In Deutschland einmalig

Die Ignatiuswallfahrt nach Wingerode findet zum 357. Mal statt. Wie immer am Sonntag nach dem Gedenktag des hl. Ignatius von Loyola, der am 31. Juli ist

Wolkenverhangener Himmel mit durchscheinender Sonne

Erfurt (BiP/aw). Am 4. August findet zum 357. Mal eine Ignatiuswallfahrt nach Wingerode statt, zu der herzlich eingeladen wird. Um 9.30 Uhr beginnt an der Kirche die Prozession zur Ignatiuskapelle am Rande des Dorfes Richtung Beuren. Dem schließt sich gegen 9.50 Uhr vor der Kapelle der Gottesdienst mit dem Segen mit der Ignatiusreliquie an. Die Festpredigt hält Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ, der Exegese des Neuen Testaments an der Theologisch-Philosophischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt/M. lehrt. Um 14.00 Uhr wird in der Kapelle das Ignatiuswasser geweiht.

Die Ignatiuswallfahrt nach Wingerode kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Zuge der Gegenreformation, mit welcher der damalige Kurfürst und Erzbischof von Mainz die Jesuiten 1574 beauftragt hatte, damit der katholische Glaube wieder hergestellt werde, bekamen die Ordensmänner vom Kloster Beuren 200 Morgen Land in Wingerode geschenkt. In der Zeit ihres Wirkens im Eichsfeld entstand das Heiligenstädter Jesuitenkolleg; alte Wallfahrten wurden wieder belebt und neue, wie die spätere Ignatiuswallfahrt, eingeführt.

Mit dem Bau einer Ignatiuskapelle, initiiert durch den Wingeröder Lehrer Georg Andreas Reinhard, der einst Schüler im Jesuitenkolleg war, beginnt die Ignatiuswallfahrt 1657. Berichtet wird von einer Sakramentsprozession zur Kapelle, die am Sonntag nach dem Fest des Gründers des Jesuitenordens Ignatius, das ist der 31. Juli, stattfand. Schon wenige Jahre später, nämlich 1662, ging die Teilnehmerzahl der Wallfahrt in die Tausende; sie wurde zu einer der größten des Eichsfelds. Die Sorge für die Kapelle oblag dem Pfarrer von Wingerode, und die Wingeröder ließen sich auch dann nicht von der Wallfahrt abbringen als 1774 der Jesuitenorden in Deutschland vom Papst verboten wurde.

Die Ignatiuswallfahrt nach Wingerode ist heute in Deutschland, wahrscheinlich sogar in Europa einmalig. Ihre bleibende Bedeutung liegt in der ständigen Begegnung mit der ignatianischen Geisteswelt.

Die Jesuiten sind die Mitglieder der katholischen Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, Ordenskürzel: SJ), die am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet wurde. Neben den üblichen drei Ordensgelübden (Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam) verpflichten sich Ordensangehörige durch das vierte Gelübde zu besonderem Gehorsam gegenüber dem Papst.

31.7.2013

Die Ignatiuswallfahrt nach Wingerode findet zum 357. Mal statt. Wie immer am Sonntag nach dem Gedenktag des hl. Ignatius von Loyola, der am 31. Juli ist



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