Diakonenweihe in Heilbad Heiligenstadt

Bischof Ulrich Neymeyr weiht zwei Priesterkandidaten


Holzrelief, das Brot brechende Hände zeigt


Heilbad Heiligenstadt (BiP).
Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr weiht am Samstag, 25. April zwei junge Männer im Rahmen einer Heiligen Messe in Heilbad Heiligenstadt zu Diakonen. Dr. Falk Weckner (37) aus Ilmenau und Johannes Kienemund (30) aus Ecklingerode möchten Priester werden. Die Diakonenweihe ist die erste Weihestufe auf dem Weg dorthin. Die Weiheliturgie in der Pfarrkirche St. Ägidien beginnt um 10 Uhr.

Mit dem Bischof stehen die Heimatpfarrer der Weihekandidaten, Dechant Stephan Riechel aus Ilmenau und der Ecklingeroder Pfarrer Bernhard Streicher, am Altar. Sie werden Weckner und Kienemund nach ihrer Weihe die liturgischen Gewänder eines Diakons anlegen. Außerdem feiern Weihbischof Reinhard Hauke als kommissarischer Regens des Regional-Priesterseminars Erfurt und der Pfarrer von St. Ägidien, Franz-Josef Wiederhold, die Heilige Messe als Konzelebranten mit. Im Gottesdienst singen die Schola des Priesterseminars unter Leitung von Konrad Schäfer sowie der Kirchenchor der Propstei St. Marien, geleitet von Kirchenmusikdirektor Michael Taxer, der auch die Orgel spielt.

Falk Weckner studierte nach dem Abitur 1996 und einem Freiwilligen Ökologischen Jahr Rechtswissenschaften an den Universitäten Jena und Greifswald und schloss das Studium mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen ab. Es schloss sich eine Zeit als freier Mitarbeiter einer Rechtsanwaltskanzlei sowie als Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Juristischen Fakultät Jena an, die Weckner im August 2009 den akademischen Grad eines "doctor iuris" verlieh. Nach einer konfessionslos-atheistisch geprägten Kindheit, aber mit einer für religiöse Fragen sehr offenen Atmosphäre hatte sich Falk Weckner im Alter von 16 Jahren evangelisch taufen lassen. 1997 konvertierte er zur katholischen Kirche. Zunehmend beschäftigte ihn die Frage, ob der Priesterberuf eine Möglichkeit für ihn darstellen könnte. Im Mai 2007 bat er den damaligen Erfurter Bischof Joachim Wanke, ihn als Priesterkandidaten für das Bistum Erfurt anzunehmen. Nach dem einjährigen Sprachenkurs in Fulda und einem Pfarrpraktikum in Mühlhausen studierte er von 2009 bis 2014 Theologie in Erfurt und trat anschließend in den Pastoralkurs ein, die Praxis-Ausbildung für künftige Diakone und Priester. In seiner Praktikumsgemeinde Breitenworbis wird er auch als Diakon wirken.

Johannes Kienemund hat nach dem Abitur 2004 am Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt als "Missionar auf Zeit" in einem Straßenkinderprojekt des Salesianer-Ordens in Mexiko-Stadt einen sozialen Freiwilligendienst geleistet. Nach der Rückkehr begann er im Herbst 2005 ein Studium für Populäre Musik und Medien an der Universität in Paderborn, das er 2008 erfolgreich abschloss. Während des Studiums verstärkte sich der Wunsch, Priester zu werden, und nach reiflichem Überlegen bat er im September 2008 Bischof Wanke, ihn als Priesterkandidaten anzunehmen. Nach Vorbereitungsstudien in Bamberg, nicht zuletzt zum Erlernen der biblischen Sprachen, absolvierte Kienemund von 2009 bis 2014 das Theologiestudium in Erfurt und Wien. Das Praktikum während des Pastoralkurses führte ihn in die Heiligenstädter Propsteigemeinde St. Marien, wo er nach der Diakonenweihe weiter arbeiten wird.



Stichwort: "Diakon, Diakonenweihe"
In der Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff Diakon stammt vom griechischen Verb "diakonein" ab und bedeutet Diener, Helfer. Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden wollte. So wurde das Diakonat zur "Durchgangsstufe" auf dem Weg zum Priesteramt. Erst das Zweite Vatikanische Konzil 1962-65, die Versammlung aller katholischen Bischöfe, betonte wieder stärker die ursprüngliche Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht, die ihren Dienst in der Gemeinde verrichten. Unverheiratete, auch verwitwete, Männer können ebenfalls Ständiger Diakon werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend.
Zu den Aufgaben des Diakons gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders Alte und Kranke.
Im Rahmen der Weihehandlung innerhalb einer Heiligen Messe liegen die Kandidaten bei der Allerheiligenlitanei vor dem Altar auf dem Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass sie sich ganz Gott übereignen wollen. Der Bischof weiht durch Handauflegung und Gebet. Die Pfarrer der Heimatgemeinden legen den neuen Diakonen die liturgischen Gewänder an. Dann überreicht der Bischof das Evangelienbuch, aus dem die Botschaft Jesu Christi verkündigt werden soll, und besiegelt mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruß die Aufnahme in das neue Amt.

23.04.2015



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