Das Licht ist immer stärker als die Finsternis

Weihnachtswort von Bischof Ulrich Neymeyr im MDR Thüringen Das Radio am ersten Weihnachtsfeiertag

leuchtender Herrnhuter Stern Gott wurde Mensch. Das feiern Christen an Weihnachten. Was für eine ungeheuerliche Aussage! Gottes Sohn, Jesus Christus, wird einer von uns. Warum hat er das gemacht? Darauf gibt es nur eine Antwort: wir Menschen liegen Gott am Herzen. Spätestens seit der Geburt Jesu kann man nicht mehr sagen, Gott wäre weltfremd. Er hat ja am eigenen Leib erfahren, wie es ist, eine Familie zu haben, Freunde, aber auch Feinde. Er erfuhr Freude, Liebe und Zuneigung, aber auch Nöte, Ängste und Schmerz. Gott ist keiner von oben herab, sondern einer mitten unter uns. Zu Recht singen wir an diesen Weihnachtstagen fröhliche Lieder, beschenken uns gegenseitig und feiern ein Fest.

In diese Festtagsfreude mischt sich auch eine bedrückende Sorge angesichts der jüngsten Ereignisse in Berlin. Mich bestürzte die Nachricht zutiefst, als ich von dem Anschlag hörte, der viele Menschen in den Tod riss. Welch' abgrundtiefer Schmerz für die Familien der Getöteten und Verletzten. Dieser schier unfassbare, schreckliche Terrorakt kann zornig und blindwütig machen. Er kann uns lähmen und verängstigen. Jeder Terrorakt, egal welchem Ort der Welt, will genau das: uns Angst machen, dass wir resignieren, uns ergeben. Ja, wir könnten verrückt werden vor Trauer, Sorge und Angst, wenn wir die vielen schrecklichen Bilder sehen, die die Terrorristen hinterlassen. Zumal diese jetzt auch in unserem Land eine Spur hinterlassen haben. Wie unpassend kann es da erscheinen, ein lebensbejahendes Fest zu feiern. Doch die Kerzen und Lichter, die jetzt an Weihnachten überall leuchten, bezeugen es: das Licht ist immer stärker als die Finsternis.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest

23.12.2016



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