird von Weihbischof hauke zum Diakon geweiht


Bischofferode (BiP). Weihbischof Reinhard Hauke weiht Thomas Münnemann (25) aus Neuendorf (Eichsfeld) am Samstag, 16. April in Bischofferode zum Diakon. Die Weiheliturgie in der Pfarrkirche St. Marien beginnt um 10 Uhr und findet im Rahmen einer festlichen Heiligen Messe statt, an der auch der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr teilnimmt. Münnemann möchte Priester werden. Die Diakonenweihe ist die erste Weihestufe auf dem Weg dorthin.

Mit dem Weihbischof konzelebrieren Münnemanns Heimatpfarrer Msgr. Klaus Röhrig und Regens Ansgar Pohlmann vom Regional-Priesterseminar Erfurt sowie die Pfarrer Heiko Husmann, Bischofferode, und Andreas Mittmann, Berlingerode. Gleich drei Ensembles aus Bischofferode singen im Gottesdienst: die Schola Vocapella und die Jugendschola sowie der Kirchenchor. Ralf Lippold spielt die Orgel.

Thomas Münnemann wuchs als jüngstes von sechs Kindern in einer katholischen Familie in Neuendorf auf. Dass er sein ganzes Leben in den Dienst Gottes und der Kirche stellen möchte, überraschte die Eltern, als er davon erzählte, aber die Orientierung in diese Richtung begann schon in jungen Jahren. Den Wunsch, „der geistlichen Spur zu folgen“, verstärkten seine Dienste als Messdiener und Lektor sowie die Religiösen Kinderwochen und die Jugendarbeit im Marcel-Callo-Haus in Heiligenstadt.

Letztlich war es die Frage nach dem Sinn seines Lebens zum Ende der Gymnasialzeit in Worbis, die ihn endgültig auf den Weg brachte. „Als Christ glaube ich, dass Gott mein Glück will und dass er den Weg dahin kennt. Also habe ich mich darangemacht herauszufinden, was er von mir will“, sagt Münnemann rückblickend. Durch eine lange Zeit des Betens und die Arbeit mit vielen Menschen wurde ihm „immer klarer, dass mir Neigungen und Fähigkeiten geschenkt sind, die sich am fruchtbarsten im geistlichen Amt entfalten lassen.“

Die Gestalt des heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226) faszinierte den jungen Abiturienten derart, dass ihn sein Weg zunächst zu den Franziskanern führte. Nach einer Zeit der Einführung in das Ordensleben und der Mitarbeit in Suppenküchen, Kleiderkammern und anderen karitativen Bereichen nahm Münnemann 2011 in München das Studium der Theologie und Philosophie auf. Seine Studien setzte er 2013 in Erfurt fort, nachdem er den Franziskaner-Orden auf eigenen Wunsch wieder verlassen hatte. 2014 wurde er Priesterkandidat des Bistums Erfurt und beendete im Jahr darauf die Studienzeit mit dem akademischen Grad eines Magisters theologiae.

Die sich anschließende Ausbildung im sogenannten Pastoralkurs des Priesterseminars führte Thomas Münnemann zum Praktikum nach Bischofferode, wo ein Schwerpunkt auf dem Religionsunterricht an der dortigen Regelschule und der Grundschule in Weißenborn lag. Als Diakon wird er ab Juni in Saalfeld wirken. Von seiner Zeit als Diakon erhofft sich Münnemann „vor allem eine Vertiefung meiner Freundschaft zu Jesus. Das ist für mich die Hauptsache. Alles andere folgt daraus bzw. hängt damit zusammen: der Kontakt zu den Menschen, die sonst wenig Aufmerksamkeit erfahren, wie den Alten und Kranken, und die Weitergabe der Frohen Botschaft von der Liebe Gottes, im Religionsunterricht und im Gottesdienst. Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.“


Stichwort: „Diakon, Diakonenweihe“
In der Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff Diakon stammt vom griechischen Verb „diakonein“ ab und bedeutet Diener, Helfer. Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden wollte. So wurde das Diakonat zur „Durchgangsstufe“ auf dem Weg zum Priesteramt. Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65), die Versammlung aller katholischen Bischöfe mit dem Papst, betonte wieder stärker die ursprüngliche Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht, die ihren Dienst in der Gemeinde verrichten. Unverheiratete, auch verwitwete Männer können ebenfalls Ständiger Diakon werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend.
Zu den Aufgaben des Diakons gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders um Alte und Kranke.
Im Rahmen der Weihehandlung innerhalb einer Heiligen Messe liegen die Kandidaten bei der Allerheiligenlitanei vor dem Altar auf dem Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass sie sich ganz Gott übereignen wollen. Der Bischof weiht durch Handauflegung und Gebet. Die Pfarrer der Heimatgemeinden legen den neuen Diakonen die liturgischen Gewänder an. Dann überreicht der Bischof das Evangelienbuch, aus dem die Botschaft Jesu Christi verkündigt werden soll, und besiegelt mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruß die Aufnahme in das neue Amt.


12.4.2016



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