Religion in Frankreich

Kolloquium mit Wissenschaftlern und Kirchenvertretern aus Frankreich und Deutschland

Kolloquium mit Wissenschaftlern und Kirchenvertretern aus Frankreich und Deutschland...

Pressemitteilung der Universität Erfurt:*

"Fragt man nach der Entwicklung der katholischen Kirche und Theologie unter den Rahmenbedingungen der europäischen Gesellschaften der Gegenwart, so ist die Situation von Religion und Kirche in Frankreich von besonderem Interesse", so der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, Prof. Dr. Benedikt Kranemann. Einerseits sei sie durch das Phänomen des Laizismus geprägt, andererseits durch eine starke gesellschaftliche Präsenz einzelner katholischer Institutionen und Gruppen.

Das öffentliche Kolloquium, das mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt "Mobilisierung von Religion in Europa" in Zusammenhang steht, will mit Wissenschaftlern und Kirchenvertretern aus Frankreich und Deutschland eine Bestandsaufnahme zum Thema "Religion in der französischen Öffentlichkeit" vornehmen. Am Donnerstag, dem 7. Dezember 2006, soll ab 12.00 Uhr im Coelicum der Fakultät am Dom in Vorträgen und Diskussionen erkundet werden, welche Wirkungsmöglichkeiten insbesondere der katholischen Kirche nach der Laizismus-Gesetzgebung von 1905 geblieben sind und sich gegenwärtig auftun. Als Gastredner werden u.a. Prof. Dr. Arnaud Joint-Lambert (Louvain-La-Neuve), der über Liturgie und Kultur im Rahmen der Laicit sprechen wird, sowie der Bischof von Troyes Marc Stenger erwartet, der in einem Abendvortrag ab 19.30 Uhr über die "Laicit und ihre Bedeutung für die Verfassung von Europa" referieren wird.

Veranstalter des Kolloquiums sind die Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens, der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Josef Pilvousek, der Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann und Prof. Dr. Jürgen Manemann, Professor für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie.

Gefragt werden soll in dem Kolloquium nach kooperativen Beziehungen zwischen Staat und Kirche, unterschiedlichen
Definitionsversuchen einer religiös-weltanschaulichen Neutralität des Staates, der Entwicklung hin zur Lacit ouverte, der Beteiligung der Kirche an politischen, sozialen und kulturellen Initiativen, insbesondere der politischen Artikulation französischer Christen im Parteiensystem.

Gibt es in Frankreich eine neue "Sichtbarkeit" oder gar eine "Wiederkehr" des Religiösen? Welche Relevanz hat die Situation in Frankreich für Europa und für den europäischen Katholizismus, aber auch für eine zukünftige EU-Verfassung? Wie artikuliert sich der französische Katholizismus rituell in der Gesellschaft, welche Rolle spielt er bei der Ausbildung von Ritualen in der Zivilgesellschaft? Welche neuen Herausforderungen ergeben sich für die Gesellschaft und die Religionsgemeinschaften durch einen erstarkenden, markant politisierten wie politisierenden Islam?

Das sind Fragen, die am 7. Dezember in Erfurt bei diesem öffentlichen Kolloquium diskutiert werden sollen. Zur Teilnahme lädt die Fakultät ein.


*Die Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung liegt beim oben angeführten Absender



Informationen zum Forschungprojekt "Mobilisierung von Religion in Europa"


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