Mit Blick auf Ostern

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit

Aschenkreuz auf Stirn

Bistum Erfurt (BiP). Mit Gottesdiensten am Aschermittwoch (10. Februar) beginnt die katholische Kirche die österliche Bußzeit, die gemeinhin als Fastenzeit bezeichnet wird. Ihre 40 Tage dienen der Vorbereitung auf Ostern, an dem die Christen die Auferstehung Jesu Christi von den Toten feiern. Als äußeres Zeichen für den Beginn der Bußzeit lassen sich die Gläubigen in den Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Dieser Ritus unterstreicht die Bereitschaft, das Leben entsprechend den christlichen Maßstäben zu erneuern und Zuversicht aus der Auferstehungsbotschaft über das irdische Leben hinaus zu gewinnen.

Seinen Namen erhielt der Aschermittwoch von einem Brauch der alten Kirche: Zu Beginn der Fastenzeit legten Gläubige, die für eine schwere Schuld büßen mussten, ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Asche ist von alters her ein Zeichen für die menschliche Vergänglichkeit und Symbol für Trauer, Buße und Umkehr. Die Redewendungen "In Sack und Asche gehen" oder "Asche auf mein Haupt" wissen noch um diese altkirchliche Bußpraxis, von der sich bis heute der Ritus der Aschenbestreuung gehalten hat.

Das vierzigtägige Fasten – die Sonntage der österlichen Bußzeit sind keine Fastentage – vollzieht sich durch freiwilligen Verzicht: im engeren Sinn auf Nahrung, im weiteren Sinn auf zeitraubende Vergnügungen und auf die Erfüllung von Konsumwünschen. Kinder, Kranke und alte Menschen sind vom Fasten befreit. Durch den Verzicht werden Zeit und (finanzielle) Mittel frei für die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, für die Begegnung mit Menschen und die Solidarität mit den Armen, für das Gebet zu Gott. Die persönliche, soziale und religiöse Dimension des Fastens bilden nach christlichem Verständnis eine untrennbare Einheit.


"Das Ziel der Fastenzeit ist nicht das Fasten."
Ein Interview über den Sinn der Fastenzeit mit dem Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann



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