Freude auf die Zusammenarbeit

"Es tut gut, als Kirche hier nicht allein unterwegs zu sein", sagte die Landesbischöfin. Sie freue sich auf das gemeinsame Reflektieren von Licht und Schatten hinsichtlich der Reformation

Landesbischöfin Junkermann spricht ihr Grußwort


Sehr geehrter Herr Bischof, lieber Bruder Dr. Neymeyr,
sehr geehrte, liebe Damen und Herren unterschiedlicher Ehre und gleicher Würde,
liebe Schwestern und Brüder!

Es ist mir eine große Ehre und Freude, Ihnen herzliche Grüße und Segenswünsche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zu überbringen! Mit dem Bistum Erfurt freuen wir uns sehr, dass die lange Sedisvakanz des Bischofsstuhls zu Ende ist.

Lieber Bruder Dr. Neymeyr, heute begegnen wir uns zum ersten Mal und ich habe mich sehr auf diesen Gottesdienst gefreut. Sie haben ausgesprochen charmant geantwortet auf meine schriftliche Gratulation zu Ihrer Ernennung: Sie schrieben mir, dass Sie in Worms "im Schatten des größten Lutherdenkmals der Welt" aufgewachsen sind und Sie deshalb schon immer ein großes Interesse an der Geschichte der Reformation und an einem guten ökumenischen Miteinander hatten.

Es freut mich, dass der Schatten dieses Denkmals Sie nicht bedrückt hat, sondern Ihr Interesse weckte! Das macht mich neugierig auf Ihre Sicht der Reformation, ihre Bedeutung für uns heute und darauf, wie wir das Gedenken im Jahr 2017 gemeinsam und ökumenisch gestalten können.

Ich bin überzeugt: Es ist von Beidem zu reden: Von Licht und von Schatten. Von Erneuerung der Kirche und von Kirchenspaltung. Von Stärkung, die wir als unterschiedlich geprägte Kirchen voneinander empfangen und von Verletzungen, die wir einander in vergangenen Zeiten zugefügt haben.

Über ein gemeinsames Reflektieren von Licht und Schatten im Blick auf 2017 würde ich mich freuen und Sie dazu schon jetzt herzlich einladen.

Die Zukunftsfragen beschäftigen uns gemeinsam: Wie können wir glaubwürdig und einladend Kirche sein? Wo müssen wir uns heute verändern, heute reformieren, auch Vertrautes loslassen, um Menschen das Evangelium von der Liebe Gottes nahezubringen?

"Ich freue mich darauf, Neuland zu betreten", so werden Sie im "Tag des Herrn" zitiert und ich denke, dieses Interesse an neuen Wegen verbindet uns:
Wir leben gemeinsam in einer Gesellschaft, in der Glaube an Gott keine Selbstverständlichkeit ist. Es tut gut, als Kirche hier nicht allein unterwegs zu sein.

Wir können voneinander lernen. Wir in der EKM sind bereichert von Ideen, die im Bistum Erfurt gewagt wurden. Ich nenne nur die Segensgottesdienste für Paare zum Valentinstag. Oder die Feiern für konfessionslose Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Und ich weiß, dass Ihre Kirche auch aufmerksam auf unsere Erfahrungen schaut.

Wir sind – als römisch-katholische und evangelische Christinnen und Christen - Minderheit in Thüringen und Mitteldeutschland und können uns nicht in kirchliche Selbstgenügsamkeit zurückziehen. Doch das ist nicht schlimm, ganz im Gegenteil! Diese Situation bringt uns dazu, mit Gottes Hilfe über unseren – jeweiligen - Schatten zu springen, Neues zu erproben und immer mehr gemeinsam Kirche zu werden und öffentlich mit einer Stimme als Christen zu sprechen.

An dieser Stelle möchte ich auch Ihnen, lieber Weihbischof, Bruder Dr. Hauke danken für alle Begegnungen und das gute Miteinander in Ihrer Zeit als Diözesanadministrator. Ausdrücklich möchte ich danken für Ihre Verbundenheit, auch angesichts nicht einfach zu lösender Fragen. Ein spannendes Ankommen hier, lieber Bruder Dr. Neymeyr!

Möge Gottes reicher Segen mit Ihnen sein, bei allem, was für Sie neu beginnt! Und möge Gott unsere Kirchen mit seinem Segen geleiten und alles Verbindende zwischen uns stärken – und Neues wachsen lassen!

"Es tut gut, als Kirche hier nicht allein unterwegs zu sein", sagte die Landesbischöfin. Sie freue sich auf das gemeinsame Reflektieren von Licht und Schatten hinsichtlich der Reformation



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