Dankbarkeit und Freude

Dies erfülle ihn im Rückblick auf die Zeit als Diözesanadministrator während der zweijährigen Sedisvakanz im Bistum, so Weihbischof Reinhard Hauke in seinem Schlusswort beim Elisabethempfang


Weihbischof reinhard Hauke am Rednerpult


Als ich am 2. Oktober 2012 gegen 15.30 Uhr die Wahl des Domkapitels zum Diözesanadministrator angenommen hatte, dachte ich an eine Vakanz von höchstens zwölf Monaten. Alle hatten sich auf eine kurze Zeit der Vakanz eingestellt, weil wir dachten: So problematisch wird es ja für den Heiligen Stuhl nicht sein, einen geeigneten Kandidaten in der Nachfolge von Bischof Dr. Joachim Wanke zu finden, wobei ich wusste: Das ist nicht so einfach, einem Bischof zu folgen, der 31 Jahre mit hoher Kompetenz, Liebenswürdigkeit und Klarheit ein Bistum im Sozialismus und jetzt in der neuen Zeit nach der Wende geleitet hat. Zwei Ruheständler wurden gebeten, den Dienst im Sekretariat zu übernehmen, da die bisherige Sekretärin sich bald nach dem Beginn der Vakanz einem neuen Dienst verpflichtet hatte, und niemand wusste, ob der neue Bischof vielleicht eine Sekretärin oder einen Sekretär mitbringt. Hier sei den beiden Damen, Frau Monika Willwohl und Frau Ordinariatsrätin Maria Lubina, von Herzen gedankt. Noch ein wenig müssen sie durchhalten, aber die Ausschreibung der Stelle ist schon erfolgt.

Nach 23 Monaten und 18 Tagen konnte der neue Bischof bekannt gegeben werden: Dr. Ulrich Neymeyr. Damit war ich noch nicht entlastet, aber eine Entlastung in Sicht. Jetzt konnte ich manche Akten, die die Zeit nach dem 22. November betreffen, auf einen anderen Stapel legen. Ich werde mich bemühen, dem neuen Bischof den Einstieg leicht zu machen. Eine solche ähnliche Situation hatte ich 1987, als ich nach dem Tod meines Pfarrers Otto Henkel in Heiligenstadt für wenige Monate als vorheriger Vikar in der Position des Pfarradministrators die Pfarrei leiten musste und dann dem neuen Pfarrer Franz-Josef Wiederhold die Wege bereitet habe. Nach wenigen Monaten gab es damals dann einen Vikarswechsel und ich ging zum Weiterstudium nach Erfurt.

Was hat mir Freude gemacht in dieser Zeit der Administration?

Ich durfte zwar nichts entscheiden, was zukunftsträchtig war – zumindest ein Jahr lang nicht, denn dann durfte ich schon Pfarrer ernennen, was ich auch getan habe, aber ich durfte helfen, dass der Prozess der Strukturreform nicht ins Stocken gerät. Nachdem wir die erste Phase der Strukturreform 2012 vollzogen haben, steht nun die Neuausschreibung von 12 Pfarreien für den 1. Januar 2017 an. Wir stellen uns der Tatsache, dass wir in wenigen Jahren eine geringere Anzahl an Pfarrern haben, die Verantwortung für größere Pfarreien übernehmen können, aber wir wollen diese berechnete Tatsache aufgrund der vorhandenen Priester nicht vertuschen, sondern uns ihr stellen und konstruktiv bearbeiten.

Ich hatte die große Freude, zum ersten Mal eine Priesterweihe spenden zu dürfen. Herr Kaplan Andreas Kruse aus Heiligenstadt und jetzt in Arenshausen hat bisher als einziger Priester des Bistums mich als seinen Weihebischof. Spannend war auch, dass ich bei der Diakonenweihe als Administrator den Ritus verändern musste, weil bisher seltsamerweise im Ritus nicht vorgesehen war, dass ein Administrator die Weihe spendet. Es war vorgesehen, dass vor dem Weihbischof dem zuständigen Bischof Gehorsam versprochen wird oder dem Ortsordinarius selbst, oder auch dem Ordensoberen bei Ordensleuten. Da ich aber nicht wollte, dass der Weihekandidat in der Zeit der Vakanz gar niemandem gehorsam sein muss, hatte ich dann für die Zeit der Vakanz den Text entsprechend geändert. Vielleicht merken es die Römer und ändern deshalb das Formular, oder sie merken es nicht: Dann haben wir schon mal gezeigt, wie es auch gehen kann.

Kurzum: ich bin froh über die Entlastung, aber ich bin auch dankbar für dieses Feld des Kennenlernens in der Verantwortung als Diözesanadministrator. Damit ich nicht nun zu viel Freizeit habe und mich langweile, haben die Trägerbischöfe des Priesterseminars mich kommissarisch zum Regens gemacht. Ich habe nun die Freude, elf Herren aus den östlichen Diözesen auf den Priesterdienst vorzubereiten. Das macht mir jeden Tag mehr Freude, denn ich spüre, dass ich vielleicht auch hier prägend und helfend tätig sein kann.

Ich danke für die Kooperationsbereitschaft in diesen zwei Jahren in den  Bereichen, wo wir uns gemeinsam um die Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürger sorgen. Besonders erwähnen möchte ich die Bereiche der Bildung und der Caritas. Ich hoffe, dass es dem neuen Bischof auch so gut ergeht und  er ebenso Unterstützung erfährt  wie ich. Ich danke von Herzen und wünsche Ihnen den Segen Gottes, an dem nach meiner Überzeugung alles liegt! Wie heißt es so schön an manchen mittelalterlichen Türpfosten: "Nisi Dominus aedificaverit domus, in vanum aedificant eam (Ps 127,1)" -   "Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut."


26.11.2014

Dies erfülle ihn im Rückblick auf die Zeit als Diözesanadministrator während der zweijährigen Sedisvakanz im Bistum, so Weihbischof Reinhard Hauke in seinem Schlusswort beim Elisabethempfang



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