Diakon Andreas Kruse aus Heilbad Heiligenstadt wird zum Priester geweiht

Die Primizmesse feiert der Neupriester an Pfingsten in seiner Heimatgemeinde St. Gerhard

Handauflegung bei der PriesterweiheErfurt (BiP). Diakon Andreas Kruse aus Heilbad Heiligenstadt empfängt am Samstag, 7. Juni durch Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke das Sakrament der Priesterweihe.

Die Weihe-Festmesse im Erfurter Dom St. Marien beginnt um 9.30 Uhr. Den musikalischen Rahmen bestreiten der Heiligenstädter Kirchenchor St. Gerhard und die Schola des Regional-Priesterseminares Erfurt. Domorganist Prof. Silvius von Kessel spielt die Orgel. Zum Ende des Gottesdienstes läutet gegen 11 Uhr die große Domglocke "Gloriosa", während der Neupriester mit den Bischöfen, Bistumspriestern und den Messdienern zu den Bischofsgräbern am Kreuzgang des Domes zieht. Der Weihetag endet um 14 Uhr mit einer Dankandacht im Dom.

Seine Primiz, die erste heilige Messe in der Heimatgemeinde St. Gerhard, feiert Andreas Kruse am Pfingstsonntag, 8. Juni um 11 Uhr. Den Primizsegen spendet er im Rahmen der Pfingstvesper der Heiligenstädter Stadtgemeinden um 17 Uhr in St. Gerhard.

Andreas KruseAndreas Kruse kam am 16.9.1969 in Heiligenstadt zur Welt und wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. Nach der Schule ließ er sich zum Textiltechniker in der Baumwollspinnerei Leinefelde ausbilden und machte berufsbegleitend sein Abitur. Damit konnte er 1989 noch vor der friedlichen Revolution das Studium der Polymertechnik beginnen, schloss es aber in den Wirren der Zeit nicht ab und arbeitete als Laborgehilfe in einem Krankenhaus, ehe er im September 1990 zur Volksbank Heiligenstadt wechselte. Er absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und bildete sich zum Bankfachwirt und Genossenschaftlichen Bankbetriebswirt weiter.

Seine zahlreichen kirchlichen Ehrenämter ließen in ihm den Wunsch aufkommen, noch mehr zu tun und sich beruflich nicht nur mit Zahlen und Bilanzen zu beschäftigen. Längere Zeit spielte er mit dem Gedanken, Benediktiner zu werden, und wurde auch im Oktober 2006 als Kandidat in der niederbayerischen Abtei Schweiklberg aufgenommen. Doch nach gut einem halben Jahr erkannte Kruse, dass dies nicht sein Weg war. Er nahm seine berufliche Tätigkeit als Banker wieder auf.

Letztlich zog sich die Entscheidung, nach 18 Jahren in der Bank noch einmal neu anzufangen und Theologie zu studieren, um Priester zu werden, über Jahre hin. Schließlich absolvierte Andreas Kruse das Theologiestudium in Lantershofen (NRW) und wurde 2013 zum Diakon geweiht, um als solcher in Bischofferode zu wirken. In welcher Kirchengemeinde er seine erste Stelle als Kaplan antreten wird, erfährt Kruse erst nach seiner Priesterweihe.

Der Weihekandidat im Porträt (anlässlich der Diakonenweihe)

Stichwort "Priesterweihe":
Nach römisch-katholischem Kirchenrecht kann nur ein getaufter und gefirmter Mann zum Priester geweiht werden. Er muss unverheiratet sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Das Zölibatsversprechen legt der Kandidat bereits vor der Weihe ab.
Zwischen dem Eintritt in das Theologiestudium und dem Zeitpunkt der Priesterweihe liegen rund sieben Jahre. In dieser Zeit absolviert der Bewerber ein fünfjähriges Studium der Philosophie und Theologie sowie Praktika in Gemeinden und sozialen Einrichtungen. Die Priesteramtskandidaten der ostdeutschen Diözesen studieren in der Regel in Erfurt und leben im dortigen Priesterseminar, wo sie auch eine geistliche Prägung erhalten. Darüber hinaus ist es üblich, dass die Studenten zwei Semester außerhalb des Kollegs leben. Dabei wechseln sie die Stadt und die Universität.
Nach dem Studium geht der Priesterweihe die Weihe zum Diakon voraus, ein eigenständiges Dienstamt, das es schon im Urchristentum gab. Im Laufe der westlichen Kirchengeschichte entwickelte es sich zur Vorstufe des Priestertums. Die Aufgaben des Diakon liegen im gottesdienstlichen und caritativen Bereich. Seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) ist die Eigenständigkeit des Diakonates wieder hergestellt. So können sich heute auch (verheiratete) Männer zum Diakon weihen lassen, ohne Priester werden zu wollen.
Die Priesterweihe erfolgt durch die Handauflegung und das Weihegebet des Bischofs. In seinem Gebet ruft der Bischof die Kraft Gottes auf den Weihekandidaten herab. Nach dem Bischof legen auch die anwesenden Priester des Bistums dem Kandidaten die Hände auf – als Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Der Handauflegung und dem Gebet geht eine Befragung voraus, bei der der Weihekandidat seine der Bereitschaft zum geistlichen Dienst öffentlich erklärt und dem Bischof und seinen Nachfolgern den Gehorsam verspricht. Da die Priesterweihe nach katholischen Glauben ein Sakrament ist, also ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott, kann sie vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden.


3.6.2014

Die Primizmesse feiert der Neupriester an Pfingsten in seiner Heimatgemeinde St. Gerhard



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