Wie Kinder die Welt verbessern wollen

Bei der Kinderwallfahrt des Bistums Erfurt zeigen sich die jungen Wallfahrer nah am Puls der Zeit


Drei Mädchen mit einem Plakat
Kinder wissen nur zu gut, wie es um die Welt steht und was sich ändern müsste.


Erfurt (BiP).
Wenn es richtig voll wird im Erfurter Dom und die Gottesdienstteilnehmer sogar auf dem Boden hocken, weil die Sitzplätze nicht reichen, dann kann man davon ausgehen, dass Sommer und Kinderwallfahrt ist. Und tatsächlich: Unter dem Motto „Sei Weltverbesserer mit Herz und Hand“ folgten heute (15. Juli) 1.000 Jungen und Mädchen der Einladung von Bischof Ulrich Neymeyer zur Kinderwallfahrt auf den Domberg. Nicht nur Thüringer waren in die Landeshauptstadt gekommen: Aus dem benachbarten Bistum Dresden-Meißen reisten 150 Kinder der Leipziger Propsteigemeinde nach Erfurt und gesellten sich zur ebenso jungen wie fröhlichen Gottesdienstgemeinde. Morgen werden am zweiten Wallfahrtstag noch einmal 600 Kinder erwartet.

Herzgesicht mit der Schrift: Herz und HandIm Mittelpunkt der diesjährigen Kinderwallfahrt steht die Gestalt des heiligen Don Bosco. Der vor 200 Jahren in Italien geborene Giovanni Bosco (1815-1888) kümmerte sich als Priester in der Industriestadt Turin um verwahrloste Kinder und Jugendliche und gründete dazu eigens einen Orden, die Salesianer, die heute weltweit und auch in Thüringen wirken, in der „Villa Lampe“ in Heilbad Heiligenstadt. Der junge Giovanni Bosco hatte einen Traum, erzählte Bischof Neymeyr in seiner Predigt: „Er träumte, dass Menschen keine Gewalt ausüben und Kinder sich nicht schlagen und boxen, sondern ihre Meinungsverschiedenheiten und Streite anders regeln und ohne schlimme Worte.“ Don Bosco ging mit gutem Beispiel voran. „Niemals hat er ein Kind geschlagen, obwohl das damals eine übliche Erziehungsmethode war und er es mit schwierigen Jugendlichen zu tun hatte“, unterstrich der Bischof. So habe Don Bosco die Kinder und Jugendlichen verwandelt und zugleich seinen Traum verwirklicht.

Kinder erzählen, wie sie sich eine bessere Welt vorstellenDass sich auch die jungen Wallfahrer auf Weltverbesserung verstehen und die Herausforderungen der Gegenwart kennen, bewiesen sie gleich zu Beginn des Gottesdienstes. Auf Plakaten präsentierten die Kinder, was ihnen an der Welt verbesserungswürdig erscheint und welche Ziele sie haben. Die Umwelt solle geschont werden und alle Menschen müssten genügend zu essen haben, stand da zu lesen. Rassismus und Gewalt erteilen die Jungen und Mädchen eine Absage und fordern eine Heimat für Flüchtlinge sowie Schulbildung für alle. Sogar kirchenpolitisch mahnten die Kinder auf einem Plakat Veränderung an: „Frauen für katholische Pfarrer!“

Veranstaltungshinweis zur Kinderwallfahrt



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