"Niemand darf sich auf Gott berufen, wer zu Krieg und Mord aufruft"

Diözesan-Administrator Weihbischof Hauke predigt vor 7.000 Teilnehmern der Erfurter Bistumswallfahrt


Diözesan-Administrator Weihbischof Hauke predigt bei der Erfurter Bistumswallfahrt 2013


Erfurt (BiP). Anders als zuvor von vielen Katholiken im Bistum Erfurt erhofft, fand die Bistumswallfahrt zum Erfurter Dom ohne neuen Bischof statt. Die Bischofsernennung steht noch aus. Dennoch pilgerten 7.000 Gläubige in die Thüringer Landeshauptstadt, wo die Wallfahrt mit einem Pontifikalamt auf dem Domplatz und den Domstufen eröffnet wurde.

In seiner Predigt über das Leitwort der Wallfahrt, "Viel Raum zum Christsein", betonte Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke, dass das Denken und Handeln der Christen weit sein müsse, weil Gott allumfassend denke und handle. Dazu gehöre auch, Spannungen auszuhalten, die die eigene Identität in Frage stellten.

Für den Weihbischof ist die Familie "der zentrale Raum zum Christsein und Christwerden", wo Kinder tagtäglich Geborgenheit, Gemeinschaft und gegenseitige Rücksichtnahme erfahren würden. "Geborgenheit bedeutet: Ich werde angenommen wie ich bin, und ich werde durch die Gemeinschaft gefordert, mich so zu verhalten, dass diese wachsen und gedeihen kann", sagte Hauke.

Diözesan-Administrator Weihbischof Hauke predigt bei der Erfurter Bistumswallfahrt 2013Mit deutlichen Worten verurteilte der Diözesan-Administrator angesichts der Ereignisse im Nahen Osten Gewalt, die aufgrund von Unterschieden im religiösen Bekenntnis begangen werde: "Das ist nicht der Wille des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs. Das kann nur allein Werk des Menschen sein, und niemand darf sich auf diesen Gott unserer Väter berufen, wer zu Mord und Krieg aufruft."

Raum zum Christsein machte Weihbischof Hauke auch angesichts der Flüchtlinge aus Syrien, die nach Thüringen kommen, aus. "Ihnen muss unsere Sorge und Aufmerksamkeit gelten, und Zustände wie in Berlin-Hellersdorf darf es in Thüringen nicht geben", sagte er und löste damit den Beifall der Wallfahrer aus. Wegen der Unterbringung von Asylsuchenden aus Syrien war es in Hellersdorf zu rechtsextremer Hetze und fremdenfeindlichen Protestaktionen gekommen.

Weihbischof Reinhard Hauke schneidet die Torte mit dem Logo der Ministrantenwallfahrt 2014 nach Rom anNach dem Wallfahrtsgottesdienst hatte der Weihbischof die angenehme Pflicht, mit Jugendpfarrer Timo Gothe auf der Severi-Wiese eine riesige Schokoladentorte anzuschneiden und den Kuchen an Ministranten und andere Wallfahrer zu verteilen.

Der Grund für die Aktion war auf der 100 mal 140 Zentimetern großen Torte zu entdecken. Dort prangte das Logo der Ministrantenwallfahrt, die 40.000 Kinder und Jugendliche aus Deutschland im kommenden Jahr nach Rom führt. Die Wallfahrt steht unter dem Motto: "Frei! Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun." Mit dem "Frei-Kuchen" sollten die Ministrantinnen und Ministranten des Bistums Erfurt eingeladen werden, mit nach Rom zu fahren. Für sie sind 350 Plätze reserviert.


Predigt von Diözesan-Administrator Weihbischof Hauke

Ansprache von Altbischof Joachim Wanke in der Feierstunde

 

Weihbischof Hauke reicht einem Ministranten ein Kuchenstück


15.9.2013

Diözesan-Administrator Weihbischof Hauke predigt vor 7.000 Teilnehmern der Erfurter Bistumswallfahrt



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