Schwergewichte mit Wohlklang

Altbischof Joachim Wanke weiht in Flinsberg drei neue Bronzeglocken; eine ist dem hl. Papst Johannes XXIII. gewidmet

Flinsberg Glocke mit Papstporträt von Johannes XXIII.Flinsberg (BiP). Altbischof Joachim Wanke weiht am Sonntag, 13. Juli um 14 Uhr drei neue Glocken für die katholische Kirche St. Martin in Flinsberg (Eichsfeld). Neben einer Martins- und einer Marienglocke läutet dort künftig die erste Glocke in Deutschland, die Papst Johannes XXIII. (+1963) nach seiner Heiligsprechung am 27. April 2014 gewidmet ist. Der Papst, der das Zweite Vatikanische Konzil einberufen hatte und so der Kirche den Weg in die Moderne wies, erfreut sich auch Jahrzehnte nach seinem Tod großer Popularität. Die Glockenzier der Johannes-Glocke zeigt ein Porträt von ihm.

Die Glockenweihe findet nach der Feier der heiligen Messe, die um 14 Uhr beginnt, vor der Kirche statt. Der Bischof bittet dabei im Segensgebet um die Einigkeit der Gemeinde, die dem Ruf der Glocken zum Gottesdienst folgt. Anschließend besprengt Altbischof Wanke die neuen Glocken mit Weihwasser, beräuchert sie mit Weihrauch und salbt sie mit Chrisam-Öl an vier Stellen. Dann werden die Glocken nach ihrer Weihe zum ersten Mal angeschlagen. Der Ritus der Glockenweihe stammt aus dem gallischen Raum und entwickelte sich, weil Glocken gottesdienstlich genutzt werden: Sie rufen die Gläubigen zum Gottesdienst zusammen und erinnern an Gebetszeiten, sie unterstreichen freudige Ereignisse wie Taufe und Hochzeit und begleiten Verstorbene mit tiefem Klang auf dem letzten Weg.

In Flinsberg ersetzt das neue Geläut das alte von 1953, das aus Eisenhartgussglocken bestand, von denen eine bereits nicht mehr geläutet werden durfte. Der Zahn der Zeit macht auch vor Glocken nicht halt, erst recht nicht, wenn sie aus minderwertigem Material bestehen. Jetzt darf wieder "in Bronze" geläutet werden, so wie in der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg. Damals war das Glockenensemble der Flinsberger Kirche, wie schon einmal im Ersten Weltkrieg, für die Kriegsproduktion eingeschmolzen worden. Mit einer Tradition bricht man in Flinsberg allerdings: Die neuen Glocken werden von Läutemaschinen angetrieben und nicht mehr von Hand in Schwingung versetzt.

Glocken in Flinsberg

Inschriften, Schlagton und Gewicht der neuen Glocken:

b'-Glocke (Hl. Martin): 420 kg
SANCTE MARTINE + ORA PRO NOBIS + UT NEQUE MORS NEQUE VITA SEPARARE NOS POSSIT A CARITATE DEI
(Hl. Martin, bitte für uns, damit weder Tod noch Leben uns trennen können von der Liebe Gottes; nach dem Tagesgebet, das an dieser Stelle Röm 8 zitiert)
und
GESTIFTET VON DER WALDGERECHTIGKEIT UND JAGDGENOSSENSCHAFT FLINSBERG

des"-Glocke (Hl. Maria): 270 kg
SANCTA MARIA + MATER DEI + ORA PRO NOBIS PECCATORIBUS + NUNC ET IN HORA MORTIS NOSTRAE + AMEN
(Hl. Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen; aus dem Ave Maria)

es"-Glocke (Hl. Johannes XXIII.): 190 kg
SANCTE PAPA IOANNES + ALACRES + SINE TIMORE + OPERI + QUOD NOSTRA EXIGIT AETAS + NUNC INSISTAMUS
(Hl. Papst Johannes, wir wollen uns mit Eifer und ohne Furcht der Aufgabe widmen, die unsere Zeit fordert; aus der Ansprache 'Gaudet mater ecclesia' zur Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962)
und
PAROCHUS GÜNTER CHRISTOPH HAASE DONO DEDIT
(Pfarrer Günter Christoph Haase hat [diese Glocke] als Geschenk gegeben)

Außerdem steht auf allen drei Glocken:
FLINSBERG ST. MARTIN A.D. 2014

9.7.2014

Altbischof Joachim Wanke weiht in Flinsberg drei neue Bronzeglocken; eine ist dem hl. Papst Johannes XXIII. gewidmet



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