3.000 Flüchtlinge pro Woche

Die katholische Kirche in Schweden ist für viele Flüchtlinge die erste Anlaufstelle


Menschen verschiedener Nationalität in einer Kirche beim Gebet
Die katholische Kirche in Schweden ist sehr vielfältig, ihr gehören Menschen aus über 90 Nationen an.


Dreitausend Flüchtlinge pro Woche erreichen seit Anfang 2014 Schweden. Im Jahr 2013 waren es insgesamt 80.000 Flüchtlinge. Etwa 40 Prozent von ihnen sind katholisch. Das stellt die kleine katholische Kirche in Schweden vor große Herausforderungen. Aus den Bistümern Dresden-Meißen, Magdeburg und Erfurt haben Pfarrer Bernhard Gaar, Pfarrer Peter Zülicke, Regina Masur, Präfekt Egon Bierschenk, Dr. Jutta Brutscheck und Maria Lubina in den vergangenen Tagen Schweden besucht, die dortige Diaspora kennengelernt und einen Einblick in den nicht immer einfachen Kirchenalltag erhalten. Der Besuch fand im Rahmen einer Informationsreise von Vertretern der Diözesan-Bonifatiuswerke aus ganz Deutschland statt.

"Erst neulich sind zwei Flüchtlinge aus Eritrea und aus Nigeria zu uns gekommen. Sie wurden von der Seerettung gefunden und sind direkt zu uns in die Kirche gekommen. Sie sagten mir, dass sie endlich einen Ort gefunden hätten, wo sie beten könnten. Ich war sehr bewegt davon, dass diese Menschen direkt zu uns in die Kirche gekommen sind, insbesondere wenn man sich überlegt, welch weiten Weg sie zurückgelegt haben", sagte Pater Dominik Terstriep SJ von der katholischen Gemeinde St. Eugenia in Stockholm. Menschen, die aufgrund von Verfolgung oder Krieg gezwungen sind ihr Heimatland zu verlassen, suchen in Schweden nach einem Ort, an dem sie sich wieder frei und beheimatet fühlen können. Diesen finden sie in der katholischen Kirche.

Die chaldäische Gemeinde von Södertälje hat in Schweden schon eine neue Beheimatung im Glauben gefunden. Sie stammen aus dem Irak, Syrien oder der Türkei und mussten ihre Heimat aufgrund von Christenverfolgung verlassen. Derzeit feiern sie ihre Gottesdienste in einer viel zu kleinen ehemaligen evangelischen Kirche, wo der Gottesdienst aufgrund des Platzmangels per Beamer zusätzlich in einen großen Kellerraum übertragen wird, um alle Gemeindemitglieder am Gottesdienst teilhaben zu lassen. Ihr großer Wunsch ist eine neue Kirche mit Platz für 300 Gläubige zu bauen. Der Bau der Kirche soll 2016 starten und der Jungfrau Maria gewidmet sein. Um diesen Traum wahr werden zu lassen unterstützt das Bonifatiuswerk die Gemeinde zukünftig mit 350.000 Euro. "Es freut mich zu sehen, wie die chaldäischen Christen in Södertälje eine neue Glaubensheimat gefunden haben. Mit dem Bau einer eigenen Kirche können sie ihren Glauben in Schweden endgültig verankern. Ich wünsche mir, dass viele weitere Flüchtlinge in Schweden und in ganz Europa ein neues Zuhause unter Gottes Dach finden", hofft Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes.

In Schweden leben unter den 9,6 Millionen Einwohnern nur etwa 200.000 Katholiken. Die Pfarreien erstrecken
sich über viele hundert Quadratkilometer, die von 164 Priestern seelsorgerisch betreut werden, was für sie nicht leicht ist. Ohne Unterstützung könnten viele Projekte nicht in die Tat umgesetzt werden. "Ich möchte mich bei all denen bedanken, die uns hier in den nordischen Ländern unterstützen, die an uns denken und so dazu beitragen, dass unser Glaube lebendig bleibt. Ich bedanke mich auch beim Bonifatiuswerk und bei den Vorsitzenden der Diözesan-Bonifatiuswerke für die kontinuierliche Hilfe und bin sehr glücklich darüber, die einzelnen Vertreter hier in Schweden kennengelernt zu haben", sagte der Nuntius der nordischen Länder Erzbischof Henryk Jozef Nowacki.

Das Bonifatiuswerk hat in Schweden im Jahr 2014 insgesamt 20 Projekte unterstützt. 340.500 Euro flossen in sieben Bauprojekte, 83.000 Euro in fünf Projekte der Kinder- und Jugend- und der Glaubenshilfe. Außerdem wurden acht Praktikumsstellen gefördert.

Mehr Informationen zur Reise finden Sie in einem Online-Tagebuch auf der Webseite des Bonifatiuswerkes: www.bonifatiuswerk.de.

24.04.2015

Die katholische Kirche in Schweden ist für viele Flüchtlinge die erste Anlaufstelle



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