"Wer träumt und liebt, schreibt Heilsgeschichte"

Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke predigte bei der Erfurter Bistumswallfahrt


Fahnenträger bei der Erfurter Bistumswallfahrt im strömenden Regen


Erfurt (BiP). Mit dem Motto „Träum weiter!“ hatte das Bistum Erfurt für den heutigen Sonntag zur Wallfahrt zum Erfurter Domberg eingeladen, und Tausende waren gekommen. Nur das Wetter ließ sich von der Einladung nicht beeindrucken und erwies sich mit strömendem Regen während der Wallfahrtsmesse auf den Domstufen als alles andere als traumhaft. So musste Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke unter einem Regenschirm predigen, konnte dafür aber zu Beginn des Gottesdienstes von einem Traum berichten, der bereits in Erfüllung gegangen ist.

Mit den Worten „Habemus episcopum – Wir haben einen Bischof“ fasste der Weihbischof auf Latein zusammen, was zwei Tage zuvor offiziell im Vatikan, in Erfurt und Mainz bekannt gemacht worden war. Am 22. November wird der Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr als neuer Bischof von Erfurt in sein Amt eingeführt. Obwohl die meisten Wallfahrer Schirme in den Händen hielten, brauste Applaus auf. Die Freude im Bistum ist groß. Leider konnte der neue Bischof zu seinem eigenen Bedauern nicht an der Bistumswallfahrt teilnehmen, um sich den Thüringer Katholiken vorzustellen.

Träume müssen mitnichten Schäume sein, das unterstrich Hauke in seiner Predigt. Sie könnten zu neuen Taten führen und Zukunft ermöglichen. Wer höre etwa auf die Traumdeuter, die in guten Jahren zum Sparen einladen, damit Notzeiten in der Zukunft überstanden werden könnten, fragte der Diözesan-Administrator und hofft auf nachdenkliche Politiker und Wirtschaftsfachleute. Eine Woche nach der Landtagswahl träumt der Weihbischof, „dass Thüringen auch künftig von klugen und verantwortungsbewussten Politikern regiert wird, damit sich unser Land als ein stabiles, handlungsfähiges und demokratisches Gemeinwesen weiter entwickeln kann“.

An die Gläubigen gewandt rief er auf, mit Christus von einer Kirche in Thüringen zu träumen, die den Zeitgenossen den Himmel aufschließen und deren Träume deuten könne, seien sie nun ausgesprochen oder „vernebelt“ durch Konsumgüter, die das Heil versprechen würden. Die Teilnehmer der Erfurter Bistumswallfahrt unter Regenschirmen„Wir dürfen die Güter der Erde dankbar nutzen, aber sie sind keine Heilsspender, für die ich Leib, Leben und Zeit in unbegrenztem Maß einsetzen darf“, warnte Weihbischof Hauke.

Wer den Träumen traue, könne Geschichte schreiben, hieß es weiter, und wenn die Liebe im Herzen sei, werde es auch Heilsgeschichte. Der Weihbischof träumt von Christen in Thüringen, die durch Gebet und Gespräch erkennen, was vor Ort an Glaubenszeichen und Glaubenszeugnis möglich sei. Das Engagement beschränkt er dabei nicht auf die inneren Zirkel der Gemeinden, sondern denkt dabei auch an Tätigkeiten wie in der Freiwilligen Feuerwehr und beim Besuchsdienst im Krankenhaus oder an die Unterstützung von Notleidenden und kinderreichen Familien. „Kirche wird konkret, wo Güte und Liebe herrschen“, betonte der Weihbischof und rief zum Vertrauen auf, „dass Gott uns mit seinem Segen nahe ist“.

Die Predigt im Wortlaut

Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke predigte bei der Erfurter Bistumswallfahrt



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