"Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit jeden Tag leben"

Neu gegründetes Bündnis „Mitmenschlich in Thüringen“ kündigt Großveranstaltung auf dem Erfurter Domplatz an


Kundgebung: Mitmenschlich in Thüringen - 9.11.2015, 18 Uhr auf dem Erfurter Domplatz


Erfurt.
Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit sollte jeden Tag in Thüringen gelebt werden. Dafür setzt sich das breite Bündnis „Mitmenschlich in Thüringen“, das sich heute der Öffentlichkeit vorstellte. Den Aufruf „Mitmenschlich in Thüringen - Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit“ haben 218 Erstunterzeichner unterschrieben. Dazu gehören Vertreterinnen und Vertreter von Sozialverbänden, Arbeitgebern, Gewerkschaften, evangelischer und katholischer Kirche, jüdischer Landesgemeinde und muslimischer Gemeinde, Linke, Grüne, SPD, Landes- und Kommunalpolitiker, Bürgerbündnisse, die Konferenz Thüringer Studierendenschaften, die Landesschülervertretung, der Landessportbund, der Landesfeuerwehrverband und der Landesjugendring.

Zu den Erstunterzeichnern gehören beispielsweise Bischof Ulrich Neymeyr für die katholische und Landesbischöfin Ilse Junkermann für die evangelische Kirche, Professor Reinhard Schramm für die jüdische Landesgemeinde, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, zahlreiche Landesminister, Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Peter Gosel, Präsident des Landessportbundes, Stephan Fauth für den Verband der Wirtschaft Thüringens, Sandro Witt für den DGB, Guy Montavon, der Generalintendant des Erfurter Theaters, Reinhard Müller für die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, Lars Oschmann für den Thüringer Feuerwehrverband, die Oberbürgermeister von Erfurt und Jena, Andreas Bausewein und Albrecht Schröter.

Ein deutliches Zeichen für Toleranz und Mitmenschlichkeit in Thüringen wird das Bündnis mit einer Großveranstaltung am Montag, 9. November, auf dem Erfurter Domplatz setzen. Dort werden die Bündnispartner erläutern, warum es wichtig ist, jetzt in Thüringen dieses deutliche Zeichen zu setzen. Außerdem werden prominente Künstlerinnen und Künstler bei der Großveranstaltung auftreten. Die Veranstaltung, die am 9. November um 18 Uhr beginnt, wird derzeit intensiv vorbereitet. Mit der Veranstaltung will das Bündnis ein deutliches und landes- und bundesweit vernehmbares Zeichen setzen, dass die Thüringerinnen und Thüringer in ihrer großen Mehrheit für ein tolerantes und weltoffenes Thüringen stehen, für ein Thüringen, das Flüchtlinge, die hier Schutz und Hilfe suchen, willkommen heißt.

Nachfolgend einige Zitate von Erstunterzeichnern des Bündnisses:

Winfried Weinrich, Leiter des katholischen Büros Thüringen

„Wir haben in der jüdisch-christlichen Tradition ein gemeinsames biblisches Fundament, wenn es im Buch Levitikus heißt: ‚Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.' Dieses Gebot gründet in der Gottebenbildlichkeit der biblischen Botschaft, die eine wichtige Wurzel für die Begründung der Würde eines jeden Menschen geworden ist. So heißt es auch in unserem Grundgesetz und in unserer Thüringer Verfassung: ‚Die Würde des Menschen [und die schließt jeden Flüchtling ein, WW] ist unantastbar.' Und weil die Würde des Menschen unteilbar ist, haben auch die Kirchen maßgeblich an dem Text „Mitmenschlich in Thüringen“ und an der Gründung des Bündnisses für ein Thüringen der Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit mitgewirkt. [...] Ich möchte noch auf ein Anliegen des Textes ‚Mitmenschlich in Thüringen‘ aufmerksam machen, das uns als Kirche sehr wichtig ist: Wir brauchen auf Grund der Sorgen und Ängste der Menschen in unserem Land Räume des Gesprächs und des Dialogs. Sorgen und Ängste können nicht einfach wegdemonstriert werden. Dieser Aufgabe werden wir uns als Kirche stellen. Dies erwarte ich auch von unserem Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit.“

Christian Stawenow, Regionalbischof Erfurt-Eisenach, Evangelische Kirche Mitteldeutschland:

„Das Gebot der Nächstenliebe ist Grundlage christlicher Ethik. Jesus hat es sehr deutlich konkretisiert. Jeder Mensch, der in Not ist, ist unser Nächster. Deshalb verlangt Nächstenliebe die Klarheit, unser Menschmögliches für Geflüchtete und Asylsuchende und unserem Miteinander in unserem Land zu tun und Ressentiments oder gar Verachtung und Hass zu wehren. Als Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sind wir über die Bildung des breiten Bündnisses ‚Mitmenschlich in Thüringen‘ sehr froh und werden engagiert mitarbeiten.“

Stephan Fauth, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens

„Die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die Wirtschaft stellt. Die Unternehmen werden Beschäftigung anbieten, wenn Beschäftigungsfähigkeit gegeben ist. Dies erfordert eigene Anstrengungen und Leistungen der Flüchtlinge, aber auch die frühzeitige Feststellung des Qualifikationsniveaus sowie ein umfassendes Angebot von Integrations- und Sprachkursen. Vielfach werden auch Qualifizierungsmaßnahmen erforderlich sein. Auch hierbei kann die Wirtschaft helfen und unterstützen.“

Stefan Werner, stellv. Direktor der PARITÄTISCHEN BuntStiftung

„Ich bin froh, dass dieses Bündnis der großen Mehrheit in Thüringen, die für Vielfalt, Mitmenschlichkeit und Toleranz steht, eine Stimme gibt. In den Sozialverbänden haben Tausende von Ehrenamtlern in den vergangenen Wochen mit ihrer Hilfe für die Geflüchteten genau diese Mitmenschlichkeit gezeigt. Wichtig ist jetzt, dass auch die soziale Integration der Geflüchteten gelingt. Die Großveranstaltung auf dem Erfurter Domplatz ist der Auftakt für eine Bündnisarbeit, die die Ideen und Anliegen des Bündnisses anschließend in Fläche Thüringens tragen soll und dort Räume des Gesprächs schaffen soll. Denn wir nehmen die Sorgen und Verunsicherungen der Menschen ernst und wollen uns ihnen stellen. Dabei ist es uns wichtig, dass mit geeigneten Maßnahmen verhindert wird, dass Verteilungsneid entsteht und gesellschaftlich benachteiligte Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.“


Das Bündnis hat zur Unterstützung seiner Arbeit ein Spendenkonto eingerichtet:

Konto 163084262

IBAN: DE88 8205 1000 0163 0842 62

BIC: HELADEF1WEM

Außerdem informiert das Bündnis über seine Aktivitäten unter

www.mitmenschlich-in-thueringen.de.

Dort gibt es auch die Möglichkeit, den Aufruf zu unterzeichnen (bitte anklicken!).


Quelle: Pressemitteilung des Bündnisses „Mitmenschlich in Thüringen“. Den Inhalt verantwortet der Absender.

29.10.2015

Neu gegründetes Bündnis „Mitmenschlich in Thüringen“ kündigt Großveranstaltung auf dem Erfurter Domplatz an



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