Bistum Erfurt – Historischer Abriss und Statistik

Junges Bistum mit langer Vorgeschichte

Karte des Bistums ErfurtErfurt (BiP). Weihbischof Ulrich Neymeyr wird der zweite Bischof in einem jungen Bistum, gerade einmal 20 Jahre alt, das aber eine über 1.200 Jahre dauernde "Vorgeschichte" hat. Und die beginnt mit der Gründung des Bistums Erfurt – des ersten Bistums Erfurt.

Das wurde 742 n. Chr. durch den hl. Bonifatius gegründet und nur wenige Jahre später (755 n. Chr.) dem Bistum Mainz zugeschlagen, dem dann die Thüringer Katholiken mehr als 1000 Jahre angehörten.
Durch die Reformation änderte sich das katholisch-christliche Glaubensleben in Thüringen tiefgreifend: Die meisten Thüringer wurden protestantisch. Nur im Eichsfeld, einem Landstrich im Nordwesten Thüringens, kehrten die Christen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum katholischen Glauben zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen hunderttausende Vertriebene aus Schlesien, Ostpreußen und dem Sudetenland nach Thüringen. Die Zahl der Katholiken vervierfachte sich "über Nacht" und plötzlich lebte eine halbe Million in Thüringen. Doch die Weiterwanderung vieler Flüchtlinge sowie die atheistisch-sozialistisch geprägte DDR verschärften die Minderheitensituation der Katholiken in Thüringen.
Die Teilung Deutschlands erschwerte es den Bischöfen in Würzburg und Fulda zunehmend, mit ihren Diözesangebieten in der DDR in Verbindung zu bleiben. 1929 waren ihnen die katholischen Gemeinden in Thüringen zugeschrieben worden. Es wurde schließlich das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen gegründet, das unter gewissen Einschränkungen auch im totalitären System der DDR die Hauptaufgabe von Kirche erfüllen konnte: die Verkündigung des Wortes Gottes.
1952 wurde mit dem Priesterseminar in Erfurt die einzige theologische Ausbildungsstätte für den Priesternachwuchs auf dem Gebiet der DDR gegründet. Die meisten Priester und Bischöfe der neuen Bundesländer haben hier am Erfurter Seminar studiert.
Mit dem Ende der Teilung zwischen Ost und West wurden auch die kirchlichen Strukturen in der ehemaligen DDR neu geregelt. 1994 schließlich wurde das Bistum Erfurt zum zweiten Mal neu gegründet. Als seinen ersten Bischof ernannte Papst Johannes Paul II. den bisherigen Apostolischen Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen, Bischof Joachim Wanke.
Der Anteil der Katholiken in Thüringen liegt heute bei knapp acht Prozent an der Gesamtbevölkerung. Nur im Eichsfeld im Nordwesten Thüringens stellen die Katholiken die Bevölkerungsmehrheit von rund 70 Prozent. Der Anteil der katholischen und evangelischen Christen liegt in Thüringen bei rund einem Drittel.
Diese "doppelte Diaspora-Situation" spiegelt sich auch in den pastoralen Angeboten des Bistums Erfurt wider. Für konfessionslose Jugendliche gibt es seit 1998 die eigens konzipierte "Feier der Lebenswende". Ungetaufte Jugendliche, die an der Schwelle vom Jugend- zum Erwachsenenalter stehen und nicht an einer von Vereinen angebotenen Jugendweihefeier teilnehmen wollen, vollziehen dabei bewusst den Schritt in den neuen Lebensabschnitt. Beispiele anderer Angebote, die sich auch an Nichtchristen richten, sind das Monatliche Totengedenken, das Weihnachtslob im Erfurter Dom und der Segnungsgottesdienst am Valentinstag. (Weitere Informationen: www.bistum-erfurt.de/projekte)

Fläche des Bistums Erfurt: 12.000 qkm

Gliederung:
7 Dekanate mit 63 Pfarreien

Katholiken im Bistum Erfurt (2013): 151.863

In kirchlicher Trägerschaft:
69 Kindergärten, 7 Schulen
5 Bildungs- und Begegnungshäuser
5 Krankenhäuser, davon 2 in ökumenischer Trägerschaft

Caritasverband für das Bistum Erfurt:
1 Diözesan-Geschäftsstelle
3 Caritasregionen: Mittel-, Nord- und Südthüringen
52 Beratungsdienste, 19 Behinderteneinrichtungen/-dienste,
18 Alten(pflege)heime, 3 ambulante Pflegedienste

Eckdaten des kirchlichen Lebens (2013):
Taufen: 1.183
Erstkommunionen: 1.170
Firmungen: 1.052
Trauungen: 396
Wiederaufnahmen: 22
Eintritte: 17
Austritte: 775
Bestattungen: 1.371
Gottesdienstteilnehmer: 28.000


19.9.2014

Junges Bistum mit langer Vorgeschichte



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