Zu Fuß mit dem Kreuz nach Köln

Junge Christen, Bischöfe und ein Kardinal pilgern mit dem Weltjugendtagskreuz durch Thüringen

Apolda/Weimar/Erfurt/Eisenach/Vacha (BiP). Knapp einen Monat vor Beginn des XX. Weltjugendtages pilgern Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Weltjugendtagskreuz auf historischen Pilgerwegen nach Köln. Am Mittwoch, 20. Juli überschreiten die Pilger die Grenze nach Thüringen, um an den folgenden Tagen auf dem ökumenischen Pilgerweg entlang der Via Regia in Richtung Vacha zu ziehen.

Dort findet am 28. und 29. Juli das Bergfest der 40tägigen Fußwallfahrt mit Jugendbischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) statt. An vielen Tagen begleitet ein deutscher Bischof die 25-bis 30-köpfige Pilgergruppe, so auch Bischof Joachim Wanke (22. Juli) und Weihbischof Koch (23. Juli) aus Erfurt. Der aus dem Eichsfeld stammende Kölner Kardinal Joachim Meisner hat es sich nicht nehmen lassen, das Weltjugendtagskreuz in seiner Thüringer Heimat zu begleiten (28. Juli). Und die Gemeinden des Bistums Erfurt sind ebenfalls eingeladen, einen Teil des Pilgerweges mitzugehen.

Das 31 Kilogramm schwere und knapp vier Meter lange Weltjugendtagskreuz reist zur spirituellen Vorbereitung auf den Kölner Weltjugendtag bereits seit Palmsonntag 2003 durch Europa. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. (1920-2005) hatte es der Jugend der Welt im Jahr 1984 geschenkt. Seitdem legte das Kreuz auf seinen Pilgerwegen durch alle Kontinente eine Strecke zurück, die mehreren Erdumrundungen entspricht. Seit dem letzten Jahr ist das Weltjugendtagskreuz in Deutschland unterwegs. Thüringen zählte zu den ersten Bundesländer, die seitdem durchquert werden, bis das Kreuz in Köln zum Treffen der Jugendlichen aus aller Welt mit Papst Benedikt XVI. eintrifft.

Die Fußwallfahrt, die bei strömendem Regen in Dresden begann, setzt sich hoffentlich bei freundlichem Wetter in Thüringen fort: Die erste Wegstrecke führt von Apolda nach Großobringen (21. Juli).

Am Freitag, 22. Juli machen die jungen Pilger in Buchenwald Station. Die letzten Kilometer zum ehemaligen Konzentrationslager wird sie Bischof Joachim Wanke begleiten. Gegen 12 Uhr nimmt er mit den beiden Jugendpfarrern der evangelischen und der katholischen Kirche, Ricklef Münnich und Wigbert Scholle, an einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Lagergelände teil. Dabei wird an den evangelischen Pfarrer Dietrich Bonhoeffer erinnert, der für zwei Wochen in der Kaserne Buchenwald inhaftiert war, bevor er 1945 im KZ Flossenbürg von den Nazis getötet wurde. Außerdem richtet sich das Gedenken auf die in Buchenwald ermordeten Kinder - stellvertretend für die vielen Namenlosen, die dort ihr Leben ließen.

Weihbischof Hans-Reinhard Koch pilgert am Samstag, 23. Juli auf dem Weg von Niederzimmern nach Erfurt mit. In der Landeshauptstadt feiert er mit den Jugendlichen um 19 Uhr in der katholischen Kirche „St. Josef“ (Bogenstr. 4a) einen Gottesdienst. Der sich anschließenden Veranstaltung (Beginn 20 Uhr) fiebern besonders 70 Teilnehmer des Ideen-Wettbewerbs zum „Tag des sozialen Engagements“ (am 12. August im Rahmen des Weltjugendtages) entgegen. Weihbischof Koch ermittelt durch zehn Lose, wer von ihnen beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages auf einem der begehrten vorderen Plätze auf dem Papsthügel sitzen darf. Das originellste Projekt des Wettberwerbs wird beim Bistumstag am 13. August in Heiligenstadt ausgezeichnet.

Die weiteren Wegstrecken führen am Sonntag, 24. Juli von Erfurt nach Tüttleben bei Gotha und von dort am Montag, 25. Juli nach Hastrungsfeld. Dieser Tag steht unter dem Thema „Berufung – zum Menschsein, Christsein, Jüngersein“. In der Mittagspause diskutieren die pilgernden Jugendlichen mit jungen Ordensleuten, Priestern und Ehepaaren über deren Berufungsgeschichten. Wegen des Themas pilgert an diesem Tag der Leiter des Zentrums für Berufungspastoral der Katholischen Kirche in Deutschland, Dr. Peter Birkhofer mit.

Am Dienstag, 27. Juli führt der Weg nach Unkeroda, bevor Kreuz und Pilger mit Kardinal Meisner am Mittwoch, 27. Juli in Frauensee eintreffen, das bereits im Bistum Fulda liegt. Auf seinem Territorium findet dann auch das Bergfest der Fußwallfahrt statt.

Die angemeldeten Teilnehmer der Fußwallfahrt, darunter auch Thüringer, wechseln auf dem gut 750 Kilometer langen Weg von Dresden nach Köln. Zwischen drei und zehn Tagen ist jeder von ihnen unterwegs und legt dabei durchschnittlich 20 Kilometer am Tag zurück. Der Tagesablauf gestaltet sich für die Pilger immer gleich: 7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Reisesegen, zwei Wegetappen von 8.30 bis 12 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr. Dazwischen um 12 Uhr Mittagsgebet und Mittagspause. Um 18.30 Uhr will man immer am Quartierort eintreffen, 20 Uhr findet ein Gottesdienst statt.


Weitere Informationen zur Fußwallfahrt

Infoseite zum Weltjugendtag

Junge Christen, Bischöfe und ein Kardinal pilgern mit dem Weltjugendtagskreuz durch Thüringen



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