Läuten in eigener Sache

Die Erfurter Gloriosa, die Königin der Glocken, muss wegen Blitzeinschlag neu intoniert werden

Die Erfurter Gloriosa in der Glockenstube des MariendomesErfurt (BiP). Läutet die Erfurter Gloriosa, zeigt sie ein besonderes Ereignis oder einen christlichen Feiertag an. Nicht so am Donnerstag, 19. Juni. Da läutet die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt ab frühen Nachmittag nur für sich. In eigener Sache sozusagen. Sie muss nämlich neu „intoniert“ werden.

Grund der Maßnahme ist das heftige Gewitter am Mittwoch letzter Woche. Durch Blitzeinschlag im Mittelturm des Erfurter Domes kam es zu einer Überspannung im Netz, die die Platine im elektronischen Steuergerät der Gloriosa zerstörte. Das Steuergerät ist mittlerweile repariert, jetzt folgt besagte Intonation. Darunter verstehen Fachleute das Einstellen des Läutewinkels einer Glocke und die Festlegung der Klöppelanschläge pro Minute.

Bei der Gloriosa soll der Klöppel 38-mal den Glockenrand treffen. Da ist Präzisionsarbeit gefordert, denn es genügt keinesfalls, die entsprechenden Werte ins elektronische System einzugeben. Glockenwart Uwe Kramer hat auch zu überprüfen, ob die Glocke das tut, was die Steuerung will. Wenn nicht, muss die Elektronik nachjustiert werden. Der Glockenwart und Dombaumeister Andreas Gold hoffen natürlich auf die große Harmonie zwischen der Königin der Glocken und ihrem Steuergerät. Was dennoch irgendwie schade wäre. Schließlich ist die Gloriosa mur acht oder neunmal im Jahr zu hören. Da freuen sich Glockenfans über jedes unerwartete Geläut.


18.6.2014

Die Erfurter Gloriosa, die Königin der Glocken, muss wegen Blitzeinschlag neu intoniert werden



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