Dechant Bernhard Bock ins Domkapitel berufen

Acht Domkapitulare gehören zum Erfurter Kapitel – eine weitere Berufung steht noch aus

Dechant Bernhard Bock, Dekanat MeiningenErfurt/Bad Salzungen (BiP). Bischof Joachim Wanke hat auf Vorschlag des Erfurter Domkapitels Dechant Bernhard Bock (62) als nichtresidierenden Domkapitular berufen.

Die Einführung in das Kapitel erfolgt am Samstag, 3. Dezember um 18 Uhr im Rahmen einer feierlichen Vesper (Abendgebet) im Mariendom. Auch als Domkapitular wird Bock weiterhin Dechant des Dekanates Meiningen und Pfarrer der Kirchengemeinden in Bad Salzungen und Bad Liebenstein bleiben.

Zum Erfurter Domkapitel zählen den Statuten nach fünf residierende und drei nichtresidierende Domkapitulare. Als "residierend" bezeichnet man die Kapitelsmitglieder, die im Einzugsbereich des Domes wohnen, während die in entfernteren Gemeinden "nichtresidierend" genannt werden. Nach dem Tod von Monsignore Karl-Heinz Ducke, Jena, und der Ernennung des Erfurter Regens Wolfgang Ipolt zum Bischof von Görlitz sind im Domkapitel zwei Plätze zu besetzen. Nach Dechant Bocks Berufung dürfte eine weitere im neuen Jahr erfolgen.

Die Domkapitulare tragen innerhalb des Bistums an der Verantwortung für das Wachstum des Glaubens mit und unterstützen den Bischof in seinen Aufgaben. Sie sorgen für eine würdige Feier der Gottesdienste am Dom und wählen beim Amtsverzicht oder Tod des Bischofs einen Diözesanadministrator, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet. Der neue Bischof wird vom Domkapitel aus einer päpstlichen Dreierliste gewählt.

Bei seiner Einführung erklärt Bernhard Bock dem Bischof die Bereitschaft, den neuen Dienst als Domkapitular anzunehmen, und erhält nach dem Glaubensbekenntnis das Signum des Domkapitels überreicht. Signum des Erfurter Domkapitels St. Marien, Vorderseite: Madonna im StrahlenkranzDas Signum wird an einer Brustkette über dem liturgischen Gewand getragen und zeigt auf der Vorderseite die Patronin des Domes, die Gottesmutter Maria, und auf der Rückseite die Patronin des Bistums Erfurt, die heilige Elisabeth von Thüringen.

Bernhard Bock wurde am 1.11.1949 in Weimar geboren und 1976 in Erfurt zum Priester geweiht. Nach der Weihe arbeitete er als Kaplan in der Propsteigemeinde St. Marien in Heiligenstadt. 1983 wurde er Pfarrkurat in Kölleda und Heldrungen, ehe er 1990 in die Hochschulseelsorge in Jena und Weimar wechselte und 1991 zusätzlich Pfarrer in Camburg wurde. 2005 übernahm Pfarrer Bock die Seelsorge in Bad Salzungen und Bad Liebenstein. 2010 erhielt er die Ernennung zum Dechanten des Dekanates Meiningen. Neben der Pfarr- und Hochseelsorge wirkte Bock außerdem am Interdiözesanen Offizialat Erfurt, von 1984 bis 1988 als Richter und danach bis 1991 als Vizeoffizial.

www.dom-erfurt.de


Stichwort: "Domkapitel, Domkapitular"

Das Domkapitel (Kapitel von lat. caput, Kopf), ist das Leitungsgremium einer Bischofskirche. Seine Mitglieder sind Priester, die vom Ortsbischof ausgewählt und zu Domkapitularen (auch als Domherren oder Kanoniker bezeichnet) ernannt werden. Dabei ist das Domkapitel zu hören.
Die Größe des Domkapitels variiert je nach Größe der Diözese, wobei die im Einzugsbereich des Domes wohnenden Kapitelsmitglieder residierende Domkapitulare, die in entfernteren Gemeinden nichtresidierende Domkapitulare genannt werden.
Als juristische Person wird die Arbeit des Kapitels durch das allgemeine Kirchenrecht, durch Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz und Konkordatsbestimmungen festgelegt. Hinzu kommen noch verschiedene Gewohnheiten der Diözese und geschichtliche Eigenheiten, die die Aufgaben des Domkapitels bestimmen.
Seine erste Aufgabe ist es, die Liturgie in der Bischofskirche ("Dom", Kathedrale) zu organisieren und für eine würdige Durchführung von feierlichen Gottesdiensten zu sorgen.
In den meisten deutschen (Erz-)Bistümern obliegt es dem Domkapitel, beim Amtsverzicht oder Tod des Bischofs für die Übergangszeit einen Diözesanadministrator zu wählen, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet.
Die deutschen Domkapitel, ausgenommen die der bayerischen Diözesen und des Bistums Speyer, wählen den Bischof aus einer päpstlichen Dreierliste und beraten ihn bei der Leitung des Bistums.



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